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2:1 - Dreckiger Auswärtssieg in Berlin

Schwer erkämpfter Dreier in Berlin - zum 16. Spieltag gastierte der FC Erzgebirge Aue beim RSV Eintracht Stahnsdorf. In einer qualitativ überschaubaren Partie gerieten die Lila-Weißen erst in Rückstand, drehten die Partie aber spät zu einem Sieg. Unser Spielbericht. 

Wieder in Berlin – für die Veilchen ging es am vorletzten Spieltag der Hinrunde wieder in die Spreemetropole. Diesmal empfing Aufsteiger Stahnsdorf den FCE. Die Vorstädter brauchten nach neun Pleiten aus den letzten zehn Spielen eine kleine Sensation, während Aue mit einem Sieg eine kleine Serie starten konnte. Trainer Khvicha Shubitidze brachte mit Jonas Kehl, Finn Heidrich, Tim Maciejewski und Willi Kamm vier Neue in die Startelf. Wieder bildeten Patrick Kapp und Daniel Fisl die Verteidigung und Marcel Bär spielte flankiert von Linus Queißer und Tim Maciejewski im Sturm. Im kalten und grauen Berlin ging es ins Spiel.  

Bär antwortet auf Jupolli

Die Veilchen begannen druckvoll und zielstrebig. Bereits nach zehn Minuten erspielten sich die Lila-Weißen die ersten Chancen. Aus spitzem Winkel wurde RSV-Keeper Güldner das erste Mal gefordert. Beim Kopfball von Stylianos Kokovas lenkte er die Kugel noch über die Querlatte. Kurz darauf flog der nächste hohe Ball durch den Strafraum, im Getümmel lauerte Daniel Fisl an der richtigen Stelle und köpfte ein. Während die Auer kurz jubelten, entschieden die Referees aber auf ein Stürmerfoul und nahmen den Treffer zurück. Eine mehr als strittige Entscheidung. Die Gastgeber unterstanden diese Druckphase und ab der zehnten Minute wurde die Franke-Elf offensiv aktiver. Wirklich gefährlich wurde es bei Standards. Martin Männel musste zweimal eingreifen, ehe Aue die Kontrolle wiedererlangen konnte. Die nächste Großchance ließ nicht auf sich warten. Ein langer Schlag in die Spitze reichte aus und Marcel Bär war auf und davon. Frei vor dem Gehäuse versuchte der Kapitän der Auer, mit einem Lupfer Güldner zu überspielen. Das gelang auch, aber der Heber senkte sich neben dem Tor und ging vorbei.

Wer die eigenen Chancen nicht macht, wird beim Fußball bestraft und in der 29. Minute verteidigte Aue einen der wenigen Angriffe der RSV-Offensive viel zu unentschlossen. Endi Jupolli konnte sich im Strafraum die Kugel zurechtlegen, schüttelte seine Gegenspieler ab und versenkte die Kugel im rechten unteren Eck. 1:0 Eintracht Stahnsdorf. Die Veilchen lagen zurück, aber auf den Nackenschlag gab die Elf aus dem Erzgebirge die richtige Antwort. Wieder war ein langer, hoher Ball die Ausgangssituation. Marcel Bär machte sich auf den Weg und noch bevor der Stürmer im Strafraum abschließen konnte, legte ein Stahnsdorfer den Kapitän - Elfmeter. Der Gefoulte übernahm die Verantwortung und knallte die Kugel flach nach links in die Maschen. Der verdiente Ausgleich, aber vor der Pause konnten die Lila-Weißen das Spiel nicht noch drehen. 

Wieder trifft Bär vom Punkt

Der Kick in Lankwitz war phasenweise schon im ersten Durchgang schwach gewesen. Nach dem Pausentee kam die Partie aber gar nicht mehr in Fahrt. Fast 30 Minuten passierte auf dem Platz fast nichts, was notierenswert gewesen wäre. Beide Mannschaften zogen sich herunter und die Keeper blieben über weite Strecken ungefordert. Es war schwere Kost für alle Zuschauer. Eine der wenigen Strafraumszenen hatte es aber in sich. In der 65. Minute bekam der RSV eine Standardsituation nicht geklärt. Marcel Bär bediente Daniel Fisl und wie im ersten Durchgang traf der Tscheche per Kopf. Aber wieder zählte der Treffer nicht, diesmal hatte der Linienrichter eine Abseitssituation gesehen. Eine Fehlentscheidung, wie die Wiederholung zeigte. 

Die Veilchen im Pech mit Schiedsrichter und die Zeit arbeitete gegen die Auer. Stahnsdorf verteidigte tief und in vielen Szenen resolut. Den Lila-Weißen fiel kein taktisches oder spielerisches Mittel ein. Dafür bewies Khvicha Shubitidze ein goldenes Händchen. Der lange verletzte Chadi Ramadan kam in seiner Heimatstadt in der zweiten Hälfte zum Comeback. Der wuselige Flügelspieler sorgte sofort für Impulse und war in der 86. Minute bei der nächsten strittigen Szene im Mittelpunkt. An der Grundlinie gab der Offensivspieler einen Ball nicht auf, düpierte zwei Gegenspieler und zog zum Tor. Beim nächsten Zweikampf stieß sein Gegenspieler Ramadan um. Wieder gab es Elfmeter und wieder übernahm Marcel Bär die Verantwortung. Diesmal war Güldner dran, aber der stramme Schuss war nicht zu halten. Zum Jubel der mitgereisten Auer Fans zappelte die Kugel in den Maschen. Der späte Lucky Punch sollten den Lila-Weißen reichen. Daniel Fisl sah in den Endzügen der Partie zwar noch die Ampelkarte, aber auch zehn Auer konnten die letzten Angriffsbemühungen Stahnsdorf abwehren. Zum ersten Mal in dieser Saison drehen die Veilchen einen Rückstand zu einem dreckigen, aber nicht unverdienten Sieg. 

Der Spielberichtsbogen

RSV Eintracht 1949
F. Güldner - K. Herrmann, E. Smailović, J. Uwakhonye, J. Williams (82. Y. Boulehris) - J. Hasenberg, D. Kim, L. Pohlenz (88. Cauã Belizário) - E. Jupolli (75. I. Baraze), E. Kukanda (75. D. Chornenkyi), N. Kukanda
 

Erzgebirge Aue
M. Männel - D. Fisl, P. Kapp, J. Kehl (71. A. Loubongo), S. Kokovas - F. Heidrich, W. Kamm (46. C. Pauling), A. Loune, T. Maciejewski (71. L. Prosche) - M. Bär, L. Queißer (71. C. Ramadan)
 

Tore: 

1:0 E. Jupolli (28.)
1:1 M. Bär (35.)
1:2 M. Bär (86.)
 

Zuschauer:

1021

 

 

Glück Auf!

 

 

Bilder: Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint

Text: Max Richter