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1:3 - Auer Negativlauf geht weiter

80 Jahre Kumpelverein – in dieser Woche feierten die Veilchen das Jubiläum und empfingen nach ihrem Geburtstag zum 28. Spieltag die Alemannia aus Aachen. Nach einem doppelten Rückschlag im ersten Durchgang kämpften sich die Auer wieder heran. Die größere Ausdauer und die drei Punkte hatten am Ende jedoch die Gäste. Unser Spielbericht.

Gindorfs Doppelpack bringt Aue in Rückstand

Die Sonne scheint am wolkenlosen Himmel, die Temperaturen steigen und der Schnee im Erzgebirge ist geschmolzen. Der Frühling ist da, nur die Veilchen blühen nicht. Ausgerechnet zum 80-jährigen Bestehen erlebt der FC Erzgebirge Aue eine seiner schwersten sportlichen Krisen. Nach sechs Niederlagen und nur zwei Punkten zum Rückrundenstart haben die Lila-Weißen den Anschluss in der Tabelle verloren und stehen mit acht Zählern Rückstand tief im Tabellenkeller. Bei nur noch elf ausstehenden Spielen gleicht der erhoffte Klassenerhalt schon fast einem kleinen Fußballwunder. Für das erste dieser elf Endspiele empfingen die Erzgebirger im Lößnitztal Alemannia Aachen. Die Schwarz-Gelben aus der Kaiserstadt waren deutlich besser aus der Winterpause gekommen und hatten mit vier Siegen die rote Zone verlassen. Zum Abschluss der Englischen Woche bot Aue-Trainer Christoph Dabrowski dieselbe Elf auf, die in München ein gutes Spiel abgeliefert hatte. Nur Vincent Ocansey rückte in die Sturmspitze für Julian Günther-Schmidt. Nach einem überzeugenden Auftritt als einziger Sechser bekam Luan Simnica erneut das Vertrauen, während Eric Uhlmann in der Innenverteidigung startete. 

Bei den schon angesprochenen frühlingshaften Bedingungen ging es im eins-Erzgebirgsstadion ins Spiel. Aachen erwischte einen guten Start und spielte sich zwei Eckbälle heraus. Scharf getreten musste Martin Männel zweimal zur Faustabwehr zurückgreifen und boxte den Ball von der Linie. Im neuen Schwarz des Sondertrikots schienen die Veilchen einige Zeit zu brauchen. Erst nach gut einer Viertelstunde tauten die Auer auf, übernahmen dann aber gleich das Spiel. Marvin Stefaniak brachte mit einem direkten Freistoß den ersten Schuss auf das Aachener Tor. Die nächsten zwei Möglichkeiten hatte dann Vincent Ocansey. Der Leihspieler aus Bielefeld kam nach einer Flanke erst zum Kopfball und verfehlte und blieb dann bei einer guten Schusschance am Keeper Riemann hängen. Die Auer Führung lag schon so langsam in der Luft und dann nahm das wöchentliche Auer Unglück wieder seinen bekannten Lauf. Der Alemannia reichten zwei Chancen für die Vorentscheidung und Lard Gindorf wurde zum Doppelpacker. In der 24. Spielminute kombinierten sich der Gindorf und Schroers durch die statische Auer Abwehr und aus spitzem Winkel ließ Martin Männel für den besten Aachener auch noch die kurze Ecke auf. Gindorf netzte ein und brachte Alemannia in Führung und während sich die Auer schüttelten, machte der Spielmacher der Kaiserstädter gleich sein zweites. Diesmal war Martin Männel chancenlos. Nach einem Doppelpass mit Mehdi Loune jagte Gindorf das Leder direkt und kompromisslos in den Knick. Innerhalb von drei Minuten lagen die Auer mit 0:2 hinten. 

Malones Anschlusstreffer ist zu wenig

Der Doppelschlag lähmte die Erzgebirger förmlich in der restlichen ersten Hälfte. Aue wirkte lethargisch und ideenlos. Christoph Dabrowski reagierte in der Pause und wechselte gleich dreimal. Marvin Stefaniak, Julian Guttau und Vincent Ocansey mussten in der Kabine bleiben. Dafür kamen Julian Gunther-Schmidt, Erik Weinhauer und Mika Clausen. Die Ansprache und die personelle Umstellung zeigten sofort Wirkung. Aue startete die zweite Hälfte mit Vollgas und schaltete gleich drei Gänge hoch. Keine drei Minuten nach dem Wiederanpfiff gelang den Veilchen der Anschlusstreffer. Nach einer Ecke von links führt Clausen kurz aus und die Kugel landete wieder bei Weinhauer. Gefühlvoll und platziert zirkelte seine Flanke in den Strafraum und Ryan Malone köpfte mit perfektem Timing ein. Nur noch 1:2 und Aue blieb auf dem Gaspedal. Gut zwanzig Minuten jagten die Erzgebirger jedem Ball hinterher und ließen die Alemannia kaum noch aus der eigenen Hälfte kommen. Sofort war das Publikum wieder da und Aue war dem Ausgleich nah. Vor allem der eingewechselte Erik Weinhauer wirbelte auffällig und der 25-Jährige hatte in der 61. Minute die Riesenchance. Nach einem Vorstoß der Veilchen hatte Günther-Schmidt den Ball an der Strafraumkante quergelegt. Gut abgeschirmt hatte Marcel Bär keine Chance auf den Ball. Dafür bewachte niemand Weinhauer, der aus guter Position freie Bahn hatte. Weinhauer zog ab, aber Manuel Riemann blieb Sieger. Der Aachener Keeper war herausgeilt und blockte den Schuss, der Aue den Ausgleich beschert hätte.

Die Hoffnung keimte auf und die Auer kämpften leidenschaftlich um das Spiel. Aber bei allem Einsatz fehlte den Veilchen immer noch die Cleverness und die zündenden Ideen. Nach gut 20 Minuten waren die Körner verbraucht und die Erzgebirger konnten ihre Schlagzahl nicht mehr halten. Aachen hatte die Führung bisher nur verwaltet und verteidigt und versuchte ab der 70. Minute, die Entscheidung über einen Konter zu erzwingen. Die erste gute Gelegenheit dazu hatte Doppelpacker Gindorf. Wieder tanzte der Goalgetter sich durch den Strafraum und ließ einige Auer stehen. Diesmal konnte Martin Männel das direkte Duell aber für sich entscheiden und parierte den Abschluss. Wenig später erzwang die Alemannia dann aber die Entscheidung. Nach einem Einwurf von links bekam Aue den Ball nicht aus der gefährlichen Zone. Faton Ademi behauptete das Leder gut, hielt sich seinen Gegenspieler vom Hals und passte im richtigen Moment punktgenau auf Pierre Nadjombe. Unbedrängt konnte der Aachener einnetzen und Aue war mit 1:3 geschlagen. Zwar zeigten die Veilchen in der zweiten Hälfte ein Lebenszeichen, gegen die zielstrebigeren Alemannen reichte das aber bei weitem nicht für Punkte im Abstiegskampf. Der Auer Negativlauf geht weiter. 

Der Spielberichtsbogen

FC Erzgebirge Aue:

Männel - Fallmann (76. Schmid), Malone, Uhlmann, Collins - Guttau (46. Günther-Schmidt), Simnica (81. Fabisch), Ehlers, Stefaniak (46. Weinhauer) - Ocansey (46. Clausen), Bär

Alemannia Aachen:

Riemann - da Silva Kiala (61. Yarbrough), Wegmann, Bagkalianis - Nadjombe, Oehmichen, Gaudino, Wagner - Loune (68. Ademi), Schroers (88. Strujic), Gindorf (88.Castelle)

 

Tore:

0:1 Gindorf (24.)

0:2 Gindorf (27.)

1:2 Malone (47.)

1:3 Nadjombe (80.)

 

Zuschauer:

8.300

 

Glück Auf!

 

 

Bilder: Steffen Colditz, Dennis Hambeck - FCE

Text: Max Richter