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1:2 - Veilchen verlieren auch im Münchner Nebel

Flutlicht an der Grünwalder Straße – der 27. Spieltag führte den FC Erzgebirge Aue zum TSV 1860 München. Bei den Löwen hielten die Veilchen erneut gut mit, erzielten erneut den verdienten Ausgleich und brachten sich erneut mit eigenen Fehlern und fehlender Durchschlagskraft um die Punkte. Unser Spielbericht. 

Ex-Löwe Bär hat die passende Antwort

Ein letztes Mal geht es für die Veilchen in den wilden 70ern in ein Pflichtspiel. Einen Tag vor dem runden Geburtstag gastierten die Lila-Weißen auf Giesings Höhen. Echte Feierlaune kam bei den jüngsten Ergebnissen wahrlich nicht auf. In der Englischen Woche sollte dennoch ein Überraschungserfolg her. Neu-Trainer Christoph Dabrowski musste improvisieren. Mit Tristan Zobel fehlte ihm der linke Innenverteidiger gesperrt und Erik Majetschak und Anthony Barylla fielen weiterhin aus. So musste Eric Uhlmann hinten rein, während Luan Simnica sein Startelf-Debüt in der Rückrunde gab. In der Offensive sollten es Marcel Bär, Jannic Ehlers und Julian Günther-Schmidt richten, die immerhin in diesem Kalenderjahr schon genetzt hatten. Bei frischen Temperaturen und trockenem Wetter ging es an der Grünwalder Straße ins Spiel. 

Gleich mit dem Anpfiff legten die Auer los. Innerhalb der ersten fünf Minuten erspielten sich die Veilchen drei Ecken und Luan Simnica und Julian Guttau verbuchten die ersten Chancen und der Start machte Hoffnung. Wären da nicht die Löwen. Die Mannschaft der Stunde, mit drei Siegen in Folge, steckte die kurze Drangphase gut weg und ging mit dem ersten Ausflug in den gegnerischen Strafraum in Führung. Ex-Bundesligaprofi Kevin Volland brachte sich an der Strafraumkante gut in Position und schoss auf das lange Eck. Diesen Schuss konnte Martin Männel noch parieren, den Nachschuss von Maximilian Wolfram aber nicht. Der Löwe stand goldrichtig und konnte zum 1:0 für Sechzig abstauben. Das Pech klebte mal wieder wie Teer an den Auern. Die erzgebirgische Antwort kam aber sofort. Gleich mit dem nächsten Angriff glichen die Schachter mit ihren beiden Ex-Löwen aus. Julian Guttau trieb den Ball an und suchte Marcel Bär. Über Umwege und im Getümmel kam der Ball auch dorthin und mit echtem Killerinstinkt netzte die Auer Lebensversicherung ein. 1:1 – Fehler behoben. 

Der Ausgleich war zweifelsohne verdient. Dennoch übernahmen danach die Münchner wieder das Spiel und das Auer Pech wandelte sich in pures Glück. Keine Minute nach dem Tor zitterte die Auer Querlatte. Simen Voet brachte den Ball nach einer Flanke von links auf das Gehäuse und die Veilchen wackelten so sehr wie die Torumrandung. Nur wenige Minuten später wurde es wieder knapp. Diesmal landete ein Freistoß von rechts wieder vor die Füße von Voet. Alle Veilchen-Fans hielten den Atem an, als der Schuss des Defensivspielers scharf am langen Eck vorbei jagte. Die erneute Führung der Löwen lag in der Giesinger Luft. Mit einiger Mühe gelang es den Auern, die Druckphase zu überstehen, ohne dabei aber selbst offensiv für Akzente zu sorgen. So ebbte das Spiel nach dem furiosen Start merklich ab und die erste Hälfte hielt nur ein weiteres Highlight für die Zuschauer parat. Kurz vor dem Pausenpfiff versuchten sich die Erzgebirger in einer kurzen Eckvariante. Über Stefaniak kam der Ball zu Fallmann und der Österreicher fasste sich gut 25 Meter vor dem Kasten ein Herz und hielt drauf. Wieder blieb der Ball im Strafraum hängen und wieder landete er bei Bär. Der Torjäger reagierte wie beim Ausgleich. Diesmal reagierte Keeper Dähne aber besser, warf sich in den Schuss und kratzte die schon sicher geglaubte Auer Führung aus dem Eck. Gleichstand zur Pause.  

Auer Nebelkerze wird bestraft

Schon gegen Cottbus und Osnabrück hatten sich die Veilchen ein 1:1 hart erkämpft und in der zweiten Hälfte Punkte verschenkt. Mit dem Seitenwechsel in München zog der Nebel von der Isar hoch auf Giesings Höhen. Bei eigentlich erzgebirgischen Bedingungen erwischten jedoch die Löwen den besseren Start und diesmal halfen die Auer wieder kräftig bei der erneuten Führung mit. Nach einer Hereingabe in den Strafraum bekamen die Veilchen den Ball einfach nicht aus dem Strafraum. Ryan Malone und Luan Simnica droschen den Ball nur in die Luft und nicht ins Aus. Die Bogenlampen kamen wie ein Boomerang zurück und ausgerechnet Martin Männel patzte. Der Auer Schlussmann sprang am Ball vorbei und bekam das Leder nicht zu greifen. Mühelos konnte Maskenmann Haugen die Ablage im Tor unterbringen. 1:2 – die Auer hatten ihr Gegentor selbst vorgelegt. Die schnelle Antwort gab es diesmal nicht. Dafür sorgte Schiedsrichter Tom Bauer. Im dichten Münchner Nebel fehlte dem Unparteiischen die nötige Durchsicht und mit der Hoffnung auf eine Besserung der Witterungsbedingungen schickte der Schiedsrichter die Mannschaften wieder in die Kabine. Natürlich sorgte die Entscheidung für Unverständnis und Unruhe auf den Rängen. Die Münchner Kurve räumte dieses schnell aus und brannte wortwörtlich ein Feuerwerk ab. Für einige Minuten herrschte nun wirklich keine Durchsicht.  

Gute zehn Minuten unterbrach das Schiedsrichtergespann das Spiel und setzte die Partie dann bei beinahe identischen Sichtbedingungen fort. Nach der zweiten erzwungenen Pause übernahmen die Veilchen notgedrungen das Spiel und kämpften wacker darum, nicht mit leeren Händen zum runden Geburtstag zu fahren. 25 Minuten liefen die Spieler von Christoph Dabrowski mit aller Macht an und kamen dabei überhaupt nicht in die gefährliche Zone. Immer wieder fehlte der letzte Pass, die entscheidende Präzision oder der Mut zum Abschluss. München wollte nicht mehr, Aue konnte schlicht nicht. Aber die erzgebirgische Beharrlichkeit und der Kampfeswille hätten sich noch ausgezahlt. In der Nachspielzeit bekamen Marcel Bär und Erik Weinhauer noch die Chance für den Lucky Punch. Aber während Bär die Kugel im vollen Lauf über die Querlatte knallte, scheiterten alle anderen Auer Schüsse in den Beinen der Löwendefensive. So blieb es beim bitteren 1:2 und dem dritten Spiel in Folge, in dem die Veilchen aus einem Gleichstand und einem engagierten Auftritt kein Kapital schlagen und unterliegen. 

Der Spielberichtsbogen

TSV 1860 München:

Dähne - Schifferl, Reinthaler, Voet - Danhof, Dordan, Jacobsen, Rittmüller (82. Lippmann) - Volland (82. Hobsch), Haugen, Wolfram (67. Steinkötter)

FC Erzgebirge Aue:

Männel - Fallmann, Malone, Uhlmann, Collins - Günther-Schmidt (65. Ocansey), Guttau (81. Weinhauer), Simnica (81. Fabisch), Stefaniak (74. Clausen) - Bär, Ehlers

 

Tore:

1:0 Wolfram (7.)

1:1 Bär (12.)

2:1 Haugen (51.)

 

Zuschauer:

15.000

 

Glück Auf!

 

Bilder: Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint

Text: Max Richter