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2:4 - Aue verliert auch an der Hafenstraße

Die Hoffnung schwindet – Zehn Spiele vor dem Saisonabschluss kämpft der FC Erzgebirge Aue vergebens um den Anschluss in der Tabelle zum rettenden Ufer. Bei Rot-Weiss Essen kassierten die Veilchen drei Gegentore in neun Minuten und brachten sich somit erneut um den verdienten Lohn. Die Aufholjagd im zweiten Durchgang kam zu spät. Unser Spielbericht.

Der 29. Spieltag führte die Veilchen weit in den Westen. Zu Gast im Ruhrgebiet wurden die Lila-Weißen vom Traditionsverein aus Essen empfangen. Dabei trafen an der Hafenstraße zwei Welten aufeinander. Während Rot-Weiss gute Aktien im Kampf um den Aufstieg hat, stehen die Erzgebirger tief im Tabellenkeller der 3. Liga. Aue-Trainer Christoph Dabrowski kehrte nun zu dem Verein zurück, für den er in drei Spielzeiten an der Seitenlinie stand. Der Übungsleiter wartete noch auf seinen ersten Sieg und nach dem schwachen Auftritt gegen Alemannia Aachen stellte er die Mannschaft auf gleich mehreren Positionen um. Eric Uhlmann, Marvin Stefaniak, Julian Guttau und Vincent Ocansey rotierten raus. Von Beginn an starteten Tristan Zobel, Julian Günther-Schmidt, Mika Clausen und Erik Weinhauer. Bei grauem Himmel und Regen ging es im Pott ins Spiel. 

Traumtore bringen Aue zu Fall

Mit einem Sieg konnte RWE auf Rang drei springen und die Veilchen mussten mit drei Punkten ein Lebenszeichen setzen. Trotz dieser Ausgangslage passierte in den ersten Minuten nicht viel. Beide Mannschaften tasteten sich ab und auf dem seifigen Boden ging ohnehin spielerisch nicht viel. Wer da noch Stauder holen musste und zu spät kam, verpasste nichts. Die neu zusammengestellte Auer Mannschaft fand sich ganz gut und konnte die zaghaften Angriffsversuche der Rot-Weissen gut verteidigen. Offensiv aktiv wurden die Schachter selbst aber nicht. Nach gut 20 Minuten übernahm RWE aber mehr und mehr das Spiel und schnürte Aue in der eigenen Hälfte ein. Essen versuchte es erst mit viel Druck und hohen Bällen. Die Führung erzielten die Hausherren aber mit einem Geniestreich. Nach einer Hereingabe bekamen die Auer den Ball nicht aus dem Strafraum geklärt und gut sechs Meter vor dem Tor der Lila-Weißen kam Thorben Müsel mit dem Rücken zum Kasten an den Ball. Der Kreativspieler von Rot-Weiss fackelte nicht lange und verlängerte den Ball mit der Hacke. Martin Männel konnte nur zuschauen, wie der Ball ins lange Eck marschierte. 1:0 für Essen und für die Lila-Weißen kam es noch viel schlimmer. Die Männer aus dem Pott gingen nicht vom Gas und brauchten nur fünf Minuten, um Aue das nächste Tor einzuschenken. Gut 25 Meter vor dem Tor verteidigten die Erzgebirger den Rückraum nicht und Jannik Hofmann bekam Zeit und Platz, eine echte Fackel auf das Auer Tor zu schießen. Der Schuss passte genau ins Dreiangel und an der Hafenstraße feierte man das 2:0.

Zwei Fehler, zwei Gegentore. Die Veilchen wurden vom Aufstiegsaspiranten gnadenlos bestraft und abgeschossen. Die Elf aus dem Erzgebirge zeigte viel zu wenig Gegenwehr und RWE konnte ohne Druck anlaufen und angreifen. Ein Kopfball von Marcel Bär war nach einem Einwurf die einzig nennenswerte Torannäherung der Lila-Weißen. Essen machte weiter und Aue half beim nächsten Gegentreffer wieder kräftig mit. Martin Männel wollte einen Gegenstoß schnell einleiten, aber Mika Clausen vertändelte die Kugel keine 20 Meter vor dem Tor. Rot-Weiss schaltete schnell und Lila-Weiß schlief. Der anschließende Schuss von Marek Janssen flog über Männel in die Maschen. 0:3 aus Sicht der Auer – mit einer desolaten Leistung wurde man in Essen vorgeführt. Für die mitgereisten Fans der Erzgebirger blieb in der ersten Hälfte nur ein echter Lichtblick. In der Nachspielzeit kam Erik Weinhauer über die rechte Seite. Über Umwege landete das Leder bei Julian Günther-Schmidt, der das Auge für den besser positionierten Jannic Ehlers hatte. Der Flügelstürmer zog ab und abgefälscht von Torschütze Hofmann senkte sich die Kugel ins lange Eck. Nur noch 1:3. Damit ging es in die Pause.

Auer Aufholjagd bleibt ohne Erfolg

Das späte Tor weckte den Mut und die Kraftreserven der Mannschaft. Nach der Pause mühten sich Auer um den nächsten Anschlusstreffer und RWE schaltete zwei Gänge nach unten. Erik Weinhauer und Mika Clausen waren in der Kabine geblieben. Eric Uhlmann und Marvin Stefaniak sollten zudem für neuen Schwung sorgen. Gut eine Viertelstunde mühten sich die Erzgebirger, ohne eine echte Torchance herausspielen zu können. Dann war es aber endlich so weit. Einen der langen katapultartigen Einwürfe von Ryan Malone konnte Essen nicht verteidigen. Im Strafraum wurde der Ball verlängert und am zweiten Pfosten lauerte Marcel Bär und dieser köpfte ein – 2:3. Das nächste Lebenszeichen und man musste sich ärgern, dass die Veilchen durch neun schläfrige Minuten im ersten Durchgang drei Gegentore kassiert hatten. Hier war noch etwas drin und in der 73. Minute war Aue dem Ausgleich ganz nah. Jamilu Collins hatte nach einem Freistoß den Ball in den Strafraum geschlagen, Tristan Zobel und Marcel Bär verlängerten den Ball und setzten Julian Günther-Schmidt in Szene. Die Veilchenfans hatten schon den Torschrei auf den Lippen, aber Keeper Golz fischte den Ball mit einer Glanztat aus der Luft und im Nachsetzen von Günther-Schmidt klatschte der Ball nur an den Pfosten. Aue vergab die Riesenchance auf das dritte Tor.

 Aber gerade als die Auer drauf und dran waren, mit einem Lucky Punch doch noch einen Punkt zu entführen, zog Essen den einzigen Angriff in der zweiten Hälfte durch und entschied das Spiel. Dickson Abiama behauptete den Ball in der Auer Hälfte, servierte perfekt auf Kaito Mizuta und der Japaner hatte bei freier Bahn keine Mühe, Martin Männel mit einem satten Schuss zu überwinden. 2:4 und trotz der aussichtslosen Lage gaben sich die Schachter nicht auf. Einen guten Angriff hatte die Elf von Christoph Dabrowski zum Ende hin. Wieder war es ein Einwurf von Ryan Malone, den Jamilu Collins verlängerte und Marcel Bär am langen Pfosten leider nicht in die Maschen dreschen konnte. So blieb es dabei. Die Veilchen lieferten an der Hafenstraße kein schlechtes Spiel ab, aber nach einer desolaten Phase in der ersten Hälfte konnten die Lila-Weißen den hohen Rückstand gegen RWE nicht wieder aufholen. Nach der achten Niederlage in der Rückrunde sucht man im Schacht vergeblich nach einem Licht. 

Der Spielberichtsbogen

Rot-Weiss Essen:

Golz - Hofmann, Rios Alonso, Schultz, Bouebari - Safi (68. Obuz), Reisig, Mizuta (90.+1 Swajkowski), Müsel, Brumme (68. Abiama) - Janssen (84. Cuber Potocnik)

FC Erzgebirge Aue:

Männel - Fallmann, Malone, Zobel, Collins, Ehlers - Clausen (46. Uhlmann), Simnica, Günther-Schmidt - Bär, WEinhauer (46. Stefaniak)

 

Tore:

1:0 Müsel (28.)

2:0 Hofmann (32.)

3:0 Janssen (37.)

3:1 Ehlers (45.+2)

3:2 Bär (61.)

4:2 Mizuta (82.)

 

Glück Auf!

 

Bilder: Steffen Colditz, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint

Text: Max Richter