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2:0 - Veilchen schlagen Tasmania Berlin

Erstes Auswärtsspiel, erster Auswärtssieg – am Freitagabend eröffneten die Veilchen den Spieltag in Berlin. Beim SV Tasmania mussten die Veilchen alle Register ziehen und verzweifelten fast vor dem Keeper der Hausherren. Unser Spielbericht. 

Aue on tour – auf die Veilchen wartete am letzten Julitag das erste Auswärtsspiel der neuen Saison. Zum ersten, aber nicht zum letzten Mal ging es dabei nach Berlin. Im Werner-Seelenbinder-Sportpark empfing der SV Tasmania die Lila-Weißen. Neuland für die Schachter, die nach einem Remis am ersten Spieltag den ersten Dreier einfahren wollten. Gegen den Aufsteiger aus der Oberliga bot Trainer Khvicha Shubitidze fast die gleiche Elf auf, die in der Vorwoche gegen Altglienicke begann. Nur Willi Kamm rotierte für den angeschlagenen Linus Queißer in die Startelf. In der Abenddämmerung ging es in Neukölln ins Spiel. 

Auer Dauerdruck

Der Favoritenrolle wurden die Auer sofort gerecht. Bereits nach einer Spielminute hatte Abwehrspieler Patrick Kapp die Führung auf dem Kopf. Der Neuzugang aus Altglienicke hatte sich bei einer Freistoßflanke aus dem Halbfeld gelöst und den Ball auf den Kasten gebracht. Keeper Mateusz Mika, der einst sogar in der zweiten polnischen Liga gespielt hatte, fischte das Leder aus dem Eck. Damit war die Marschrichtung aber gesetzt und Aue legte alles daran, früh in Führung zu gehen. Nach sechs Minuten spielte sich Willi Kamm über links in den Strafraum und versuchte es aus spitzem Winkel. Wieder rettete Mika, aber die Tasmania hatte ihr Glück überstrapaziert. In der 9. Minute flog eine Ecke scharf in den Strafraum und wieder setzte sich Kapp im Luftduell durch. Unhaltbar für Mika zappelte der Ball im Netz. 1:0 für Erzgebirge Aue. 

Mit der verdienten Führung im Rücken blieb Aue am Drücker. Tasmania hatte enorme Probleme, das eigene Spiel aufzubauen und eigene Angriffe zu initiieren. Die Veilchen flogen beinahe durch die gegnerische Hälfte und kombinierten mühelos um den Strafraum. Mit aller Macht verbarrikadierten sich die Neuköllner das eigene Tor und den Lila-Weißen fehlte vor dem Kasten lediglich das Glück. Allein Marcel Bär hätte im ersten Durchgang einen Doppelpack schnüren können. Der Zielspieler hatte drei Großchancen. Bei seinem Distanzschuss in der 18. Minute war Mika zur Stelle und bei zwei Kontern fehlte dem Auer Kapitän im Abschluss lediglich das Glück. Das fehlte auch Patrick Kapp, der bei jeder Ecke im Zentrum stand. So blieb es nach 45 Minuten beim 1:0.

Mateusz Mika lässt Auer verzweifeln

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Hausherren ihr Glück und wurden aktiver. Dem Aufsteiger gelang es, die Auer Dominanz aus der ersten Hälfte zu brechen und das Spiel weiter ins Mittelfeld zu schieben. Zwar konnten die Veilchen die Nadelstiche der Berliner problemlos klären, eigene Angriffe gelangen der Mannschaft von Khvicha Shubitidze aber nicht. Es dauerte fast 20 Minuten, bis die Lila-Weißen wieder vor dem Tor von Mateusz Mika auftauchten. Der polnische Schlussmann blieb weiterhin die Lebensversicherung der Tasmanen. In der 67. Minute rettete Mika vor dem einschussbereiten Nils Lihsek und wenig später gegen Joker Finn Heidrich. Die Veilchen bissen sich regelrecht die Zähne aus und hätten nach Chancen längst mit zwei oder drei Toren führen müssen. 

Einwechselspieler Christoph Pauling hatte nicht mehr Glück. Der Flügelspieler scheiterte zweimal in der Schlussphase und mit der knappen Führung hätte jeder Nadelstich von Berlin teuer werden können. So blieb es bis zum Ende spannend in Neukölln. Lediglich der Auer Anhang feuerte über 90 Minuten alles heraus, was er konnte. Die Unterstützer aus dem Gebirge wurden dafür erst kurz vor dem regulären Ende der Spielzeit belohnt. Wieder musste ein Standard her und zum Mann des Tages wurde Patrick Kapp. Nach seinem Kopfballtreffer im ersten Durchgang warf sich der Abwehrspieler auch diesmal in die scharfe Hereingabe und netzte per Grätsche ein. Das überfällige 2:0 war gleichzeitig auch der Endstand. Mit viel Aufwand und wenig Effektivität gewinnen die Veilchen ihr erstes Auswärtsspiel und empfangen am kommenden Donnerstag den BFC Dynamo.  

Der Spielberichtsbogen

SV Tasmania Berlin:

M. Mika - F. Baca, D. Beyreuther, S. Eder, D. Wostrikow - R. Yajima, K. Yayla (36. E. Bekdemir), T. Çakmak (57. K. Jakob) - E. Berko (76. K. Grigoriadis), A. Beyazıt (76. Y. Sambale), S. Mensah

Erzgebirge Aue:

M. Uhlig - M. Burghardt (79. L. Prosche), P. Kapp, S. Kokovas, N. Lihsek (87. A. Loubongo-M'Boungou), B. Strietzel - D. Angleberger, W. Kamm (68. F. Heidrich), T. Maciejewski (68. C. Pauling), S. Skarlatidis (68. C. Ramadan) - M. Bär

 

Tore:

1:0 Kapp (9.)

2:0 Kapp (86.)

 

Zuschauer:

3.000

 

Glück Auf!

 

 

Bilder: Steffen Colditz, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint

Text: Max Richter