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2:0 - Lila-Weiß schlägt Himmelblau

Derbysieg und Finaleinzug – der FC Erzgebirge Aue setzte sich am Mittwochabend beim Erzrivalen aus Chemnitz durch. In einer umkämpften und hektischen Partie brannten auf dem Platz nur die Veilchen ein Feuer ab und siegten dank ihres Doppelpackers Marcel Bär. Unser Spielbericht. 

Das brisante Gipfeltreffen in der alten Bezirkshauptstadt. Die Veilchen gastierten bei den Himmelblauen, ein Derby mit viel Historie und Spannungspotenzial. Nachdem es in der Liga seit zehn Jahren kein direktes Aufeinandertreffen gab, begegneten sich die Rivalen nur zweimal im Sachsenpokal. Jeweils im Viertelfinale triumphierte einmal der Chemnitzer FC und einmal der FC Erzgebirge. Diesmal ging es um den Finaleinzug. Der Derbysieger würde im Endspiel auf den FSV Zwickau treffen. Veilchen-Trainer Khvicha Shubitidze veränderte die Startelf nach dem 2:2 gegen die Stuttgarter am Wochenende nur auf einer Position. Für Jannic Ehlers rückte Jonah Fabisch in die Anfangsformation und ins Mittelfeld. Erneut begann Moritz Seiffert auf der Linksverteidigerposition in der Abwehr und Erik Majetschak gab den Abräumer vor der Kette. Im Sturm sollten es Kapitän Marcel Bär und Julian Günther-Schmidt richten. Vor knisternder Kulisse ging es an der Gellertstraße in die Partie. 

Viele Zweikämpfe, wenig Qualität

Das Spiel wurde der Atmosphäre in den ersten Minuten qualitativ aber nicht gerecht Einsatz und Elan waren beiden Mannschaften nicht abzusprechen, wirklich guten Fußball zeigten die Kicker aber nicht. Statt mit der feinen Klinge agierten die Kontrahenten eher mit der Brechstange. Viele Fouls und viele Fehlpässe prägten die erste halbe Stunde. Die Veilchen taten etwas mehr für das Spiel. In Strafraumnähe fehlte aber jegliche Präzision. Zwei lange Einwürfe von Ryan Malone flogen an Freund und Feind vorbei und Marcel Bär entschied sich in der gefährlichen Zone zweimal für einen Rückpass statt selbst den Abschluss zu wagen. Die beste Chance nach gut einer halben Stunde vergab Erik Weinhauer. Der Flügelstürmer setzte sich bei einem Konter gut ab und brachte sich zentral vor dem Strafraum in Schussposition. Der Versuch segelte aber weit über den Kasten von Daniel Adamczyk. 

Erst danach bekam der Chemnitzer Keeper wirklich etwas auf sein Gehäuse. Die Lila-Weißen bekamen die Partie etwas besser in den Griff, spielten organisierter und strukturierter. Nach einem guten Pass von Marcel Bär zog Julian Guttau im Strafraum aus spitzem Winkel ab. Der Schuss kam aber zu zentral. Ein paar Minuten später versuchte es der Spielmacher der Auer erneut. Wieder landete das Leder weit vom Tor im Fangnetz. Die Ansätze waren vielversprechend, wirklich ins Wanken kam der CFC aber nicht. Eigene Chancen hatten die Hausherren keine, die Viererkette aus dem Erzgebirge konnte Dejan Bozic und Maurizio Grimaldi im ersten Durchgang gut in Schach halten. Ein Torfestival sollte es an diesem Abend nicht werden, mit 0:0 ging es in die Pause. 

Bär schießt Aue ins Finale

Wahrscheinlich würde der erste Treffer das Derby entscheiden. Die erste gute Chance dazu hatten die Hausherren nach dem Seitenwechsel. Nach einer Ablage von Dario Gebuhr verzog Dejan Bozic aus zentraler Position und schickte die Kugel einen Meter links am Tor vorbei. Auf der anderen Seite tat Aue wieder mehr, wirklich brenzlig wurde es aber nicht. Daniel Adamczyk fischte aus der Luft, was auf sein Tor flog. Schiedsrichter Gaunitz leitete die rassige Partie mit viel Ruhe, eine strittige Szene bekam er doch. In der 65. Minute klärte Chemnitz' Pistol einen Abpraller vor dem Kasten artistisch und verfehlte mit dem Fuß Weinhauers Kopf nur um Zentimeter. Nicht ganz unberechtigt forderten die Auer einen Strafstoß, das Schiedsrichtergespann entschied anders. Einen Elfmeter brauchten die Veilchen aber gar nicht. Nur wenige Augenblicke später brachten die Schachter den Gästeblock zum Beben. Moritz Seiffert drosch einen abgefangenen Ball aus der eigenen Hälfte und geschickt verhinderte Günther-Schmidt die Abwehraktion seines Verteidigers. Plötzlich war Einwechselspieler Jannic Ehlers frei durch und jagte mit seinem Tempo in den Strafraum. Die Ablage versuchte Adamczyk noch zu unterbinden, aber selbst den abgefälschten Ball in Rücklage konnte Marcel Bär mit all seiner Qualität verwandeln. Aus drei Metern netzte der Top-Stürmer ein und brachte Aue in Führung. 

Der Brustlöser für den Schacht und die Eröffnung einer wilden Schlussphase. Der CFC hatte bislang nur geackert und verteidigt und musste jetzt alles für den Ausgleich in die andere Richtung werfen. Die Mannschaft von Benjamin Duda gab sich zweifelsohne nicht auf, das einzige Feuerwerk brannten die Himmelblauen allerdings nur auf den Rängen ab. Martin Männel konnte selbst im künstlich erzeugten Nebel mühelos alles aus der Luft fangen, was durch seinen Strafraum flog. Die meisten Angriffsversuche der Hausherren fanden aber spätestens in den Beinen von Zobel und Malone ihr Ende. Hinten stand die Null und die offene Deckung bot den Erzgebirgern die Chance, zu kontern. Die erste gute Gelegenheit hatte Einwechselspieler Jamilu Collins, der sich durcharbeitete und nur von Müller aufgehalten werden konnte. In der Nachspielzeit machte es Bär dann besser. Nach einem Ballgewinn und dem Vorstoß legte Ricky Bornschein die Kugel dem Torschützen in den Weg. Der Kapitän zündete erneut den Turbo und jagte das Leder kompromisslos in die Maschen. 2:0 – Aue veredelte die Führung und machte den Deckel drauf. Zwei Wermutstropfen blieben. Jonah Fabisch kassierte nach dem Treffer die Ampelkarte von Schiedsrichter Gaunitz und Luan Simnica verpasste vor dem Schluss das 3:0 aus ähnlich guter Position wie zuvor Bär. Das änderte nichts am Derbysieg. Standardgemäß und verdient setzten sich die Veilchen bei den himmelblauen Erzrivalen durch und ziehen ins Landespokalfinale ein. 

Der Spielberichtsbogen

Chemnitzer FC:

Adamczyk - Pistol, F. Müller, Gebuhr, Walther (83. Damer) - Baumgart, Eppendorfer, Alberico (79. Hempel) - Stockinger, Bozic, Grimaldi (61. Ekui)


FC Erzgebirge Aue:

Männel - Barylla, Malone, Zobel, Seiffert (82. Collins) - Fabisch, Majetschak (82. Simnica) - Weinhauer (69. Ehlers), Günther- Schmidt (75. Bornschein), Guttau (69. Clausen) - Bär

 

Tore:

0:1 Bär (71.)
0:2 Bär (90.+2)

 

Zuschauer: 

14.000

 

Glück Auf!

 

Bilder: Alexander Gerber, Steffen Colditz, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint

Text: Max Richter