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Funken-Flug im Hexenkessel

Es gab nicht allzu viele positive Aspekte am schwarzen Samstag des FC Erzgebirge Aue beim 1:3 in schwarzen Jubiläumstrikots. Der „Funken-Flug“ zu Beginn der zweiten Halbzeit, der das Stadion vorübergehend in einen Hexenkessel verwandelte, gehörte aber zweifellos dazu. Knapp 30 Minuten ließen Fans und Mannschaft erahnen, welche Wucht die Veilchen auf Rängen und Rasen entwickeln können.

 

Es ging wenig vor der Pause in diesem ersten Heimspiel nach dem runden Vereinsgeburtstag. Verunsicherung, Fehler, eine vergebene Großchance und zwei Aachener Treffer in drei Minuten zu 0:2 bei Halbzeit ließen die Kulisse geradezu gefrieren. Entsprechend enttäuscht und bedient waren die Fans nach 45 Minuten. Wie speziell die Fankurve dann aber abging nach dem schnellen Anschlusstreffer durch Ryan Malone nach dem Wechsel, war bemerkenswert. Der Funke sprang über. Ob vom Rasen auf die Ränge oder umgekehrt – sei’s drum. Plötzlich war mächtig Druck auf dem (Hexen)Kessel.

 

Plötzlich wurde das FCE-Team mutiger, presste früh, hatte Ballgewinne, gewann Zweikämpfe, holte eine Serie von Eckbällen heraus. Mit der stimmgewaltigen Unterstützung von den Tribünen wackelte die bis dahin selbstbewusste Alemannia bedenklich, Aue hatte durch Erik Weinhauer die Riesenchance zum Ausgleich. „Es war bemerkenswert, wie das gesamte Stadion plötzlich da war“, resümierte auch Trainer Christoph Dabrowski.

 

Das sah auch sein Gegenüber aus Aachen ähnlich. „Wir mussten die Phase nach dem 1:2 überstehen, haben gezittert und gelitten“, so Mersad Selimbegovic. Erst das 1:3 erstickte die Hoffnungen des FC Erzgebirge Aue auf eine „Auferstehung“ im Keim, entschied das Spiel. Die Atmosphäre in Hälfte zwei demonstrierte dennoch eindrucksvoll, wozu dieser Verein fähig ist. Kein Trost, eher Ansporn.