Aufgeben ist keine Option
Zwei bittere Wahrheiten standen am Sonnabend nach dem Heimspiel gegen den VfL Osnabrück beim FC Erzgebirge Aue als Erkenntnis im Raum. Die Veilchen warten weiterhin auf den ersten Sieg 2026 und entfernen sich damit weiter vom rettenden Ufer. Und: Gegen Spitzenteams der Liga reichen aktuell auch ordentliche Leistungen über weite Strecken der 90 Minuten nicht für Zählbares.
FCE-Trainer Christoph Dabrowski konnte einem fast leidtun bei seiner Analyse, obwohl der einst eisenharte Bundesliga-Verteidiger ganz bestimmt kein Fan von Mitleid ist. Was hätte er sagen sollen? Spieler seiner Mannschaft nach eklatanten Fehlern namentlich an den Pranger stellen zu Beginn einer englischen Woche mit zwei weiteren Brocken vor der Brust? Fehlendes Matchglück als Grund für das 1:3 gegen den neuen Tabellenführer als Begründung ins Feld führen?
Fest steht: Die neuerliche Niederlage hatte weder etwas mit taktischer Grundordnung, System, Einstellung oder personellen Entscheidungen zu tun. Sondern schlicht und ergreifend mit individuellen Fehlern in spielentscheidenden Situationen. Wie schon in der Vorwoche gaben Kleinigkeiten den Ausschlag jeweils zugunsten des Tabellenführers. Cottbus gewann nach zwei Standards spät in Aue, Osnabrück profitierte ebenfalls von Schaltpausen in der FCE-Defensive.
„Es war ein Spiel auf Augenhöhe, die Partie hätte in der zweiten Halbzeit in beide Richtungen kippen können“, resümierte Gästetrainer Timo Schulz. Für dieses Kompliment konnte sich der FC Erzgebirge allerdings nichts kaufen, schon Amtskollege Pele Wollitz bescheinigte dem Team aus Aue vor einer Woche Qualität. Indes: Beide Male gingen die Lila-Weißen als Verlierer vom Platz.
Christoph Dabrowski weiß um die Schwere der Aufgabe, um die prekäre sportliche Situation. Doch „Aufgeben ist keine Option“, sagte der Cheftrainer fast schon trotzig gleich zweimal in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Fehler passieren, hüben wie drüben. Sie gilt es zu minimieren und vor allem auch – zu nutzen.


