2:1 - Veilchen feiern dritten Sieg in Folge
Perfekte Englische Woche – die Veilchen beendeten ihre Berliner Serie mit dem Spiel gegen den BFC Preussen. Gegen den Traditionsverein aus Lankwitz gingen die Erzgebirger durch einen echten Volltreffer in Führung, mussten am Ende aber um die drei Zähler zittern. Unser Spielbericht.
Nach Altglienicke, Neukölln und Hohenschönhausen empfingen die Veilchen am Sonntag die vierte Berliner Mannschaft im vierten Pflichtspiel der Saison. Gegen den BFC Preussen hatten die Auer in ihrer langen Geschichte noch nie gespielt. Dabei sind die Schwarz-Weißen einer der ältesten Vereine der Bundesrepublik und Mitbegründer des DFB. In den vergangenen Jahren spielten die Berliner in der sechstklassigen Stadtliga der Hauptstadt, schafften aber 2025 den Durchmarsch in die Regionalliga und hielten dort stark die Klasse. Nach einem Saisonstart ohne Sieg war die Mannschaft von Daniel Volbert in der Tabelle aber schon unter Druck und musste im Schacht etwas Zählbares holen. Den Veilchen winkte hingegen nach zwei Siegen mit einem weiteren Erfolg die Tabellenführung, sofern die Konkurrenz nicht mitzog. Nach dem Kraftakt am vergangenen Donnerstag rotierte Trainer Khvicha Shubitidze gleich viermal. Siegtorschütze Tim Maciejewski kehrte genauso wie Simon Skarlatidis in die erste Elf zurück, während Finn Heidrich und Levi Wagner ihr Startelf-Debüt feierten. Bei hochsommerlichen Temperaturen und strahlend blauem Himmel ging es im Schacht ins Spiel.
Skarlatidis trifft wieder für die Veilchen
Mit viel Selbstvertrauen gingen es die Veilchen an. Die erste gute Gelegenheit ließ keine drei Minuten auf sich warten und wurde nur durch die Abseitsentscheidung des Schiedsrichters zurückgepfiffen. Der BFC fing sich aber schnell und die Gäste stellten sich nicht nur hinten rein. Robust und mit hoher Abwehrlinie hielten die Schwarz-Weißen Aue vom eigenen Strafraum fern und probierten es mit spielerischen Elementen nach vorne. Die Erzgebirger brauchten gut eine Viertelstunde, um die Reihen der Berliner zu durchbrechen und sich die nächste Chance zu erspielen. Eine langgezogene Flanke auf den zweiten Pfosten brachte Heidrich per Kopf auf den Kasten und zwang Keeper Florian Palmowski zur ersten Parade. Postwendend erspielten sich die Lankwitzer die erste Möglichkeit und die hatte es in sich. Mit viel Wucht lief Preussen über die linke Seite an und schlug die Kugel flach in den Strafraum. Im Zentrum bekamen die Veilchen die Situation nicht entschärft und Max Uhlig verhinderte mit zwei Glanzparaden die Führung der Gäste.
Spätestens jetzt war den Veilchen klar, dass es an diesem heißen Sonntagnachmittag kein Spaziergang werden würde. Nach der Trinkpause stand die Ordnung wieder und mit der nächsten Torchance fiel endlich das dringend benötigte Tor. In der 26. Spielminute schaltete sich der laufstarke Rechtsverteidiger Maxim Burghardt offensiv mit ein und auf Höhe der Strafraumkante lauerte Simon Skarlatidis. Mit viel Gefühl hob Burghardt den Ball ins Zentrum und Skarlatidis hielt humorlos drauf. Chancenlos streckte sich Palmowski als das Spielgerät an ihm vorbei in die Maschen rauschte. 1:0 für Erzgebirge Aue und das erste Pflichtspieltor von Simon Skarlatidis nach seiner Rückkehr in den Schacht.
Der Brustlöser setzte gleich weitere Prozente frei und die restliche Spielzeit bis zur Pause gehörte nur Aue. Die Veilchen stürmten an, suchten die Halbräume und brachten die Gäste mächtig unter Druck. Nur der zweite Treffer wollte nicht fallen. Gleich mehrere Ecken schlugen Kokovas und Wagner gefährlich in den Strafraum, doch die Lankwitzer mauerten, so gut sie konnten und verhinderten mit viel Einsatz den zweiten Einschlag. Beim 1:0 blieb es im ersten Durchgang. Nach der Pause übernahmen wieder die Gäste die Initiative. Nach gut acht Minuten fasste sich Abwehrspieler Nino Lessel ein Herz und versuchte es per Freistoß aus 25 Metern. Die Kugel rauschte über die Querlatte. Der Warnschuss weckte Aue auf und im Gegenzug hatte Marcel Bär die Chance zum 2:0. Der Torjäger wurde stark von Simon Skarlatidis und Maxim Burghardt in Szene gesetzt. Der anschließende Schuss des Kapitäns hätte wohl im Netz gezappelt, wäre Vierling nicht mit dazwischengesprungen.
Aue gibt die richtige Antwort auf den Ausgleich
Die Führung blieb denkbar knapp und wie schon am Donnerstagabend verloren die Veilchen etwas den Faden und die Struktur. Die Schwarz-Weißen ließen wenig zu, schoben immer weiter raus und gingen sofort drauf. 67 Minuten ging es gut, dann glichen die Gäste aus. Oluwaseunnla Eni-Owo Adekunle zog über den Flügel auf das Tor, konnte nicht gestoppt werden und als Stylianos Kokovas in den Schuss warf, flipperte die Kugel durch den Fünfmeterraum und über Max Uhlig ins lange Eck. 1:1 – die Auer Passivität wurde bitter bestraft und Preussen kam zum nicht unverdienten Ausgleich. Erst der Gegentreffer rüttelte Aue aber wieder wach und im Anschluss schaltete die Elf von Shubitidze wieder ein paar Gänge hoch. Vor allem der eingewechselte Chadi Ramadan kurbelte über die rechte Seite mächtig an und endlich gelang es den Veilchen wieder, die Lankwitzer in die eigene Hälfte zu pressen.
Die Strafraumpresenz hatten die Auer, nur fehlte die Durchschlagskraft. Über ein Dutzend Ecken schlugen die Lila-Weißen in den Strafraum und irgendwie wollte die Kugel nicht in die Maschen fallen. Aber der BFC konnte dem Dauerdruck nicht standhalten. In der 80. Minute verteidigten die Gäste den Strafraum schon mit Mann und Maus und klärten den Ball direkt vor die Füße von Nils Lihsek. Wie schon bei Tasmania Berlin bewies der Mittelfeldmotor Übersicht und Ballgefühl. Seine Flanke fand am langen Pfosten den heranrauschenden Willi Kamm und der eben zuvor eingewechselte Mittelfeldspieler drückte den Ball per Kopf über die Linie. 2:1 – wieder ein später Führungstreffer für die Veilchen. Die Entscheidung war das aber nicht, das hitzige Spiel bekam noch eine richtig brenzlige Schlussphase. Der BFC bewies echte Moral und warf alles in die Waagschale. In den letzten Minuten kamen die Lankwitzer tatsächlich nochmal vor den Auer Kasten. Einen Patzer von Levi Wagner hätten die Schwarz-Weißen fast bestraft. Haarscharf ging der Schuss am rechten Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite hatten die Veilchen dafür zwei gute Konterchancen und die Gelegenheit zur Entscheidung. Chadi Ramadan und Marcel Bär spielten ihre Konter nicht konsequent zu Ende. Ein Tor fiel somit nicht mehr. Die Veilchen erarbeiten sich einen 2:1-Sieg und spielen die perfekte englische Woche mit der maximalen Punkteausbeute. In der Tabelle rutschen die Lila-Weißen damit zum CFC und RWE an die Tabellenspitze.
Der Spielberichtsbogen
FC Erzgebirge Aue:
M. Uhlig - M. Burghardt, P. Kapp, S. Kokovas, P. Wagner - D. Angleberger, F. Heidrich (65. N. Lihsek), T. Maciejewski (75. W. Kamm), S. Skarlatidis (65. C. Ramadan) - M. Bär, L. Queißer (75. C. Pauling)
BFC Preussen:
F. Palmowski - A. Dikarev, C. Häusl, N. Lessel (71. P. Kühn), O. Maric (60. O. Adekunle), B. Meyer - P. Fontein, L. Vierling, J. Wosz (60. L. Butkovic), M. Čović - N. Frank (71. L. Inderwisch)
Tore:
1:0 S. Skarlatidis (26.)
1:1 O. Adekunle (67.)
2:1 W. Kamm (80.)
Zuschauer:
7.581
Glück Auf!
Bilder: Alexander Gerber, Sven Fritzsche, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint
Text: Max Richter








