0:4 - Veilchen chancenlos gegen Bundesligist Hoffenheim
Keine Sensation, trotz wackerem Kampf – in der ersten Runde des DFB-Pokals ging es für den FC Erzgebirge Aue gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Gegen den Europacup-Teilnehmer warfen die Veilchen alles in die Waagschale, blieben in der Offensive aber glücklos. Unser Spielbericht.
David gegen Goliath – nach zwei Jahren Abstinenz sind die Veilchen wieder im größten nationalen Pokalwettbewerb vertreten. In der 1. Runde des DFB-Pokals empfingen die Lila-Weißen den Bundesligisten aus Sinsheim. Es war erst das dritte direkte Aufeinandertreffen der beiden Vereine. Nur in der Spielzeit 2007/2008 spielten Aue und TSG gemeinsam in einer Liga, ehe sich die Kraichgauer in der Bundesliga festsetzen konnten. In der letzten Saison erreichte die Mannschaft von Christian Ilzer zudem einen starken 5. Platz und qualifizierte sich für die Europa League. Klare Verhältnisse also und Veilchen-Trainer Khvicha Shubitidze stellte dementsprechend um. Levi Wagner rotierte zusammen mit Willi Kamm in die Startelf. Zwischen den Pfosten stand für den Pokal Martin Männel. Nach den Regenfällen der letzten Tage kam im Lößnitztal pünktlich zum Anpfiff die Sonne raus.
Die Ausgangslage war klar, verlieren konnten die Lila-Weißen an diesem Tag aber nichts. Dementsprechend mutig begannen die Erzgebirger und nach wenigen Augenblicken hatte das Spiel gleich den ersten Aufreger. Willi Kamm zog das erste Mal im Strafraum ab und Hoffenheims Mats Rots blockte aus kurzer Distanz. Die Auer und das Stadion reklamierten auf Handspiel, aber Schiedsrichter Konrad Oldhafer winkte sofort ab. Es hätte der Überraschungsmoment sein können, stattdessen zog die TSG nur wenig später an und ging in Führung. Nach einem herausgeschlagenen Ball von Bastian Strietzel war die Auer Hintermannschaft nur für einen Augenblick unsortiert und der Bundesligist nutzte das sofort aus. Mit schnellem Direktspiel kombinierten sich die Kraichgauer in den Strafraum. Als 10-Millionen-Mann Patrick Wimmer den Ball aus kurzer Distanz unter die Latte drosch, waren die Augen der meisten Auer noch bei Vorlagengeber Nathan De Cat – so schnell ging das. 1:0 für Hoffenheim und den Favoriten.
Mit der frühen Führung war der Auer Widerstand aber nicht gebrochen. Die Lila-Weißen stellten sich nicht tief hinten rein und hofften auf Gelegenheiten. Stattdessen suchte Aue spielerisch einen Weg, in die gegnerische Hälfte zu finden. Natürlich war das gegen den Bundesligisten kein leichtes Unterfangen. Fehler und Lücken ließ die TSG kaum und gerade in Strafraumnähe fehlte den Schachtern der letzte Mut zum Abschluss und die Präzision im Passspiel. Phasenweise konnte Aue Hoffenheim echt Paroli bieten, umso eindrucksvoller zogen die Gäste aber auf, wenn der FCE Räume bot. In der 17. Minute blieb Marcel Bär nach einem Zweikampf mit Ozan Kabak liegen, das Foulspiel pfiff Oldhafer aber nicht und die TSG schaltete blitzschnell um. In Überzahl reichten drei schnelle Pässe und Wouter Burger war frei durch. Der Holländer ließ Martin Männel keine Chance, schob zum 2:0 ein.
Die Veilchen haderten mit dem Unparteiischen, den Widerstand gab Aue aber nicht auf. Immer wieder versuchten es die Spieler von Khvicha Shubitidze, ein echtes Durchkommen gab es aber nicht. Mit viel Leidenschaft schmissen Patrick Kapp, Devin Angleberger und Co. in die Zweikämpfe und verhinderten, dass Hoffenheim das Ergebnis in die Höhe schrauben konnte. Im Kasten wartete auch immer noch Martin Männel. Der Routinier verhinderte mit zwei Glanzparaden die nächsten Gegentore. Kurz vor der Pause schlug die TSG dann aber wieder zu. Nach einer unglücklichen Abwehraktion von Wagner war Wimmer erneut frei im Strafraum durch und konnte Männel überwinden – 0:3.
Mit der zweiten Hälfte kam der Regen zurück ins Erzgebirge, aber an der Spieldynamik änderte sich nichts. Aue versuchte, was möglich war und Hoffenheim gab den Ton an. Die Veilchen wollten sich zumindest mit einem Treffer belohnen und auf keinen Fall kampflos aufgeben. Der Bundesligist spulte hingegen sein Programm ab, verteidigte kontrolliert und griff mit viel Tempo an. Gut eine Viertelstunde konnte Aue alles dazwischenwerfen und die TSG abwehren. Es waren dann wieder Fehler der Veilchen, die die Kraichgauer gnadenlos bestraften. Nach einem Ballverlust im Zentrum ging es wieder schnell und direkt auf das Auer Tor zu. Einwechselspieler Max Moerstedt schloss am Ende trocken ab und stellte auf 4:0 für die Gäste.
Das Ergebnis war mittlerweile mehr als deutlich, das Spiel auch einseitig, aber die Veilchen verkauften sich so gut sie konnten. Patrick Kapp warf sich in jede Hereingabe, Maxim Burghardt rettete auf der Linie und gab kein Laufduell auf und Martin Männel hielt, was er konnte. Mit etwas mehr Glück wäre Marcel Bär der Ehrentreffer gelungen. Hoffenheim schaltete aber nicht herunter und ließ die Zügel nicht locker. Bis in die Schlussphase suchte der Bundesligist Möglichkeiten die Auer zu überspielen und das Ergebnis zu erhöhen. Aber es blieb beim 0:4 aus Sicht der Erzgebirger und dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal gegen Hoffenheim.
Der Spielberichtsbogen
Erzgebirge Aue:
M. Männel - P. Wagner (77. S. Kokovas), B. Strietzel, P. Kapp, M. Burghardt (84. L. Prosche) - N. Lihsek, D. Angleberger (68. F. Heidrich) - W. Kamm (68. L. Queißer), T. Maciejewski - M. Bär, S. Skarlatidis (68. C. Pauling)
1899 Hoffenheim:
L. Philipp - M. Rots, A. Hajdari, O. Kabak, V. Coufal (77. N. Abraha) - W. Burger, L. Avdullahu - P. Wimmer (77. V. Gendrey), N. De Cat (61. A. Daghim) - A. Hložek (61. B. Conté), T. Lemperle (61. M. Moerstedt)
Tore:
0:1 P. Wimmer (6.)
0:2 W. Burger (17.)
0:3 P. Wimmer (45. +1)
0:4 M. Moerstedt (63.)
Zuschauer:
8.199
Am Mittwoch geht es für Aue zu Hause gleich weiter, dann empfangen die Veilchen die Zweite Mannschaft von Hertha BSC. Tickets gibt es wieder im FanShop und im OnlineShop des FCE.
Glück Auf!
Bilder: Sven Fritzsche, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint
Text: Max Richter








