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2:4 - Stimmungsvolle Generalprobe

Generalprobe vor dem Saisonstart - eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel der Saison empfing der FC Erzgebirge Aue den Bundesliga-Aufsteiger Schalke 04 im Lößnitztal. Gegen den Traditionsverein aus dem Pott lieferten sich die Veilchen einen guten Schlagabtausch und setzten selbst einige Akzente. Unser Spielbericht. 

Lila-Weiß gegen Königsblau – zum offiziell letzten Testspiel vor dem Saisonstart empfingen die Veilchen im eins-Erzgebirgsstadion die Knappen aus Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 war in der vergangenen Saison eindrucksvoll durch die 2. Bundesliga geflogen und hatte mit Trainer Miron Muslic die Rückkehr in die Bundesliga geschafft. Die Gäste aus dem Pott traten im Schacht mit voller Kapelle und der ersten Elf um Kapitän Kenan Karaman und Abwehrchef Timo Becker an. Für die Auer war das Spiel der finale Härtetest vor dem ersten Kracher in der Regionalliga und der erste Auftritt der neuen Schachter vor der heimischen Kulisse im Lößnitztal. Cheftrainer Khvicha Shubitidze setzte dafür auf die gleiche Elf, die schon gegen den SK Kladno gestartet war. Nur Max Uhlig hütete jetzt das Tor. In der Abwehr begannen Maxim Burghardt, Bastian Strietzel, Patrick Kapp und Stylianos Kokovas. Im Mittelfeld sollten Devin Angleberger, Simon Skarlatidis und Nils Lihsek das Spiel gestalten und für die Offensive waren Tim Maciejewski, Linus Queißer und Marcel Bär vorgesehen. Bei vollen Rängen und bestem Fußballwetter ging es im Schacht ins Spiel. 

 

Schalkes Sylla trifft doppelt

Während die Knappen in ihren neuen königsblauen Heimtrikots aufspielten, präsentierten die Veilchen ihre neue Garnitur für die Pokalspiele. Gut fünf Minuten brauchte die Partie zum Anlaufen, dann zog Schalke das erste Mal an. Hasan Kurucay brachte bei der ersten Chance den Ball aus spitzem Winkel aber nicht auf den Kasten. Aue legte die Nervosität nach gut zehn Minuten aber ab und schaffte es, die Kontrolle in der eigenen Hälfte zurückzugewinnen. Sobald die Stabilität gefunden war, versuchten es die Lila-Weißen auch in der Offensive. Am auffälligsten war dabei Linus Queißer, der auf der rechten Außenbahn die ersten Akzente setzen konnte. Einen brandgefährlichen Ball brachte Aue aber nicht auf die Hütte von Loris Karius. Die beste Gelegenheit der Hausherren konnte Kurucay noch vor dem Abschluss unterbinden. 

In der Folge beruhigte sich das Spiel, was vor allem daran lag, dass beide Abwehrreihen fehlerfrei ihrer Arbeit nachgingen und Schalke nicht mit letzter Konsequenz den Weg in den Strafraum suchte. Die Veilchen verpassten es in dieser Phase, mit einer gut ausgeführten Ecke oder einem Konter einen Nadelstich zu setzen und die erste Unachtsamkeit der Auer Hintermannschaft nutzte S04 gnadenlos aus. Nach gutem Umschaltspiel in die Spitze konnte Aouchiche den Ball von der Grundlinie ins Zentrum chippen und Moussa Sylla köpfte unbedrängt ein. 1:0 für Schalke 04 und der Bundesligist legte vor der Pause nach. Wieder war es Moussa Sylla, der nach einer Ecke und der Kopfballablage von Mertcan Ayhan vor Max Uhlig den Ball ins Tor stochern konnte. Mit dem 2:0 für die Knappen ging es in die Pause. 

Aue kontert Schalker Sturmlauf

Für den zweiten Durchgang brachte Khvicha Shubitidze drei neue Kräfte, während sein Trainerkollege gleich die ganze Elf durchrotieren ließ. Der zweite Anzug der Königsblauen legte aber sofort los und brachte die Veilchen sofort in Bedrängnis. Die bis dahin weitestgehend sattelfeste Abwehr schwamm gehörig. Drei Minuten nach der Pause tauchte Christian Gomis frei vor Max Uhlig auf. Der Auer Keeper machte sich groß und verhinderte den dritten Einschlag. Aber Gomis schaltete zwei Gänge hoch und nur zwei Minuten später konnte Strietzel den Offensivspieler nur regelwidrig im Strafraum stoppen. Schiedsrichter Klemm zeigte ohne zu zögern auf den Punkt. Schalkes Bryan Lasme schnappte sich die Kugel, aber wieder stellte sich Max Uhlig in den Weg und fischte die Kugel aus dem linken Eck. Den Sturmlauf der Schalker brach das aber keineswegs. Nur eine Minute nach der Parade schaltete Königsblau erneut schnell um und diesmal ließ Gomis Uhlig keine Chance. 3:0 für Schalke und auch Lasme holte sich seinen Treffer. Der Stürmer konnte im Strafraum schalten und walten und traf wie Gomis souverän ins untere rechte Eck. 

Eine zehnminütige Lehrstunde für die Veilchen, die erst nach dem vierten Gegentreffer die Ordnung und Kontrolle wiederfanden und die Laufwege der Gegner besser ablaufen konnten. Gerade als Schalke die Zügel etwas lockerer ließ, schalteten die Auer hoch und nach gut einer Stunde wurden die Erzgebirger endlich torgefährlich. Patrick Kapp hatte nach einer Ecke von links die erste Chance und köpfte nur knapp über das Gehäuse. Gleich im Anschluss tauchte auch Marcel Bär das erste Mal frei vor dem Tor auf. Im Duell der Routiniers siegte aber Schalke-Keeper Kevin Müller und blockte den Schuss auf das rechte Eck. Aller guten Dinge waren dann drei. Als Nils Lihsek im Strafraum bedient wurde, flankte der Mittelfeldspieler punktgenau auf Bär. Diesmal gab sich der Auer Kapitän keine Blöße und nickte per Kopf zum 1:4-Anschlusstreffer. 

Beim Ehrenteffer blieb es aber nicht, Aue hatte Blut geleckt und setzte immer wieder nach. Mit der neu formierten Fünferkette und dem schnellen vertikalen Spiel der Auer hatte Schalke so seine Probleme und endlich gelang es den Lila-Weißen, die Knappen am eigenen Strafraum unter Druck zu setzen. In der 71. Minute kombinierten sich die Erzgebirger in die gefährliche Zone und die Joker stachen zu. Leon Prosche brachte den Ball ins Zentrum, der erste Versuch von Willi Kamm wurde noch geblockt, aber Chadi Ramadan staubte zum 2:4 ab. Dabei sollte es am Ende bleiben. Den Veilchen gelang kein weiterer Vorstoß und Tanaka traf in der Schlussphase mit einem Heber nur den Pfosten. Trotz der vier Gegentreffer war es eine gelungene Generalprobe der Lila-Weißen, die einem Bundesligisten ordentlich Paroli bieten konnten. In der kommenden Woche folgt dann die Kür. Am Samstag empfängt der FCE die VSG Altglienicke im Schacht. 

Die Stimmen zum Spiel

"Es war sehr schön, hier zum ersten Mal vor der großen Kulisse zu spielen. Klar, wir wollten das Spiel nicht verlieren, aber wir sind alle fit. Das ist das Wichtigste. Die Vorbereitung war sehr gut, wir haben viele Themen angesprochen und daran gearbeitet. Wir sind auf einem guten Weg, haben aber natürlich noch Arbeit vor uns. Wir haben heute gesehen, dass einfache Sachen auf hohem Niveau bestraft werden. Das passiert auch in der Regionalliga. Das müssen wir abstellen, dann sind wir gewappnet für die neue Saison."

Neuzugang Finn Heidrich

 

"Man kann sehr viel aus diesem Spiel mitnehmen. Ich denke, die Einstellung hat gepasst. Das ist eine Grundvoraussetzung. Nach der Halbzeit sind wir nicht gut ins Spiel gekommen, waren defensiv zu anfällig. Aber nach dem 4:0 von Schalke haben wir richtig gut gespielt und ich fand, da waren wir die bessere Mannschaft und haben zwei Tore gemacht. Wir freuen uns, dass es jetzt in einer Woche losgeht. Wir spielen zuhause und da wollen wir gewinnen. Das muss die Marschroute sein."

Kapitän Marcel Bär

Der Spielberichtsbogen

FC Erzgebirge Aue:

Uhlig – Kokovas (73. Kaps), Burghardt (63. Prosche), Kapp – Lihsek (63. Heidrich), Strietzel – Maciejewski (46. Wagner), Angleberger (81. Loubongo), Skarlatidis (46. Kamm) – Queißer (46. Ramadan), Bär (73. Pauling)
 

FC Schalke 04:

Karius (46. Müller) – T. Becker (46. Gantenbein), Ayhan (46. Rösner), Kuruçay (46. Leonard), V. Becker (46. Donkor) – El-Faouzi (46. Tanaka), Schallenberg (46. Grüger/81. Porath) – Adamu (46. Lasme/81. Tchibara), Karaman (46. Bachmann), Aouchiche (46. Vozar) – Sylla (46. Gomis)

 

Tore:

0:1 Sylla (28.)

0:2 Sylla (45.)

0:3 Gomis (51.)

0:4 Lasme (54.)

1:4 Bär (62.)

2:4 Ramadan (72.)

 

Zuschauer:

12.438

 

Glück Auf!

 

 

Bilder: Dennis Hambeck - FCE, Roger Petzsche - PicturePoint

Text: Max Richter