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1:1 - Veilchen beenden ihre Niederlagenserie

Abschluss der Englischen Woche – nach turbulenten Tagen im Lößnitztal empfing der FC Erzgebirge Aue am 33. Spieltag den SC Verl. Gegen den Aufstiegsaspiranten begann alles wie gewohnt, ehe die Veilchen im zweiten Durchgang dank eines Geschenks immerhin den Negativlauf stoppen konnten. Unser Spielbericht.

Taz bestraft Auer Tiefschlaf

Unerbittlich schreitet die 3. Liga voran und biegt auf die Zielgerade ein. Während an der Spitze der VfL Osnabrück oder der SC Verl stehen, bleibt den Veilchen nur das Feld der Abgehängten. Nach einer rabenschwarzen Rückrunde haben die Männer aus dem Erzgebirge jeden Anschluss verloren. Ausgerechnet zum Abschluss der Englischen Woche kam der Angstgegner aus Ostwestfalen ins Lößnitztal. Seit über 20 Jahren konnte der FCE gegen Verl nicht mehr gewinnen und während die Kleinstadt aus dem Bielefelder Umland den großen Wurf und Aufstieg plante, drohte Aue der Abstieg in die Viertklassigkeit. Gegen all diesen Widerstand wollte Khvicha Shubitidze ankämpfen und schickte wieder eine Elf mit Doppelspitze auf das Feld. Ricky Bornschein sollte Marcel Bär unterstützen, während Julian Guttau und Erik Weinhauer auf den Flügeln wirken sollten. In der Abwehr wurde Pascal Fallmann durch Anthony Barylla ersetzt. Bei nassgrauem Aprilwetter ging es ins Spiel.

Eigentlich war der Matchplan klar. Das wilde und dynamische Offensivspiel der Verler musste der FCE kontrollieren, wollte man endlich mal wieder etwas Zählbares in der Liga holen. Es dauerte aber keine vier Minuten und alle Vorsätze waren dahin. Eine Flanke von rechts köpfte Yari Otto vom langen Pfosten wieder quer und Berkan Taz konnte problemlos einnetzen. Ein mustergültig vorgetragener Angriff, dem die Veilchen nicht mal im Ansatz etwas entgegensetzen konnten. 1:0 für die Gäste, die nach der Führung gar nicht daran dachten, vom Gaspedal zu gehen. Die Anfangsphase gehörte nur den Ostwestfalen. Aue zog sich im Rückstand weit zurück, hatte Mühe das eigene Spiel aufzubauen und überhaupt in die gegnerische Hälfte zu kommen. Ein Steckpass von Erik Weinhauer und ein Abschluss von Marcel Bär aus spitzem Winkel war lange Zeit die einzige nennenswerte Offensivaktion. Im Gegenzug war Verl drauf und dran, das zweite Tor zu machen. Nach einer Flanke von Kijewski landete der Abschluss von Oualid Mhamdi an der Latte. Erst Mitte der ersten Hälfte gelang es den Veilchen, den Drive der Gäste etwas zu brechen und selbst ins Spiel einzugreifen. Einen Abwehrfehler der Verler Viererkette konnte Ricky Bornschein leider nicht für den Ausgleich nutzen. Erneut war Keeper Schulze zur Stelle.

 

Weinhauer bestraft Verler Patzer

Die Angriffsbemühungen der Lila-Weißen hatten aber weder die nötige Schärfe noch Präzision. Die Gäste mussten um ihre knappe Führung nicht bangen. Aue bekam die Offensive um Berkan Taz in dieser Phase in den Griff. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich an dieser Dynamik wenig. Die Westsachsen mühten sich redlich, die Ostwestfalen verwalteten ihre Führung. Torchancen suchte man aber vergebens. Ein Fernschuss von Berkan Taz in der 60. Minute war das Einzige, was gefährlich durch einen der Strafräume flog. Auf den Rängen dämmerte man so langsam weg und das griff auch auf den Platz über. In der 64. Spielminute pennte Gäste-Keeper Schulze und spielte den Ball nach dem Pressing von Bär in die Füße von Erik Weinhauer. Der Auer Flügelstürmer bedankte sich und verwandelte aus 20 Metern ins verwaiste Verler-Tor. Nur noch 1:1.

Ein Lebenszeichen der Auer, die in der Folge durchaus probierten, das Spiel zu drehen. Allerdings reichten Moral und Willen nicht allein, um die Verler Abwehr zu bezwingen. Immer wieder standen sich die Erzgebirger selbst im Weg, spielten sich die Bälle in den Rücken oder jagten eine Flanke weit über den Strafraum. Die Gäste hätten mit einem Sieg wieder an die Aufstiegsränge springen können, aber ausgerechnet der Auer Angstgegner fand in der zweiten Hälfte nicht wirklich ins Spiel. Nur Berkan Taz bekamen die Erzgebirger nicht in den Griff. Der spielstarke Zehner hatte auch die beste Chance im zweiten Durchgang, die Tristan Zobel im letzten Moment vereitelte. Auf der anderen Seite versuchten es die Auer mit viel Herzblut, aber weiterhin fehlten Übersicht und Kaltschnäuzigkeit. In eine scharf geschlagene Freistoßflanke von Julian Guttau sprang kein Stürmer, zwei Konter über Jannic Ehlers gingen ins Leere. So konnten die Auer zwar ihre Niederlagenserie brechen, für den ersten Sieg in der Rückrunde reichte es aber nicht.

Der Spielberichtsbogen

FC Erzgebirge Aue:

Männel - Barylla (65. Simnica), Malone, Zobel, Seiffert - Weinhauer (83. Schmid), Uhlmann (65. Ehlers), Fabisch, Guttau - Bär (83. Günther-Schmidt), Bornschein (65. Majetschak)


SC Verl:

Schulze - Mhamdi, Ens, F. Otto, Kijewski - Y. Otto (51. Stark), Eze (77. Japaur), Waidner, Taz - Wessig (63. Arweiler), Wörner (77. Mešanović)

 

Tore:

0:1 Taz (4.)
1:1 Weinhauer (64.)
 

Zuschauer:

5.653

 

Glück Auf!

 

 

Bilder: Steffen Colditz, Alexander Gerber, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint

Text: Max Richter