Traurige Gewissheit
Am 25. April 2026 um kurz vor 16 Uhr war es amtlich: Der FC Erzgebirge Aue steigt erstmals in seiner fast exakt 80-jährigen Vereinsgeschichte in die Viertklassigkeit ab. Eine traurige Gewissheit, die sich bereits seit Wochen angekündigt hatte.
„Es ist ein bitterer Tag. Aber wir konnten uns darauf mental vorbereiten. Dank und Respekt an die Fans im Stadion. Dass sie der Mannschaft in solch einem Moment sogar Mut zusprechen und versuchen uns aufzumuntern, ist wirklich bemerkenswert und nicht selbstverständlich“, erklärte Marcel Bär als Kapitän nach Abpfiff im Interview bei Magenta.
Der Routinier und Torjäger war an jenem Samstagnachmittag auch inhaltlich eine Symbolfigur. Denn bereits unmittelbar nach dem besiegelten Abstieg wurde er gebeten, nach vorn zu schauen. Auf seine Pläne, seine sportliche Zukunft. So wie Marcel Bär geht es vielen. Genau genommen dem gesamten FC Erzgebirge Aue. „Ich muss das jetzt verarbeiten und sacken lassen. Dann bespreche ich in den nächsten Tagen und Wochen mit meiner Familie, wie es weitergeht. Ich kann nichts versprechen und nichts ausschließen. Wir sind in Gesprächen, etwas Spruchreifes gibt es nicht“, so der Stürmer mit der Rückennummer 15.
Ausgerechnet im Jubiläumsjahr erlebt der FCE seinen Supergau, erhält Trost sogar vom Gegner mit guten Wünschen, die ehrlich klingen. Lange konnten sich Fans und Mannschaft auf den Tag X einstellen. Doch als es soweit war und der Klassenerhalt rechnerisch nicht mehr möglich war, blieb einfach nur Leere. Und Fassungslosigkeit. Es wird dauern, bis das Selbstwertgefühl des Kumpelvereins wieder in Stolz mündet. Aber es geht weiter. Immer weiter. Der FCE ist weit mehr als irgendeine Liga.


