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2:2 - Veilchen erkämpfen Punkt in Erfurt

Remis am Steigerwald - im Topspiel des 10. Spieltags ging es für den FC Erzgebirge Aue zum FC Rot-Weiß Erfurt. Beim Spitzenreiter lieferten die Veilchen einen großen Kampf und holten sich spät einen verdienten Punkt. Unser Spielbericht. 

Zum Abschluss der Englischen Woche gastierten die Veilchen in der Blumenstadt. Im Topspiel der Regionalliga forderte die Mannschaft der Stunde die Elf aus dem Erzgebirge. Fulminant waren die Erfurter in die neue Saison gestartet und thronten mit sieben Siegen aus neun Spielen an der Spitze. Das Team von Trainer Fabian Gerber überzeugte nicht nur mit einer sattelfesten Defensive, viel eindrucksvoller war die Offensive der Rot-Weißen. Der vielköpfige Angriff um Dustin Forkel, Stanislav Fehler und Hinata Gonda hatte einige Mannschaften der Regionalliga regelrecht überrollt und bereits 30 Tore erzielt. Die Favoritenfrage war somit vor dem Spiel schnell geklärt, auch wenn der FCE mit einem Sieg punkte-technisch gleichziehen konnte. Die Veilchen hatten gegen Luckenwalde und Magdeburg zwei Siege erkämpfen können. Im Spitzenspiel fehlte aber erneut Kapitän Marcel Bär und auch Linus Queißer fiel angeschlagen für die Partie aus. Die Hoffnungen in der Offensive ruhten demnach auf Christoph Pauling, der unter der Woche immerhin seinen Torbann brechen konnte. Eine Änderung nahm Shubitidze in der Startelf vor. Für Simon Skarlatidis startete Daniel Fisl im Mittelfeld. 

RWE schlägt vor der Pause zu

Bei bestem Fußballwetter und gut gefüllten Rängen ging es am Steigerwald ins Topspiel. Mit dem entsprechenden Respekt tasteten sich die Spitzenteams der Regionalliga ab. In den ersten zehn Minuten ergaben sich auf beiden Seiten allerhöchstens Halbchancen. Die Rot-Weißen lauerten auf Fehler, um im Mittelfeld schnell umschalten zu können, während die Schachter mit langen Pässen Pauling suchten. Nach zwölf Minuten ging der Plan fast auf. Ein Abschlag und eine direkte Ablage machten den Weg für Pauling frei, der seinem Gegenspieler enteilte. Aus spitzem Winkel zielte der Stürmer die lange Ecke an, aber Keeper Lorenz Otto fuhr sein Bein aus und parierte den platzierten Schuss. Im Nachsetzen versuchte es auch Nils Lihsek, aber der Abschluss segelte am Kasten vorbei. Die Szene hatte dennoch Folgen. RWE-Kapitän Maxime Awoudja verletzte sich bei seiner Abwehraktion gegen Pauling und musste vom Feld. 

Die beste Offensive der Liga brauchte deutlich länger, um in Fahrt zu kommen. Erst Mitte der ersten Hälfte konnte sich Raphael Assibey-Mensah auf dem Flügel gegen Burghardt durchsetzen und den Ball ins Zentrum bringen. Romarjo Hajrulla lauerte an der richtigen Stelle und zog aus Nahdistanz ab. Das Stadion hatte den Torschrei schon auf den Lippen, aber mit einer Glanztat parierte Martin Männel auf der Linie. Es blieb beim 0:0 und die Partie im Steigerwaldstadion lebte fast ausschließlich von der Spannung. Erst gegen Ende der ersten Hälfte gelang es RWE, offensiv aktiver zu werden und Aue zu stören. Es musste aber ein Standard her, damit Erfurt in Führung gehen konnte. Eine Ecke von rechts verteidigten die Lila-Weißen zu hüftsteif und der einrückende Hajrulla bugsierte das Spielgerät aus fünf Metern über die Linie. 1:0 für Rot-Weiß, der Spitzenreiter führte im Spitzenspiel. 

Strafstoß bringt Aue zurück

Die Führung war nicht ganz unverdient, aber bis zum Gegentreffer hatten die Veilchen RWE gut im Griff und einige gute Vorstöße. Das Fehlen von Marcel Bär und Linus Queißer war dennoch deutlich zu sehen. Die passende Antwort gaben die Lila-Weißen aber direkt nach der Pause. Einen abgefangenen Angriff der Erfurter konterten die Auer aus. Willi Kamm schickte Christoph Pauling auf die Reise, der zwei Gegenspieler vor sich hatte. Mit dem Antritt des Stürmers hielten die RWE-Verteidiger aber nicht mit und am Strafraumeck fällte Sofiane Ikene den Auer-Flitzer regelwidrig. Schiedsrichter Marvin Tennes zeigte auf den Punkt und die Schachter kamen zur Ausgleichschance. Es übernahm mit Tim Maciejewski der beste Torschütze und der Mittelfeldspieler behielt die Nerven. Otto sprang nach links, der Ball schlug rechts ein. 1:1 – Aue war wieder da.

Das Spiel war nun bereit, Fahrt aufzunehmen. Aber in der Erfurter Kurve feierten die RWE-Fans zu ausgelassen ihr Jubiläum und das Feuerwerk zwang Schiedsrichter Tennes, die Partie zu unterbrechen. Gut zehn Minuten ruhte daraufhin die Kugel im Steigerwaldstadion, was der Spieldynamik natürlich nicht half. Nach dem Wiederanpfiff spielte sich die Partie vorwiegend im Mittelfeld ab. Torchancen gab es weiterhin nur wenige, die besten hatte RWE. Dustin Forkel jagte einen Freistoß aus zentraler Position flach unter die Mauer durch und Romarjo Hajrulla versuchte es mit einem Drehschuss. Zweimal war Martin Männel zur Stelle und parierte stark. Die Veilchen kamen hingegen kaum noch gefährlich vor den Erfurter Kasten. Einen scharf getretenen Freistoß von Kamm konnte Otto im Nachfassen sichern.

Kamm setzt den späten Nadelstich

Es ging in die Schlussphase und das Spiel kippte mehr und mehr in Richtung Erfurt. Die Mannschaft von Fabian Gerber drückte, Aue verteidigte, aber in der 89. Minute setzte Forkel den Lucky Punch. Nach mehreren Angriffswellen war die Auer Hintermannschaft nicht mehr sortiert, die dritte Flanke von links fand den ungedeckten Offensivspieler. Mühelos köpfte Forkel ein und stellt für Rot-Weiß wieder auf 2:1. Die Entscheidung, wie es schien, viele Pfeile hatte Aue nicht mehr im Köcher und nach einer langen Englischen Woche waren die Körner verbraucht. Aber die Schachter gaben nicht auf und es musste reichlich nachgespielt werden. Viel bekamen die Lila-Weißen nicht zusammen, aber der einzige Nadelstich – der saß. In der 11. Minute der Nachspielzeit jagte Bastian Strietzel einen Ball weit in die gegnerische Hälfte auf den eingewechselten Aurel Loubongo. Der Offensivspieler erreichte die Kugel noch vor der Grundlinie und flankte akrobatisch in die Mitte. Willi Kamm rauschte heran und bugsierte die Kugel mit dem Hinterkopf genau ins lange Eck – 2:2! Zweimal legte der Spitzenreiter im Topspiel vor, zweimal glichen die Veilchen aus. Trotz großer Verletzungssorgen holen die Lila-Weißen mit viel Moral einen Punkt am Steigerwald. 

Die Stimme zum Spiel

“Es war heute schon ein Erlebnis vor dieser Kulisse. Unfassbar auch, wie viele Leute für uns heute mit nach Erfurt gekommen sind, um uns zu unterstützen. Ich denke, wir haben eine echt gute Leistung auf den Platz gebracht und konnten uns zum Glück mit dem zweiten Tor einen verdienten Punkt erspielen. Ich glaube, es wäre sogar ein bisschen mehr drin gewesen, wir hatten ein paar gute Möglichkeiten zu Beginn der Partie. Letzten Endes waren es heute Widerstände gegen ein Top-Team der Liga, gegen die man ankämpfen musste. Das hat jeder im Team angenommen und bis zum Schluss dran geglaubt, hier etwas mitnehmen zu können. Darüber bin ich sehr glücklich.”

Torhüter Martin Männel

Der Spielberichtsbogen

FC Rot-Weiß Erfurt:

L. Otto - M. Awoudja (17. A. Adesida), S. Ikene, N. Walther - B. Boboy, T. Schwarz (83. S. Fehler), M. Wolf (90. +10 M. Quiala-Tito) - R. Assibey-Mensah (90. +10 D. Becker), L. Dehl (83. B. Caciel), D. Forkel, R. Hajrulla
 

FC Erzgebirge Aue:

M. Männel - M. Burghardt (90. +6 A. Loubongo-M'Boungou), D. Fišl (87. F. Heidrich), P. Kapp, N. Lihsek, B. Strietzel, P. Wagner (90. +6 S. Skarlatidis) - D. Angleberger, W. Kamm, T. Maciejewski (90. +6 S. Kokovas) - C. Pauling (87. L. Prosche)

 

Tore:

1:0 R. Hajrulla (39.)
1:1 T. Maciejewski (49.)
2:1 D. Forkel (89.)
2:2 W. Kamm (90. +11)

 

Zuschauer:

13.215

 

Nach der Englischen Woche geht es für den FC Erzgebirge Aue in der kommenden Woche zu Hause weiter. Im Lößnitztal empfangen die Veilchen das Team aus dem Leutzscher Holz. Tickets gegen die BSG Chemie Leipzig sind wieder im FanShop am eins-Erzgebirgsstadion und im OnlineShop erhältlich. 

 

TICKETS

 

 

Glück Auf!

 

 

Bilder: Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint

Text: Max Richter