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3:3 - Erster wilder Schlagabtausch der Saison

Der erste wilde Schlagabtausch in der neuen Liga – der FC Erzgebirge startete in die neue Saison gegen die VSG Altglienicke. In einer abwechslungsreichen und stürmischen Partie mit insgesamt sechs Toren und drei Führungswechseln gab es am Ende keinen Sieger. Unser Spielbericht.

Es geht wieder los – die Veilchen starten in die neue Spielzeit 2026/27 und greifen an in der Regionalliga Nordost. Nach dem großen Umbruch im Sommer wartete das erste Pflichtspiel auf den neuen Kader und Cheftrainer Khvicha Shubitidze. Gleich zu Beginn reiste die von vielen favorisierte VSG Altglienicke ins Lößnitztal. Die Berliner hatten sich in der Spielpause durchaus prominent verstärkt und begannen im eins-Erzgebirgsstadion unter anderem mit dem Torschützenkönig der letzten Saison Jonas Nietfeld und Ex-Auer Anthony Barylla. Die Lila-Weißen gingen mit ihrer neuen Nummer eins Max Uhlig an den Start. In der Viererkette begannen Maxim Burghardt, Patrick Kapp, Bastian Strietzel und Stylianos Kokovas. Das Zentrum belegten Devin Angleberger, Nils Lihsek und Heimkehrer Simon Skarlatidis. Bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen ging es im Schacht in die erste Schicht. 

Vier Tore in der ersten Hälfte

Nach dem Anpfiff rollte aber nicht der Ball. Ligaweit protestierten die Vereine und Fans in der ersten Spielminute für die Reform in der Regionalliga und Gleichberechtigung aller Meister. Erst danach ging es wirklich los und Altglienicke übernahm sofort das Spiel. Max Uhlig wurde bereits in der Anfangsphase warmgeschossen und vereitelte mit einer starken Parade gegen Saliger die frühe Führung der Gäste. Aue kam hingegen gar nicht ins Spiel und musste sich in den ersten Minuten dem Dauerdruck der VSG erwehren. Die Spitzen Linus Queißer, Tim Maciejewski und Marcel Bär hingen ziemlich in der Luft. So mussten die Auer Fans bis zur 15. Minute warten, ehe sich Abräumer Angleberger ein Herz fasste und aus der Distanz den ersten Torschuss abgab. Diese Initialzündung brauchte es aber. Nur zwei Minuten später gingen die Veilchen in Führung. Nach einer Ablage von Marcel Bär marschierte Linus Queißer auf das gegnerische Tor zu und verschnaschte alle Gegenspieler auf seinem Weg zur Grundlinie. Die scharfe Hereingabe fand zwar keinen Auer, aber Altglienicker Czyborra fälschte das Leder ab und bugsierte es in den eigenen Kasten. 1:0 für den FC Erzgebirge Aue. 

Mit der mehr als glücklichen Führung konnten die Auer zufrieden sein. Aber Altglienicke bremste der Rückschlag nicht. Die Elf von Dan Twardzik schaltet weiter hoch und erspielte sich Chancen im Minutentakt. Max Uhlig konnte sich wiederholt auszeichnen, aber vor allem bei den Ecken brannte es im Auer Strafraum lichterloh. Der ehemalige Bundesligaspieler Brooks hatte absolute Lufthoheit und verpasste knapp den Ausgleich nach dem Gegentreffer. Aue versuchte, gegen die Ballhoheit der Gäste Nadelstiche zu setzen. Die beste Gelegenheit hatte dabei Marcel Bär, der nach einer Flanke von rechts den Kopfball zu zentral setzte. Die VSG hielt den Druck hoch und belohnte sich in der 32. Spielminute. Sydney Sylla pflückte einen Ball aus der Luft, zog an der Strafraumkante ab und schweißte die Kugel unhaltbar ins lange Eck. 1:1 und nur wenige Minuten später drehten die Berliner das Spiel. Diesmal war Brooks nicht zu stoppen und nickte eine Ecke mit ganzer Wucht in die Maschen. 1:2 für Altglienicke.

Die Führung hatten sich die Berliner mehr als verdient und Aue wirkte in der ersten Halbzeit viel zu passiv und unkonzentriert. Aber der Rückstand rüttelte die Mannschaft auf. Direkt nach dem Anstoß legten die Lila-Weißen los, kombinierten sich schnörkellos an den Strafraum und Maxim Burghardt bediente mit Übersicht den freien Tim Maciejewski. Der Offensivspieler und Neuzugang aus Luckenwalde behielt in seinem ersten Pflichtspiel als Auer die Nerven und schob ein. 2:2 – die Veilchen hatten aus wenigen Chancen im ersten Durchgang das meiste herausgeholt und gingen ohne Rückstand in die Pause.

Cheftrainer Khvicha Shubitidze fand in der Kabine offensichtlich die richtigen Worte und die taktische Anpassung. Die Veilchen konnten nach der Pause die Spielhoheit der Gäste brechen und die Partie war nach dem Seitenwechsel ausgeglichen. Dafür verlagerte sich das Spiel von den Strafräumen zunehmend ins Mittelfeld und echte Chancen gab es nach dem Wiederanpfiff nicht. Dafür stieg die Spannung und entlud sich in der 57. Minute. Nach einem Einwurf von der rechten Seite verlängerte erst Simon Skarlatidis und dann Marcel Bär die Kugel per Kopf. Der Ball ging ins Nirgendwo, aber genau dort wurden sich Keeper Klatte und Abwehrspieler Barylla nicht einig und Queißer sah die Chance. Der Stürmer ging dazwischen, wurde gelegt und der Unparteiische zeigte emotionslos auf den Punkt. Strafstoß für Aue und Chefsache. Marcel Bär übernahm die Verantwortung und verlud Klatte eiskalt. 3:2 für den FC Erzgebirge Aue, die Veilchen waren wieder in Führung. 

Nach der Führung stellte Aue taktisch um. Verletzungsbedingt musste Linus Queißer vom Feld, der bis dahin der beste Spieler war. Mit der defensiveren Grundformation hielten die Veilchen die Gäste gut im Schacht und waren dran am 4:2. Aber das Glück hatte die Lila-Weißen verlassen. Christoph Pauling war in die Partie gekommen und der schnelle Flügelspeiler hätte in der 75. Minute alles perfekt machen können. Nach perfekter Ballannahme zog der nach einem Konter ab. Nur der Pfosten stand im Weg und der Abpraller flog dem einschussbereiten Marcel Bär nicht in die Füße, sondern in den Rücken. Der Kapitän hatte selbst die Chance, alles perfekt zu machen und verzog wenig später über den Kasten. Wer die Tore nicht macht, wird bestraft. Das gilt auch für die Regionalliga. Die VSG blieb lange chancenlos, schlug aber genauso gnadenlos zu wie die Veilchen im ersten Durchgang. Die einzige Unachtsamkeit der Auer Abwehr nutzte Altglienicke. Die Berliner gaben einen Ball am Strafraumeck nicht auf und von der Grundlinie fand die Flanke am langen Pfosten Jonas Nietfeld. Der unauffällige Torschützenkönig der letzten Saison war im richtigen Moment da, schraubte sich hoch und köpfte ein. Das späte 3:3 war gleichzeitig der Endstand in einer abwechslungsreichen Partie mit vielen Höhepunkten. Die Veilchen starten mit einem Unentschieden in die neue Saison.

Der Spielberichtsbogen

Erzgebirge Aue:

M. Uhlig - M. Burghardt, P. Kapp, S. Kokovas, N. Lihsek, B. Strietzel - D. Angleberger, T. Maciejewski, S. Skarlatidis - M. Bär, L. Queißer

VSG Altglienicke:

L. Klatte - A. Barylla, J. Brooks, L. Czyborra, S. Sonnenberg - T. Rieder, S. Sylla - M. Ibrahimi, J. Nietfeld, J. Saliger, N. Zografakis

 

Tore:

1:0 L. Czyborra (17., Eigentor)

1:1 S. Sylla (32.)

1:2 J. Brooks (39.)

2:2 T. Maciejewski (40.)

3:2 M. Bär (58.)

3:3 J. Nietfeld (87.)


Zuschauer:
8611 

 

Bilder: Gabor Krieg - PicturePoint, Dennis Hambeck - FCE