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1:3 - Aue kassiert die nächste Pleite

Duell der Lila-Weißen – zum 26. Spieltag empfing der FC Erzgebirge Aue den VfL Osnabrück im heimischen eins-Erzgebirgsstadion. Gegen die Aufstiegsaspiranten aus Niedersachsen lieferten sich die Veilchen lange ein ausgeglichenes Spiel, ehe drei wache Minuten der Gäste die Partie entschieden. Unser Spielbericht.

Veilchen leiten Gegentreffer selbst ein

„Oh BSG – Liebe tut auch manchmal weh“ – kurz vor dem 80. Geburtstag des FCE steht es nicht gut um den Kumpelverein aus dem Lößnitztal. Nach nur zwei Punkten waren die Veilchen in der Rückrunde tief in den Tabellenkeller gerutscht und drohten zum Frühlingsbeginn den Anschluss in der Tabelle zu verlieren. Trotz großer Aufopferung kassierte die Mannschaft von Neu-Trainer Christoph Dabrowski auch im Ostduell gegen Energie Cottbus eine bittere Niederlage und so war man vor dem Duell gegen den VfL Osnabrück zum Siegen verdammt. Schon gegen die Lausitzer war dies ein schweres Unterfangen, aber mit den Niedersachsen kam die beste Auswärtsmannschaft der Liga in den Schacht. Dabrowski wechselte zweimal in der Startelf und brachte Julian Günther-Schmidt und Eric Uhlmann für Julian Guttau und Jonah Fabisch. Aber nicht nur taktische Mittel wurden bemüht, auch die gesamte Ersatzbank wurde getauscht. Die Veilchen nahmen nun auf der bisherigen Gästebank Platz und saßen damit näher an den Heimfans im eins-Erzgebirgsstadion. 

Immerhin: Der Frühling war endlich im Lößnitztal zurückgekehrt. Bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen ging es ins Spiel. Der VfL brauchte keine fünf Minuten für die erste gefährliche Chance. Ein Flankenwechsel auf Fridolin Wagner hebelte die Auer Abwehr das erste Mal aus. Die scharfe Hereingabe von der linken Seite flog flach durch den Strafraum und fand am langen Pfosten Frederik Christensen. Der Außenverteidiger kam zum Schuss. Zum Glück für die Erzgebirger zielte der Osnabrücker nicht genau genug und Martin Männel konnte zugreifen. Der erste Warnschuss der Gäste weckte Aue auf und die Dabrowski-Elf ergriff die Initiative. Pascal Fallmann konnte auf der Gegenseite aus dem Rückraum abziehen. Die Bogenlampe senkte sich, kam jedoch erst hinter dem Querbalken herunter. Vor dem Aufstiegsaspiranten versteckten sich die Veilchen nicht. Aber gerade als man das Gefühl bekam, dass Aue dieses wichtige Spiel in den Griff bekam, leisteten sich die Veilchen wieder einen kapitalen Fehler. Völlig ohne Bedrängnis kamen sich Ryan Malone und Tristan Zobel bei einem schon gewonnenen Ball in die Quere und Osnabrücks Ismail Badjie bedankte sich. Der Stürmer musste Martin Männel nur umkurven und einschieben. Aus dem Nichts kamen die Gäste zu ihrem ersten Tor – 0:1.

Wenn der Gegner nicht mithalf, dann stellte sich Aue selbst ein Bein. Dabei bemühten sich die Schachter sofort um eine Antwort und hatten den postwendenden Ausgleich quasi auf dem Kopf. Nach einem Einwurf von Ryan Malone wurde der Ball durch den Strafraum verlängert und Marcel Bär köpfte die Kugel gegen die Laufrichtung des Keepers auf den Kasten. Mit einer echten Glanzparade fischte Osnabrücks Schlussmann den Abschluss aus der Luft. Hinten machten es die Veilchen selber, vorne scheiterten sie an sich selbst. Der VfL verwaltete in der Folge seine Führung und Aue suchte, die eigene Spielanlage aufzubauen und einen Weg zum gegnerischen Tor zu finden. Die erste Hälfte schleppte sich träge und ereignislos in Richtung Pause. Das Highlight sparten sich die Erzgebirger bis kurz vor Schluss auf. Ein ganz simpel herausgespielter Angriff sorgte für den Ausgleich. Jannic Ehlers wurde auf die Grundlinie geschickt. Der Offensivspieler legte in den Rückraum und Julian Günther-Schmidt knallte die Kugel zum großen Jubel unter die Latte. 1:1 – so einfach konnte Fußball sein. Mit dem Gleichstand ging es in die Kabine. 

Osnabrück reichen drei wache Minuten

Einen dicken Patzer bügelten die Veilchen in der ersten Hälfte aus, aber in der aktuellen Lage zählten leider nur Siege. Durchaus mit Schwung und bemüht legten die Auer nach der Pause wieder los. Osnabrück stand aber felsenfest im eigenen Strafraum und ließ kaum etwas zu. Bis auf einen Flachschuss von Jannic Ehlers und einen Versuch von Marvin Stefaniak gelang den Erzgebirgern zu wenig, um das Spiel im eigenen Stadion zu drehen. Der VfL tat wiederum nicht viel und beschränkte sich darauf, Konter zu lauern. Wie schon in der ersten Hälfte trudelte das Spiel mehr durch den Samstagnachmittag und bot den Fans beider Seiten nicht viel. Bis zur 73. Minute: Osnabrück setzte sich kurz in der Auer Hälfte fest und kam mit einer Ecke zur ersten Chance. Im Durcheinander flipperte der Ball durch den Strafraum und auf der Linie klärte Jamilu Collins in höchster Not. Eine Schrecksekunde für die Auer Mannschaft, aber nachdem der Ball im Seitenaus gelandet war, machte es der VfL schnell. Während sich die erzgebirgische Abwehrreihe neu sortierte, schickte Lars Kehl schon den nächsten Ball in den Strafraum. Aue pennte, Tony Lesueur reagierte hellwach und bugsierte die Flanke mühelos in den Kasten. 1:2 – wieder lagen die Auer zurück. 

Wie schon gegen Energie Cottbus gelang es den Auern nicht, bei einem 1:1 und einem ausgeglichenen Spiel den Lucky Punch zu setzen. Stattdessen demonstrierte Osnabrück eindrucksvoll, wie leicht es gehen konnte. Ein schnelles Umschalten, eine Ablage und Robin Meißner schob den Ball ins lange Eck. 1:3 – der Drops war gelutscht und das Spiel entschieden. In nur drei Minuten gaben die Veilchen das Spiel aus der Hand. Die letzten verzweifelten Angriffsversuche gingen ins Leere und auch das siebte Spiel der Rückrunde endete für Aue mit einer Pleite. Die Lage wird immer ernster im Schacht. 

Der Spielberichtsbogen

FC Erzgebirge Aue:

Männel - Fallmann, Malone, Zobel, Collins - Clausen (78. Weinhauer), Uhlmann (84. Simnica), Günther-Schmidt (68. Guttau), Stefaniak (78. Ocansey) - Bär, Ehlers (68. Schmid)

VfL Osnabrück:

Jonsson - Fabinski, Müller, Wiemann - Pröger (87. Ajdini), Wagner (87. Janotta), Wiethaup, Christensen - Badjie (63. Lesueur), Meißner (87. Kania), Kehl (80. Tesche)

 

Tore:

0:1 Badjie (17.)
1:1 Günther-Schmidt (42.)
1:2 Lesueur (73.)
1:3 Meißner (76.)

 

Zuschauer:

7.372

 

Glück Auf!

 

Bilder: Alexander Gerber, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint

Text: Max Richter