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Glückwunsch, „Ete“ Schüßler

Aue-Legende Dieter „Ete” Schüßler feiert am 7. November 80. Geburtstag

Eine Legende des Fußballs in Aue feiert am Sonnabend 80. Geburtstag. Dieter „Ete“ Schüßler blickt an seinem Ehrentag auf mehr als 300 Spiele für die BSG Wismut zurück. Der Kumpelverein gratuliert ganz herzlich.

 

Anders als im modernen Profifußball war es zu DDR-Zeiten normal, dass Spieler ihrem Klub über viele Jahre die Treue halten. So auch Dieter „Ede” Schüßler, der – abgesehen von der Episode bei der ASG Vorwärts Leipzig während der Armeezeit – nur die Trikots seines Jugendvereins in Limbach-Oberfrohna und dann der BSG Wismut Aue trug. Für die Veilchen erzielte der meist als offensiver Mittelfeldmann agierende Rand-Chemnitzer in 301 Oberliga- und Pokalspielen 31 Tore. Sowohl dem FSV Limbach-Oberfrohna als auch dem FC Erzgebirge bleibe er verbunden, besuche Heimspiele seiner beiden Herzensvereine”, sagte das Sportler-Urgestein in einem Veilchenecho-Gespräch 2021. Damals beging er den 75., jetzt also den 80. Geburtstag. Zum Runden am 7. November 2026 gratuliert die Veilchen-Familie ganz, ganz herzlich.

 

Vater Johannes war seinerzeit begeisterter Anhänger der BSG Fortschritt Limbach, Vorgänger des heutigen FSV. Folglich war Schüßler Senior stolz auf seinen Dieter, der dort als Kind und Jugendlicher trainierte. Weil der „Acker” zwischen Schule und elterlicher Wohnung lag, rannten die Buben hin, sobald die Schule aus war. Dieter, von Beruf Dreher, fiel als Fußballer beizeiten auf, durfte schon mit 17 Lenzen bereits in der Männermannschaft in der Bezirksliga, damals die dritthöchste Klasse in der Republik, kicken. Zusammen mit Talenten wie Jürgen Croy stand Schüßler in der Bezirksauswahl, als ihn Wismut-Aue-Trainer Gerhard Hofmann ansprach. „Klar wollte ich ins Lößnitztal, hatten wir Kinder doch die legendären Europa-Cup-Spiele gierig verfolgt”, erinnerte sich „Ede” 2021 im Interview. Im Herbst ’65 debütierte der 18-Jährige im Oberliga-Bezirksderby gegen den SC Karl-Marx-Stadt.

 

Alles in allem 23 Treffer erzielte Schüßler bei seinen 277 Oberligaeinsätzen bis Oktober 1980, als er gegen den HFC Chemie zum letzten Mal für die Lila-Weißen auflief. Den Spitznamen bekam er gleich zu Beginn seiner Auer Zeit: „Es gab damals den berühmt-berüchtigten DDR-Fernsehkommentator Karl-Eduard (Ede) von Schnitzler. ,Du hast ’ne Brille wie der’, rief mein Mannschaftskollege Peter Schaarschmidt in der Kabine. Alles wieherte und ich bin bis heute der Ete”, verriet er vor fünf Jahren den Lesern des Stadionhefts.

 

Anfang 1966 erlebte die Mannschaft ein unvergessliches Abenteuer. Direkt vom Wintertrainingslager in Schönheide ging es ins heiße Westafrika. In Guinea und Mali bestritten die Erzgebirger Freundschaftsspiele, unter anderem gegen die Nationalmannschaften. Zurück aus den Tropen in der Auer Kälte zeigte Wismut keine Schwäche, gewann das erste Punktspiel am 12. Februar zu Hause gegen den 1. FC Magdeburg mit 1:0. Dieter Schüßler hieß der Schütze des goldenen Tores.

 

So wie diese bleiben viele Fußballbegegnungen in seinem Kopf. Vorneweg das Halbfinalrückspiel im FDGB-Pokal vom 22. März 1975. Die Veilchen hatten die erste Partie 0:1 in Zwickau verloren und auch im Rückspiel in Aue führte Sachsenring mit 1:0. Weil: Er habe den Ball an den Oberarm bekommen, sagte „Ede” später, doch Schiedsrichter Rudi Glöckner entschied auf Strafstoß. Umso erleichterter war Dieter, als er selber kurz nach der Pause zum 1:1 ausglich. Danach spielte nur noch Wismut und gewann 2:1.

 

Dieter war ein torgefährlicher Mittelfeldspieler. Wie Konrad Schaller, Jürgen Escher und Holger Erler war „Ede” einer der Regisseure der Mannschaft, gegen Karriereende auch zwei Jahre lang Kapitän. Unter seinen Erfolgen sind sogar zwei DDR-Meistertitel, erkämpft mit einer Studentenauswahl 1972 und 1975, als Dieter parallel zum Oberligafußball ein Ökonomiestudium absolvierte. „Was am stärksten im Bewusstsein von uns Spielern bleibt, ist der unglaubliche Zusammenhalt. Wir stammten ja fast alle von hier. Immer waren unsere Familien quasi Teil des Teams”, schwärmte Schüßler später. 

 

1980 endete „Edes” Karriere in Aue. Während der aktiven Zeit hatte er sich zum Ingenieurökonom qualifiziert, arbeitete unter anderem als Energetiker. Nach der Wende war Dieter Schüßler im Marketing und Verkauf tätig, baute Wochenzeitungen im Chemnitzer Land maßgeblich mit auf. Ab Ende 1980 half er als Spielertrainer bei seinem Heimatverein, dem jetzigen FSV Limbach-Oberfrohna, wo er erst 2016 als Co-Trainer die Töppen endgültig an den Nagel hängte. (OS)