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2:3 - Veilchen fliegen aus dem Sachsenpokal

Aus im Sachsenpokal – in der 3. Runde ging es für den FC Erzgebirge Aue zum anderen FCE aus Eilenburg. Gegen den gut sortierten und mutig aufspielenden Oberligisten holten die Veilchen zwar einen Rückstand auf. In der Schlussphase entschieden die Hausherren das enge Pokalspiel aber mit zwei Strafstößen und schmissen den Titelverteidiger aus dem Wettbewerb. Unser Spielbericht. 

Keine Länderspielpause – die Veilchen mussten im Landespokal ran und wie im vergangenen Jahr ging es für die Lila-Weißen wieder ins Leipziger Umland. Diesmal gastierte Aue beim FC Eilenburg, wo man 2022 bereits im Sachsenpokal aufspielen musste. Nach der ersten schmerzlichen Heimniederlage war ein Weiterkommen beim Absteiger aus der Regionalliga Nordost Pflicht. Personell war die Situation aber weiterhin angespannt. Kapitän Marcel Bär, Linus Queißer, Christoph Pauling und Chadi Ramadan fielen aus, während es Jonas Kehl und Max Uhlig nach überstandenen Blessuren wieder ins Aufgebot schafften. Uhlig begann zwischen den Pfosten und Kehl saß auf der Bank. Die Chance bekamen im Ilburg-Stadion Finn Heidrich, Aurel Loubongo und Leon Prosche, die es in den Ligaspielen noch nicht dauerhaft in die Startelf geschafft hatten. In Eilenburg setzte Trainer Khvicha Shubitidze auf ein neues System. Mit einer Dreierkette, geformt von Daniel Fisl, Bastian Strietzel und Patrick Kapp, ging es in Eilenburg ins Spiel. 

Maciejewski gleicht für Aue aus

Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ging es ins Pokalspiel und die Veilchen lernten schnell, dass es heute deutlich schwerer werden würde als in der 2. Runde in Weißwasser. Der Oberligist versteckte sich im eigenen Stadion nicht, verteidigte kompakt und setzte nach jedem Zweikampf nach. Die Hausherren zeigten also gleich die richtigen Tugenden. Gut der halbe Kader der Eilenburger lernte auch das Fußballspielen im Schacht und mit Edelmann, Schädlich, Bräunig und Baumann standen gleich vier Spieler der Kumpelschmiede in der Startelf beim FCE. Die Lila-Weißen taten sich damit sehr schwer. In der neuen Formation funktionierte die Abstimmung in der Anfangsphase nicht, den Hausherren gelang es gut, das Auer Aufbauspiel effektiv zu stören. In Weißwasser hatten die Erzgebirger das Spiel nach einer Viertelstunde bereits entschieden, in Eilenburg gingen die Gastgeber in Führung. Ein leichtfertig verlorener Ball im Mittelfeld wurde zum Bumerang. Eilenburg spielte schnell in die Spitze auf Jeronimo Mattmüller, dessen Schuss der herauseilende Max Uhlig stark parierte. Spätestens jetzt hätten die Lila-Weißen die Situation bereinigen müssen, aber Eilenburg bekam keine Gegenwehr. Über die rechte Seite setzte Franco Schädlich nach und dessen Flanke landete am langen Pfosten bei Tom Weiß. Aus spitzem Winkel überwand der Kapitän der Eilenburger Uhlig im Kasten und stellte auf 1:0 für die Heimmannschaft. 

Der Nackenschlag reichte aber nicht, um die Veilchen aufzuwecken. Nur zwei Minuten nach dem Gegentor konterte Eilenburg erneut und wieder war Mattmüller auf und davon und frei vor Max Uhlig. Wieder parierte der Auer stark und verhinderte den Doppelschlag. Erst jetzt gelang es Aue Eilenburg zu bändigen und das Spiel weiter in die gegnerische Hälfte zu verlagern. Wirklich offensiv präsent waren die Erzgebirger zwar nicht, aber die Lücken in der Abwehr und die Fehler im Spielaufbau schalteten die Spieler von Khvicha Shubitidze ab. Für eigene Torgefahr sorgte nur Tim Maciejewski, der Edelmann nach 23 Minuten das erste Mal aus spitzem Winkel prüfte. Der Top-Torjäger der Veilchen brachte Aue Mitte des ersten Durchgangs wieder ins Spiel. Nach einem Angriff über rechts konnte Prosche den Ball flach ins Zentrum schlagen. Mit Übersicht legte Willi Kamm im Strafraum ab und Maciejewski vollendete. 1:1 - aber mit dem Ausgleich drehte sich das Spiel in keinster Weise. Den Veilchen gelang es nicht permanenten Druck aufzubauen und den heimischen FCE einzuschnüren. Da Eilenburg keine Fehler machte und keine Räume anbot, blieb es bis zur Pause dabei. 

Eilenburger Doppelschlag

Nach dem Seitenwechsel hatten beide Mannschaften die richtigen Anpassungen in der Offensive gefunden. Auf beiden Seiten gab es nun gute Gelegenheiten und das Pendel schlug erst in die Richtung der Auer, dann wieder Richtung Eilenburg. Durch den eingewechselten Stylianos Kokovas und Devin Angleberger hatten die Veilchen gute Torchancen. Beide Distanzschüsse kamen aber zu zentral auf das Gehäuse. Auf der Gegenseite schüttelten die Hausherren spätestens ab der Mitte der zweiten Hälfte ihre Zurückhaltung ab und agierten wieder mutiger. In der 62. Minute kam es zur ersten strittigen Szene im Auer Strafraum. Nach einer Flanke setzte sich Corvin Kosak energisch durch und bugsierte den Ball ins Tor. Schiedsrichter Lämpel entschied auf Stürmerfoul. Glück für die Auer. Der Warnschuss verhallte aber. Die Veilchen schafften es an diesem Nachmittag einfach nicht, defensive Ordnung mit schnellem und kreativem Offensivspiel zu verbinden. Die Einwechslungen von Simon Skarlatidis und Nils Lihsek halfen zwar, aber einen echten roten Faden erkannte man nicht. Aue blieb blass und Eilenburg ging nicht die Puste aus. Die Hausherren legten eine Schippe drauf. 

Es ging mit dem 1:1 in die Schlussphase und es gab die nächste kritische Entscheidung im Auer Strafraum. Nach einem Zweikampf und einer Klärungstat von Bastian Strietzel ging Mattmüller zu Boden. Diesmal entschied sich Schiedsrichter Lämpel zugunsten der Eilenburger und wertete den ballorientierten Einsatz von Strietzel als Foulspiel. Abwehrchef Vogel konnten die anschließenden Diskussionen egal sein. Der Eilenburger knallte das Leder humorlos in die Maschen und stellte auf 2:1 für den FCE. Das hätten die Veilchen korrigieren können, aber nur drei Minuten nach dem Gegentor patzte Patrick Kapp bei der nächsten Aktion und holte Kosak im Strafraum ungewollt von den Beinen. Zwei Elfmeter direkt hintereinander. Diesmal trat Tom Weiß an und traf ebenfalls – 3:1 aus Sicht der Eilenburger. Der Oberligist düpierte die Auer, die an diesem Tag weit weg von ihrer Bestleistung waren. Erst mit dem Anbruch der Nachspielzeit konnten die Veilchen das Tempo, den Druck und die Durchschlagskraft aufbringen, die es in den vorangegangenen 90 Minuten gebraucht hätte. Der späte Anschlusstreffer von Bastian Strietzel in der zweiten Minute der Nachspielzeit reichte dann nicht, um das frühe Aus im Sachsenpokal zu verhindern. Mit 2:3 unterliegen die Lila-Weißen in Eilenburg. 

Der Spielberichtsbogen

FC Eilenburg:

N. Edelmann - A. Jarosch, F. Schädlich, A. Vogel - N. Baumann, L. Bräunig, J. Mattmüller, M. Schlicht, L. Timpelan, T. Weiß - C. Kosak

Erzgebirge Aue:

M. Uhlig - D. Fisl (70. H. Kaps), P. Kapp, B. Strietzel - L. Prosche (60. N. Lihsek),  P. Wagner (46. S. Kokovas), D. Angleberger, F. Heidrich (60. M. Burghardt) - W. Kamm, T. Maciejewski  A. Loubongo (46. S. Skarlatidis)


Tore:

1:0 T. Weiß (15.)

1:1 T. Maciejewski (27.)

2:1 A. Vogel (80.)

3:1 T. Weiß (83.)

3:2 B. Strietzel (90. +2)

 

 

Glück Auf!
 

 

Bilder: Gabor Krieg - PicturePoint, Dennis Hambeck - FCE
Text: Max Richter