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2:1 - Veilchen beschenken Männel zum Jubiläum

Nachgezogen - die Veilchen halten in der Liga Schritt. Nach dem Ergebnissen des Freitags konnte der FC Erzgebirge Aue im Heimspiel gegen den FSV Luckenwalde drei weitere Punkte holen. Leicht war die Aufgabe gegen die Brandenburger aber nicht. Unser Spielbericht.

Die Saison nimmt Fahrt auf in der Regionalliga. Nach den intensiven Wochen im August trennt sich im Herbst die Spreu vom Weizen. Die Spitzenreiter müssen vorlegen und die Konkurrenten nachziehen. Nach sieben Spieltagen mit vier Siegen waren die Veilchen oben dran, mussten gegen den FSV Luckenwalde aber punkten, um an Erfurt und Chemnitz dran zu bleiben. Cheftrainer Khvicha Shubitidze vertraute der Startelf, die in der Liga zuletzt spät einen Auswärtssieg holen konnte. Damit stand auch wieder Martin Männel zwischen den Pfosten. Das Urgestein des Erzgebirges feierte gegen Luckenwalde sein 600. Pflichtspiel für die Veilchen und baut damit seinen eigenen Rekord weiter aus. Im Sturm begann wieder Marcel Bär, auf den Flügeln Linus Queißer und Tim Maciejweski. Neuzugang Daniel Fisl, der im Landespokal sein Debüt für Aue gab, saß zum ersten Mal im eins-Erzgebirgsstadion auf der Bank. 

Frühe Führung reicht nicht aus

Bei bestem Fußballwetter ging es in Aue in die Partie und mit viel Selbstvertrauen und Engagement zogen die Schachter das Spiel sofort an sich. Deutlich verunsicherter begannen die Gäste, die nach schwachen Leistungen und Ergebnissen der Vorwochen mächtig unter Druck standen. Keine sechs Minuten waren im Lößnitztal gespielt, da hebelte eine gefühlvolle Flanke von Linus Queißer die Manndeckung der Brandenburger aus. Tim Maciejewski lief in den Strafraum ein und knallte die Kugel aus gut sieben Metern humorlos unter die Latte. Das frühe 1:0 für die Veilchen und das dritte Saisontor für den Offensivspieler, der in der vergangenen Spielzeit noch für den FSV aufgelaufen war. Mit der Führung im Rücken suchte Aue sofort die nächsten Torabschlüsse. Tim Maciejewski hatte in den folgenden Minuten mehrere Chancen und Patrick Kapp verpasste nach einer Ecke das 2:0 nur knapp. Das Zielwasser hatten die Veilchen in der Anfangsphase verbraucht und verpassten es, gegen Luckenwalde nachzulegen. 

Die Gäste schafften es, die Grundordnung zu halten, und begannen ab der 20. Minute selbst offensiv aktiv zu werden. Dabei standen die Brandenburger den Erzgebirgern in nichts nach. Wie bei Aue zappelte die erste gefährliche Chance von Luckenwalde im Netz. Nach gutem Umschaltspiel konnte Simo Collins über links den Ball in die Mitte bringen. Den ersten Abschluss konnte Martin Männel noch entschärfen. Der Nachschuss von Julian Mätzke fand den Weg ins rechte Eck und brachte den FSV zurück ins Spiel. Der Ausgleich rüttelte Aue zwar wieder auf. Sofort versuchte die Shubitidze-Elf, wieder in Führung zu gehen, und hatte durch einen scharf getretenen Freistoß von Nils Lihsek auch gleich die Chance auf die erneute Führung. Kevin Tittel packte aber zu und vereitelte den Treffer und der Schlussmann hielt seinen Kasten in den folgenden Minuten zusammen mit seiner Abwehrreihe sauber. Aue rannte an, fand aber bis zur Pause kein Mittel, um den Riegel der Brandenburger zu knacken. 

Maciejewski trifft erneut

In der Pause füllten die Veilchen das Zielwasser wieder auf und gleich mit der ersten Chance ging der Schacht wieder in Front. Nach einer Ablage von Marcel Bär im Strafraum hatte Tim Maciejewski wieder Platz und nahm Maß. Der Linksschuss zirkelte in die Maschen und das Erzgebirge bejubelte das 2:1. Doppelpack für den Ex-Luckenwalder Tim Maciejewski. Diese Führung durften die Veilchen nicht schon wieder aus der Hand geben und in den anschließenden Minuten setzte Aue alles daran, die Entscheidung zu erzwingen. Gleich dreimal hatte Marcel Bär den nächsten Treffer auf dem Fuß, beziehungsweise auf dem Kopf. Erst segelte der Kopfball des Kapitäns nach einer Ecke über die Querlatte, dann schoss der Ball nach einer guten Vorarbeit von Skarlatidis und einem Abschluss aus spitzem Winkel links am Kasten vorbei. Bei der dritten Torchance ließ Bär wieder seine Bewacher aussteigen, patzte dann aber beim Torschuss im Strafraum. Das dritte Tor hatten sich die Auer mittlerweile verdient. 

Die Veilchen bekamen den Deckel nicht drauf. Im Gegenteil – offensiv gelang es Aue nicht, mit einem Konter oder einem guten Angriff die Führung auszubauen und defensiv stand die Abwehr nicht so sattelfest, dass man sich im Schacht zurücklehnen konnte. Luckenwalde mauerte lange, biss sich durch und versuchte immer wieder, einen Nadelstich zu setzen. Die Lila-Weißen spannten den Spannungsbogen für ihre Fans etwas zu sehr und so kam es, wie es kommen musste. In den letzten Zügen stürmte der FSV noch einmal an, setzte Aue unter Druck und die Veilchen bekamen den Ball nicht raus. Nachdem der Ball durch den Strafraum flipperte, köpfte Felix Pilger die Kugel auf den Kasten. Mit einem wahnsinnigen Reflex warf sich Martin Männel in den Ball und rettete für Aue die Punkte. Mit 2:1 setzen sich die Erzgebirger gegen Luckenwalde durch und beschenken ihren Rekordspieler zum 600. Pflichtspiel mit einem verdienten, aber auch erkämpften Dreier. 

Der Spielberichtsbogen

Erzgebirge Aue:
M. Männel - M. Burghardt, P. Kapp, S. Kokovas, N. Lihsek (86. F. Heidrich), B. Strietzel - D. Angleberger (82. D. Fisl), T. Maciejewski (82. W. Kamm), S. Skarlatidis (82. A. Loubongo) - M. Bär, L. Queißer (69. C. Pauling)


FSV 63 Luckenwalde:
K. Tittel - S. Collins (78. N. Kaus), C. Koplin (57. C. Zamzow), J. Kühn, Q. Seidel - T. Blaszczak (57. M. Hathaway), T. Jacobi, J. Mätzke (78. L. Neumann), A. Pollasch (36. S. Jannene), F. Schneider - F. Pilger
 

 

Tore:

1:0 T. Maciejewski (6.)
1:1 J. Mätzke (28.)
2:1 T. Maciejewski (48.)

 

Zuschauer:

7.077

 

Glück Auf!

 

 

Bilder: Steffen Colditz, Alexander Gerber, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint

Text: Max Richter