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1:3 - Veilchen unterliegen in Chemnitz

Derby in der alten Bezirkshauptstadt - die Veilchen gastierten zum 5. Spieltag beim Chemnitzer FC zum Topspiel der Regionalliga Nordost. An der Gellertstraße erlebten die Fans beider Lager ein hart umkämpftes und energiegeladenes Derby, welches die Hausherren für sich entscheiden konnten. Unser Spielbericht. 

Das Duell der Ungeschlagenen stieg im eins-Stadion an der Gellertstraße. Die Himmelblauen und die Veilchen waren jeweils mit drei Siegen und einem Remis in die Saison 2026/27 gestartet und trafen zum Verfolgerduell aufeinander. Nur eine Mannschaft konnte die Erfolgsserie fortsetzen und in der Tabelle mit Rot-Weiß Erfurt Schritt halten. Fast mehr noch als die Punkte zählte das Prestige. Im Frühjahr setzten sich die Lila-Weißen im letzten Derby in Chemnitz klar durch und zogen im Sachsenpokal ins Finale. Nach drei Duellen im Landespokal trafen die beiden Traditionsvereine nach über zehn Jahren wieder einmal in der Liga aufeinander. Aue-Cheftrainer Khvicha Shubitidze veränderte die Startelf auf zwei Positionen. Nils Lihsek und der zuletzt angeschlagene Bastian Strietzel kehrten für Finn Heidrich und Levi Wagner zurück in die Anfangsformation. Bei hochsommerlichen Temperaturen und wolkenlosem Himmel ging es ins Spiel. 

Ex-Auer Baumgart trifft doppelt

Entsprechend der Bedeutung begannen beide Teams defensiv und in der Anfangsphase passierte auf dem Platz fast nichts. Die Zurückhaltung legten zuerst die Auer ab. Marcel Bär gab den ersten Warnschuss ab. Der abgefälschte Ball wurde mit einer Ecke belohnt und die Elf aus dem Erzgebirge setzte sich für ein paar Minuten im Strafraum fest. Vier Ecken in kurzer Folge brachten keinen Erfolg, aber als Devin Angleberger nach einer Rückgabe aus gut 25 Metern flach abzog, brannte es im Chemnitzer Strafraum lichterloh. In höchster Not bekam Jan Löhmannsröben den Fuß dazwischen und der abgefälschte Ball segelte denkbar knapp über den Kasten. In der kurzen Drangphase belohnten sich die Schachter aber nicht mit einem Tor. Der CFC trat offensiv nur selten in Erscheinung. Wenn die Hausherren den Weg nach vorne suchten, dann über Linksverteidiger Ken Tchouangue. Bis zur Trinkpause gelang den Veilchen aber keine Torchance. 

Aus der kurzen Spielunterbrechung kamen die Himmelblauen wacher und der nächste Aufreger passierte dann im Auer Strafraum. Eine halbherzige Hereingabe von rechts flipperte durch den Strafraum und Jonas Marx fiel im Durcheinander zu Boden. Der Stürmer war am Standbein von Aues Stritzel hängen geblieben. Schiedsrichter Kai Kaltwaßer zeigte aber sofort auf den Punkt. Strafstoß und den schnappte sich der ehemalige Auer Tom Baumgart. Trocken verlud der Mittelfeldspieler Max Uhlig und stellte für die Himmelblauen auf 1:0. Ein Wirkungstreffer für die Lila-Weißen. Bis zur Trinkpause hatten die Erzgebirger mehr Spielanteile, aber die selbstbewussten Chemnitzer legten sofort nach. Tom Baumgart zog in der 39. Minute wieder ab und zwang Max Uhlig zur Parade. Die Veilchen hätten die Druckphase bis zur Pause überstehen können. Aber die anschließende Ecke verteidigten die Auer praktisch nicht. Max Uhlig verschätzte sich, die Mitspieler schauten zu und am langen Pfosten konnte Tom Baumgart die Bogenlampe vom Himmel pflücken und ins Tor bugsieren. 2:0 – der CFC setzte in der ersten Hälfte zwei große Ausrufezeichen. 

Früher Anschlusstreffer reicht nicht aus

Der zweifache Rückstand war eine große Hypothek für den zweiten Durchgang. Der CFC konnte nun nach Belieben kontern und die Auer mussten schnell ins Spiel zurückfinden. Khvicha Shubitidze hatte mit Levi Wagner einen frischen Abwehrspieler gebracht. Aber die Himmelblauen kamen aktiver aus der Kabine und suchten umgehend die Entscheidung. Max Uhlig packte zweimal in großer Not zu und konnte das 0:3 verhindern. Im Gegenzug führte die erste Auer Ecke endlich zum Torerfolg. Der kurz ausgeführte Standard brachte Simon Skarlatidis in eine gute Position und die scharf geschlagene Flanke vom Strafraumeck beförderte Marcel Bär per Hacke im Zentrum über die Linie. Nur noch 1:2. 

Spätestens jetzt war richtig Feuer im Bezirksderby und es ging mit offenem Visier in jeden Zweikampf und jede Offensivaktion. Der CFC kam immer wieder gefährlich in den Auer Strafraum, nutzte die offenen Flanken der aufgerückten Auer und immer wieder lag das dritte Gegentor in der Luft. Max Uhlig machte seinen Patzer aus der ersten Hälfte mehr als wieder wett und hielt mehrfach stark die Veilchen im Spiel. Auf der Gegenseite waren die Erzgebirger zweimal vor dem Ausgleich. Erst zwang Marcel Bär Chemnitz-Keeper Richter zur Glanztat, dann prüfte Tim Maciejewski den Schlussmann mit einem Flachschuss. Aus den wenigen Chancen machten die Lila-Weißen aber zu wenig. Leidenschaft, Einsatzwille und Kampf waren den Veilchen nicht abzusprechen. Aber die schwachen Minuten vor der Halbzeitpause wurden in Chemnitz bestraft. In der engen und umkämpften Partie gelang dem FC Erzgebirge Aue diesmal nicht der späte Lucky Punch. Den Schlusspunkt setzte der CFC. In der Nachspielzeit rannte Aue an, die Hausherren konterten. Maximilian Fesser ließ sich seine Chance dann nicht nehmen und überwand Max Uhlig – 1:3. Das Bezirksderby geht an die Himmelblauen.

Der Spielberichtsbogen

Chemnitzer FC:
D. Richter - R. Eppendorfer, J. Löhmannsröben, D. Slamar, K. Tchouangue - T. Baumgart, A. Geipl - D. Alberico, M. Grimaldi, J. Marx, T. Stockinger
 

Erzgebirge Aue:
M. Uhlig - M. Burghardt, P. Kapp,  B. Strietzel, S. Kokovas (46. L. Wagner) - D. Angleberger,  N. Lihsek, T. Maciejewski (77. F. Heidrich), S. Skarlatidis (67. C. Pauling) - M. Bär, L. Queißer (67. W. Kamm)

 

Tore:

1:0 T. Baumgart (32.)
2:0 T. Baumgart (41.)
2:1 M. Bär (53.)
3:1 M. Fesser (90. +6)

 

Zuschauer: 

13.101

 

 

Glück Auf!

 

Bilder: Dennis Hambeck - FCE, Gabor Krieg - PicturePoint

Text: Max Richter