0:1 - Veilchen verzweifeln am Jahn-Keeper Gebhardt
Kein Glück beim Jahn – in der Englischen Woche ging es für den FC Erzgebirge Aue zum SSV nach Regensburg. Nach ereignisreichen Ostertagen wollten die Veilchen wieder ein Lebenszeichen setzen. Nach einem insgesamt starken Auswärtsspiel stand die Elf aus dem Lößnitztal aber wieder mit leeren Händen da. Unser Spielbericht.
Jahn bestraft früh einen Auer Patzer
Turbulente Zeiten bei den Veilchen – nach einem desolaten Heimspiel gegen die Zweite der TSG Hoffenheim mussten am Ostersonntag Cheftrainer Christoph Dabrowski und Co-Trainer Lars Fuchs ihre Stühle räumen. Bis zum Ende der Saison sollen mit Khvicha Shubitidze und Enrico Kern zwei Verantwortliche aus der Auer Kumpelschmiede die Mannschaft führen und den Negativlauf stoppen. Viel Zeit und Anlauf für die Vorbereitung hatten die beiden ehemaligen Spieler der Veilchen dabei nicht. An der Donau wartete am Dienstagabend schon der Jahn zum nächsten Spiel in der 3. Liga. Insgesamt vier Veränderungen nahmen die neuen Trainer in der Startelf vor. Neben Tristan Zobel rutschten auch Julian Guttau und Jonah Fabisch in die Anfangsformation. Im Sturm bekam Marcel Bär Unterstützung von Ricky Bornschein, dem am Samstag sein erstes Ligator für die Erzgebirger gelang. Bei frühlingshaften Bedingungen ging es im Jahnstadion ins Spiel.
Der SSV Jahn war in der Vergangenheit immer einer der Lieblingsgegner der Auer gewesen. Schon vier Siege konnten die Lila-Weißen in der Oberpfalz feiern und in der Hinrunde siegten die Veilchen mit einem spektakulären 4:3. Von dieser Form oder diesem Selbstbewusstsein waren die Erzgebirger weit entfernt. Zu viele individuelle und kollektive Aussetzer hatten in den vergangenen Wochen Punkte gekostet. Am Samstag fehlten dann sogar Einsatzbereitschaft und Kampfgeist. Das Pech und die Verunsicherung klebten weiterhin an den Füßen. In den ersten Spielminuten passierte praktisch gar nichts und Regensburg wäre wohl ohne Auer Mithilfe gar nicht zum frühen Tor gekommen. Mit Luan Simnica patzte dann ausgerechnet der Spieler, der sich in den letzten Spielen mit am meisten reingehängt hatte. Nach einer Auer Ecke wollte der Sechser der Veilchen als letzter Mann den Ball zurück zu Martin Männel spielen. Auf Höhe der Mittellinie verpatzte Simnica aber den Rückpass. Philipp Müller nutzte den Fehler sofort aus, schnappte sich den Ball und hatte keine Probleme, das Spielgerät an Martin Männel vorbei ins Tor zu schießen. 1:0 für die Hausherren.
Eine Szene, die symptomatisch für die Auer Rückrunde stand. Ohne große Not oder das Zutun des Gegners rannten die Veilchen erneut einem Rückstand hinterher. Das Spiel nahm dadurch leider keine Fahrt auf und in der ersten halben Stunde passiert praktisch gar nichts mehr. Erst vor der Pause wachten die Teams wieder auf oder schafften es zumindest, das Spielgerät in den gegnerischen Strafraum zu tragen. Den Anfang machte der Jahn. Ein scharf geschlagener Eckstoß von der linken Seite zirkelte sich genau auf das Tor. Martin Männel war zur Stelle und verhinderte den zweiten Gegentreffer. Im Gegenzug verpassten die Auer den Ausgleich. Einen Konter über Marcel Bär konnte Moritz Seiffert nicht veredeln und scheiterte am Regensburger Keeper Gebhardt. Nur wenig später bediente dann Erik Weinhauer Stürmer Ricky Bornschein. Dessen scharfe Hereingabe verpasste Marcel Bär. Die Erzgebirger ließen wieder Chancen liegen. Auf der Gegenseite verhinderte indes erneut Männel das nächste Gegentor. Nach einer starken Vorarbeit von Noel Eichinger flog die Kugel perfekt an den langen Pfosten, wo Christian Kühlwetter lauerte. Mit vollem Risiko baute sich der Auer Schlussmann vor dem Stürmer auf und blockte den Volleyschuss. Mit der knappen Regensburger Führung ging es dann in die Kabinen. das Spielgerät an Martin Männel vorbei ins Tor zu schießen. 1:0 für die Hausherren.
Regensburgs Gebhardt bleibt unbezwungen
Nach einem erneuten Torfestival wie im Hinspiel sah es an diesem Abend an der Donau nicht aus. Der SSV Jahn verwaltete eher seine Führung und schaltete kaum einmal einen oder zwei Gänge hoch. Die viel gescholtene Auer Abwehr stand dagegen solide und ließ kaum etwas anbrennen. Auf der Gegenseite hätten die Veilchen sicherlich gerne am Ergebnis geschraubt. Allerdings verzweifelten die Lila-Weißen regelrecht am Schlussmann der Regensburger. Im Herbst war Felix Gebhardt noch die tragische Figur gewesen. Mit einem Eigentor und einem Patzer hatte er das Auer Comeback ermöglicht. Im Rückspiel blieb er dafür tadellos und hielt seinen Kasten sauber. In der 48. Minute jagte Julian Guttau einen Freistoß aus gut 25 Metern auf den Kasten. Die Kugel wäre direkt im Kreuzeck eingeschlagen, aber Gebhardt flog und kratzte die Kugel weg. Nur fünf Zeigerumdrehungen später hätte Ricky Bornschein dann den Ausgleich machen müssen. Nach einer Flanke kam der Stürmer im Fünfmeterraum zum Kopfball und wieder rettete Gebhardt mit einem starken Reflex.
Einen weiteren Hochkaräter vergab Erik Weinhauer. Der Flügelstürmer hatte sich gut von seinen Bewachern getrennt, den anschließenden Kopfball setzte er aber viel zu schwach und zu zentral. Regensburg trat offensiv dafür kaum in Erscheinung. Mit der Führung im Rücken riskierten die Hausherren fast nichts mehr und Martin Männel blieb beschäftigungslos. Nach einer kurzen Verschnaufpause mobilisierten die Auer in den letzten Minuten nochmal alle Kräfte. Am Regensburger Schlussmann kamen die Elf von Shubitidze aber einfach nicht vorbei. In der 86. Minute hatte der eingewechselte Julian Günther-Schmidt die letzte Großchance. Nach einer Freistoßflanke von Julian Guttau verlängerte der Offensivspieler den Ball per Kopf eigentlich mustergültig. Aber wieder war Gebhardt zur Stelle, streckte sich und fischte die Kugel aus dem langen Eck. So blieb es beim 1:0 für den Jahn. Die Veilchen verlieren trotz großen Einsatzes und viel Moral das achte Ligaspiel in Folge. Ein kleiner Fehler in der Anfangsphase brachte die Erzgebirger in Rückstand, den sie gegen einen unüberwindbaren Keeper der Regensburger nicht wieder drehen konnten.
Der Spielberichtsbogen
Jahn Regensburg:
Gebhardt - Seidel, Mätzler, Wurm - Oliveira, Fein (87. Ziegele), Müller (59. Saller), Schönfelder (87. Bauer) - Eichinger (76. Beckhoff), Hottmann (59. Hermes), Kühlwetter
FC Erzgebirge Aue:
Männel - Fallmann, Malone, Zobel, Seiffert - Weinhauer (86. Schmid), Simnica (68. Majetschak), Fabisch (77. Clausen), Guttau - Bornschein (77. Günther-Schmidt), Bär (86. Ocansey)
Tore:
1:0 Müller (9.)
Zuschauer:
7.602
Glück Auf!
Bilder: Steffen Colditz, Sven Sonntag - PicturePoint
Text: Max Richter







