Staffelstab übergeben
Uwe Kramer hat Aufgabe des Teammanagers übernommen
Am Rande des Trainingsauftakts gab es in den Katakomben des eins-Erzgebirgsstadion ein gefühltes „Klassentreffen“ der Mannschaftsleiter-Epochen. Der scheidende Teammanager Thomas Romeyke war angereist, um seinem Nachfolger Uwe Kramer die Geschicke zu übergeben – unter den geschulten Augen von Bernd „Zimbo“ Zimmermann.
Uwe Kramer hat seinen ersten Arbeitstag also gemeistert, fast platzte dem 49-jährigen Neuzugang beim FCE der Kopf angesichts der inhaltlichen Vielfalt seines neuen Jobs. Dass man sich kennt in der Branche, schon Absprachen traf und der neue Mannschaftsleiter des Kumpelvereins vor vielen Jahren eine nachhaltige Begegnung mit „Zimbo“ hatte, erleichterte den Einstieg.
„Als junger Kerl habe ich nach dem 3:0-Sieg im Derby gegen Zwickau mein Trikot vor lauter Euphorie in den Fanblock geworfen. Weil das damals unüblich war und ich danach mit einer anderen Rückennummer spielen musste, hat mich Bernd Zimmermann runderneuert. Das ist mit in Erinnerung geblieben“, lacht Uwe Kramer. Von 1998 bis 2000 spielte er für den FC Erzgebirge Aue, erzielte auf ungewohnter Position im Angriff die Tore zum 1:0 und 2:0 für die Veilchen gegen Zweitliga-Absteiger FSV. Treffer drei zum Endstand steuerte seinerzeit Ronny Thielemann bei.
Der Sohn von Mister VfB Auerbach Volkhardt Kramer betreibt einen eigenen Teamsportladen, kickte viele Jahre für den Verein und war nach aktiver Laufbahn Mädchen für alles im Vogtland. Co-Trainer, Zeugwart, Teammanager, Vorstand. Uwe Kramer kümmerte sich nach seinem Studium in den Fächern Sport und Betriebswirtschaft so ziemlich um alles, was die erste Mannschaft des VfB betraf. Zuletzt hatte er jede Menge Freude als Trainer des BSV 53 Irfersgrün. Dort verpasste er nun am Sonntag mit einem weinenden Auge das letzte Saisonspiel, weil die neue Aufgabe beim FCE ihn im Stadion brauchte. „Für mich ist das eine einmalige Chance. Jobs im Profifußball werden nicht oft ausgeschrieben. Deshalb wollte ich die Gelegenheit in Aue unbedingt ergreifen und merke bereits nach wenigen Stunden: Das ist hier alles eine Nummer größer und professioneller. Aber ich werde mich schon einfuchsen“, freut sich Uwe Kramer, Vater eines 12-jährigen Sohnes.
Unterstützung bekommt er von demjenigen, der ihn einst das Fürchten lehrte: „Zimbo“ Zimmermann wird weiterhin regelmäßig vorbei schauen, Tipps geben, anpacken und seine geballte Erfahrung auch dem neuen Teammanager an die Hand geben. So wie er es immer getan hat, schon bei Vorgänger Thomas Romeyke.


