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Aue kämpft, Schorndorf gewinnt

Ringer unterliegen dem Favoriten in der Bundesliga

Die Veilchenringer haben ersatzgeschwächt am 6. Kampftag der DRB BIRTAT Bundesliga eine 7:17-Heimniederlage gegen den favorisierten ASV Schorndorf hinnehmen müssen. Die Gäste entschieden sechs der zehn Einzelkämpfe für sich und bestätigten dabei ihre hohe individuelle Qualität. Aue rutschte nach dem Wettkampf auf Rang zwölf ab.

 

Der Abend begann ausgeglichen. Im ersten Duell der 61-Kilogramm-Freistilklasse setzte sich Tim Krasnickij in den letzten Sekunden knapp nach Punkten gegen Iannis Luca Lupu durch und brachte Aue mit 1:0 in Führung. Der Schorndorfer Nachwuchsringer gehört zu den deutschen Talenten seines Jahrgangs und sammelte bereits Erfahrungen bei internationalen Nachwuchsmeisterschaften.

 

Im Schwergewicht der Greco-Klasse musste Connor Sammet anschließend eine Niederlage gegen Jello Krahmer hinnehmen, wodurch Schorndorf die Führung übernahm. Dennoch zeigte Sammet eine starke Leistung und gab gegen einen der besten deutschen Schwergewichtler lediglich drei Mannschaftspunkte ab. Krahmer gewann bereits zweimal EM-Bronze (2020 und 2025), wurde mehrfach Deutscher Meister und nahm 2024 an den Olympischen Spielen in Paris teil. Mark Wagner antwortete jedoch stark. Mit einem 8:6-Punktsieg gegen Timur Demir verkürzte er für die Erzgebirger.

 

Den ersten deutlichen Ausschlag zugunsten der Gäste brachte das Duell in der Klasse bis 98 Kilogramm Freistil. Georgios Kougioumtsidis gewann gegen Patryk Dublinowski vorzeitig durch technische Überlegenheit und sammelte vier Mannschaftspunkte für Schorndorf. Der Grieche zählt zur internationalen Spitzenklasse. Zu seinen größten Erfolgen gehören der Gewinn der Europameisterschaft 2022, die Vizeeuropameisterschaft 2023 sowie der Weltmeistertitel 2025.

 

Auch Teetje Richter, eigentlich in der 61-Kilogramm-Klasse zu Hause, stellte sich in Dienst der Mannschaft und ging bis 71kg auf die Matte. Teetje musste sich nur knapp Burak Demir geschlagen geben. Der Schorndorfer Freistilspezialist wurde 2025 Deutscher Vizemeister und gewann 2026 Bronze bei den Deutschen Meisterschaften. So lagen die Veilchen zur Pause mit 2:8 zurück.

 

Nach dem Seitenwechsel sorgte Luca Dariozzi für neue Hoffnung. In einem engen Kampf der 86-Kilogramm-Klasse griechisch-römisch rang er Adam Leifridt mit 7:6 nieder und verkürzte auf 3:8. Leifridt gehört zu den erfolgreichen deutschen Nachwuchsringern im freien Ringkampf und wurde 2025 Deutscher U20-Meister. 

 

Doch Schorndorf blieb in den folgenden Begegnungen konsequent. Ruslan Kudrynets gewann knapp mit 5:1 gegen Witas Behrendt. Der Greco-Spezialist aus Schorndorf kann unter anderem auf den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften 2023 vorweisen.

 

Anschließend holte Stas David Wolf mit einem Sieg durch technische Überlegenheit gegen Tony Lehmann weitere vier Mannschaftspunkte. Der erst 23-Jährige Schorndorfer gehört zu den größten deutschen Freistiltalenten. Er wurde 2023 U20-Europameister, gewann bereits U20-EM-Bronze und sicherte sich 2026 den Titel des Deutschen Meisters bei den Männern. Stas David vertritt demnächst bei der U23-WM in Las Vegas die deutschen Farben. Hierfür wünschen wir ihm viel Erfolg.

 

Aue stemmte sich dennoch gegen die Niederlage. Vasile Diacon zeigte in der 75-Kilogramm-Freistilklasse eine starke Leistung und besiegte Burak Emin Salviz durch technische Überlegenheit. Damit verkürzte der FC Erzgebirge Aue noch einmal den Abstand.

 

Im abschließenden Kampf ließ Ibrahim Ghanem gegen Robert Schröder jedoch nichts mehr anbrennen und sicherte den Gästen die letzten drei Mannschaftspunkte zum Endstand von 17:7. Der Franzose zählt zu den erfolgreichsten griechisch-römischen Ringern Europas. Er wurde Weltmeister 2023, Vizeweltmeister 2024 und 2025 sowie Europameister 2025 und 2026. 

 

Trotz der Niederlage konnte Aue vier Einzelsiege verbuchen. Vor allem die Erfolge von Krasnickij, Wagner, Dariozzi und Diacon zeigten, dass die Mannschaft in mehreren Gewichtsklassen konkurrenzfähig auftrat. Entscheidend waren letztlich die deutlicheren Erfolge der Schorndorfer in mehreren Schlüsselduellen, die mit zahlreichen national und international erfolgreichen Spitzenringern besetzt waren.

 

Nun gilt es im kommenden Auswärtskampf in Urloffen und zum Beginn der Rückrunde mit Stilartwechsel die Weichen für die angestrebte Saisonplatzierung zu stellen.