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1:0 - Veilchen legen gegen Jena nach

Ostduell im Lößnitztal – nach langer Pause begrüßte der FC Erzgebirge am 15. Spieltag der Regionalliga Nordost den FC Carl-Zeiss Jena. Nach einer torlosen ersten Hälfte reichten den Schachtern ein strammer Schuss und der Torinstinkt des Kapitäns zum Sieg. Unser Spielbericht.

Endspurt der Hinrunde in der Regionalliga Nordost – zum vorletzten Heimspiel der Halbserie bekamen die Veilchen Besuch von den thüringischen Kernbergen. Nach einer sportlichen Talfahrt im Oktober gelang der Mannschaft von Khvicha Shubitidze am vergangenen Wochenende eindrucksvoll das Comeback. Beim Erzrivalen flussabwärts siegten die Lila-Weißen leistungsgerecht mit 3:0 und hellten die Stimmung im Schacht wieder auf. Nur musste jetzt nachgelegt werden. Trainer Shubitidze nahm keine Veränderungen in der Startelf vor. Wieder bildeten Ali Loune und Bastian Strietzel die Doppelsechs und wieder sollten Marcel Bär, flankiert von Christoph Pauling und Linus Queißer, auf Torejagd gehen. Nur Nils Lihsek fehlte im erzgebirgischen Aufgebot. Schwerer traf es Jena. Die Gäste aus dem Paradies mussten mit Elias Löder und Emilio Munser auf zwei der torgefährlichsten Offensivspieler verzichten. Nach einer Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen Trainer Heiko Weber, der beide Mannschaften in seiner Karriere betreut hatte, ging es ins Spiel. 

Härting hält für Jena die Null

In den ersten zehn Minuten passierte mehr auf den Rängen als auf dem Platz. Die Teams tasteten sich ab und boten keine Angriffsfläche. So ließ der erste Torschuss lange auf sich warten. In der 13. Minute kombinierte sich Carl-Zeiss erstmals durch und über Jannes Werner und Tristan Teuber kam die Kugel zu Dion Ajvazi. Der Mittelfeldmann zog aus guter Position ab, verfehlte das Gehäuse aber deutlich. Ähnlich fahrlässig gingen die Veilchen mit ihrer ersten Strafraumszene um. Nach einem Ballgewinn im Jenaer Aufbau bediente Marcel Bär den aufgerückten Ali Loune. Aus acht Metern setzte aber auch der Derbyheld die Kugel vorbei. Kurz darauf hallte der Torschrei schon fast durch das Erzgebirge. Nach einem Foulspiel an Maxim Burghardt zirkelte Stylianos Kokovas das Spielgerät auf das Tor. Keeper Till Härting lenkte den Schuss aber über die Querlatte. 

Torchancen hatte das Spiel, Treffer ließen auf sich warten. Mitte des ersten Durchgangs übernahmen die Lila-Weißen erstmals die Spielkontrolle und schafften es, den FCC unter Druck zu setzen. Brandgefährlich wurde es dabei leider nicht. Im letzten Drittel spielten die Auer viel zu kopflos und ungenau. Aus einigen aussichtsreichen Situationen machte die Elf aus dem Lößnitztal viel zu wenig. Jena lauerte aus dem tiefen Block und schaltete bei günstiger Gelegenheit um. Die Nadelstiche der Gäste hatten deutlich mehr Gefahrenpotenzial als die Angriffe der Auer. Torlos ging es in die Kabinen. 

Bär staubt ab

Nach dem Seitenwechsel kam Carl-Zeiss etwas mehr aus der Deckung und die Jenaer spielten mutiger nach vorne. Den einzigen nennenswerten Distanzschuss in dieser Phase hielt Männel problemlos. Aue konnte keine Schippe mehr drauflegen, aber die Defensivordnung der Gäste offenbarte Lücken. In der 57. Spielminute hatte die Mannendeckung Simon Skarlatidis sträflich vergessen. Der Routinier nutzte diese Freiheit umgehend und jagte den Ball auf den Kasten. Härting tauchte ab und parierte stark. Beim Nachschuss von Marcel Bär war der Keeper chancenlos. Der Auer Kapitän bewies seinen Torinstinkt und staubte ab. 

Der Treffer löste endlich den Knoten dieses Spieles und beide Mannschaften suchten nun das Heil in der Offensive. Jena musste zweifelsohne den Rückstand drehen, Aue wollte die Entscheidung. Näher am Treffer waren dabei die Veilchen. Immer wieder konnten die Auer die hochstehende Viererkette des FCC attackieren und eigentlich hätten die Auer wie in Zwickau den Deckel draufmachen müssen. Simon Skarlatidis hatte die nächste Großchance. Wieder fischte Härting den strammen Distanzschuss aus der Ecke, hielt Jena im Spiel. Carl-Zeiss gab sich nicht auf, aber in der 77. Minute wurde es für die Mannschaft aus dem Paradies deutlich schwerer. Abwehrchef Sören Reddemann hatte erneut im Laufduell das Nachsehen und diesmal stellte der Unparteiische den gelbverwarnten Jenaer vom Platz. 

Es ging in eine heiße Schlussphase. Jena warf alles in die Offensive, um den Lucky Punch zu erzwingen, während Aue konterte. Zum Tor kamen beide Mannschaften nicht. Die neu formierte Abwehrreihe, die schon im Derby die Null hielt, riegelte den eigenen Strafraum erneut ab. Martin Männel musste an diesem regnerischen Nachmittag seine Klasse nicht zeigen. Auf der anderen Seite verpassten es die Erzgebirger, nachzulegen. Die beste Chance vergab Torschütze Marcel Bär. In der 82. Minute kam der Stürmer nach einer guten Kombination aus halblinker Position zum Schuss. Im letzten Moment blockte Jena den strammen Schuss und denkbar knapp rauschte der Ball über das Aluminium. Dabei blieb es und nach dem Derbysieg in Zwickau legen die Veilchen im Ostduell gegen den FC Carl-Zeiss Jena nach. 

Die Stimme zum Spiel

“Es war anstrengend, aber sehr schön. Wir haben wieder die Grundtugenden auf den Platz gebracht. Wir haben Zweikämpfe geführt und sind marschiert. Das zeigt, dass wir eine Einheit sind. Das war letzte Woche wichtig, aber das mussten wir heute unbedingt wieder bestätigen. Wir gehen die Zweikämpfe besser an, wir verteidigen gemeinsam als Team gut. Abwehr beginnt im Sturm. Da laufen wir vorne an. Das hat jetzt zweimal geklappt und darauf bauen wir auf. Wenn wir das auf den Platz bringen, bin ich mir sicher, dass wir erfolgreich sein werden.”

Mittelfeldmotor Simon Skarlatidis

Der Spielberichtsbogen

Erzgebirge Aue:
M. Männel - M. Burghardt, D. Fisl, P. Kapp, S. Kokovas - B. Strietzel (79. W. Kamm), A. Loune (61. F. Heidrich), S. Skarlatidis (74. D. Angleberger) - M. Bär, C. Pauling (74. A. Loubongo), L. Queißer (74. T. Maciejewski)
 

Carl Zeiss Jena:
T. Härting - M. Boog, N. Butzen, M. Hehne (76. M. Eshele), S. Reddemann, M. Talabidi (86. J. Kratzenberg), T. Teuber (66. M. Hoppe) - D. Ajvazi (66. O. Aghatise), J. Werner - K. Lankford (86. S. Aigner), L. Wollschläger

 

Tore:

1:0 M. Bär (57.)

 

Zuschauer:
10.072

 

 

Glück Auf!

 

 

Bilder: Alexander Gerber, Steffen Colditz, Sven Fritzsche, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint

Text: Max Richter