0:1 - Veilchen glücklos an der Küste
Gastspiel im hohen Norden – am 12. Spieltag der Regionalliga Nordost war der FC Erzgebirge Aue beim Greifswalder FC gefordert. An der Ostseeküste liefen die Veilchen einem frühen Rückstand hinterher, dominierten die Partie über weite Strecken und hatten einige gute Chancen. Am Ende siegte aber die effektivere Mannschaft. Unser Spielbericht.
Raus aus dem Formtief – nach zwei sehr bitteren, unnötigen Niederlagen in der Liga und im Sachsenpokal waren die Veilchen denkbar schlecht in den Herbst gestartet und hatten in der Tabelle Boden verloren. An der Küste mussten die Männer von Khvicha Shubitidze wieder in die Spur finden. Der Übungsleiter der Veilchen rotierte wieder. Martin Männel kehrte ins Tor zurück, Maxim Burghardt und Stylianos Kokovas vervollständigten die Abwehr. Im Mittelfeld sollten es Devin Angleberger, Daniel Fisl, Simon Skarlatidis und Nils Lihsek richten. Am wichtigsten war der Wechsel im Sturm. Kapitän Marcel Bär kehrte nach auskurierter Knieverletzung zurück. Mit diesem Team ging es bei trockenem Herbstwetter in Greifswald ins Spiel.
Aue macht das Spiel, Greifswald das Tor
Gleich von Beginn an übernahmen die Lila-Weißen das Spiel, drückten Greifswald in die gegnerische Hälfte und suchten mit viel Ballbesitz Lücken in den Abwehrreihen. Die Hausherren ließen das zu, verschoben gut ihre Reihen und konnten Aue in der Anfangsviertelstunde von jedem gefährlichen Torschuss abhalten. Während die Auer anliefen und sich an der gegnerischen Viererkette abarbeiteten, reichte dem GFC ein guter Gegenschlag zur Führung. Ein scharfer Ball auf den rechten Flügel setzte Lion Semic in Szene. Der Flügelspieler mit 3-Liga-Erfahrung brachte die Kugel halbhoch in die Mitte und zwang Martin Männel zu einer Parade. Unglücklicherweise landete die Kugel genau vor die Füße von Felix Heim und der Flügelstürmer schweißte die Kugel kompromisslos unter die Latte. Ein denkbar schlechter Start für die Veilchen, die umgehend die Antwort suchten. Direkt im Anschluss an den Gegentreffer verschaffte sich Nils Lihsek das erste Mal Raum und zog ab. Der Flachschuss war für Jakubov aber keine Herausforderung. An der Spieldynamik änderte sich im Verlauf nichts, Aue lief an und Greifswald stand tief.
Greifswald verteidigte nüchtern, im Laufe der ersten Hälfte fanden die Auer aber immer wieder Lücken. Die nächste gute Chance hatte Marcel Bär. In einem der wenigen Momente, in denen die Vorpommern höher standen, wurde der Stürmer in den Lauf geschickt. Bär hatte genug Platz und Zeit, aber der Abschluss des Stürmers rauschte einen Meter links am Tor vorbei. Das hätte der Ausgleich für die Veilchen sein können und fünf Minuten später wäre dieser überfällig gewesen. Diesmal setzte Maxim Burghardt im Zentrum Tim Maciejewski ein. Der Offensivspieler behauptete den Ball gut, drehte sich und jagte den Ball auf den Kasten. Wieder schoss das Spielgerät links vorbei. Gegen Ende der Hälfte versuchten die Veilchen mit allen Mitteln, den Ausgleich zu erzielen. Aber der Rekordspieler der Regionalliga Nordost, Jakub Jakubov, hatte immer die Hände dran. Erst parierte der Keeper stark nach einem Freistoß von Skarlatidis, um wenig später auch den Fernschuss von Angleberger zu entschärfen. Trotz vieler guter Möglichkeiten und Abschlüsse gelang Aue kein Tor, während eine Halbchance Greifswald zur Pausenführung reichte.
Greifswald tiefer Block hält
Nach dem Seitenwechsel stellte sich Greifswald nur noch tiefer hinten rein. Für die Veilchen wurde es nicht einfacher. Simon Skarlatidis hatte kurz nach dem Wiederanpfiff zwar gleich wieder eine gute Chance. Die landete aber zu zentral wieder nur in den Fängen von Jakubov. Gegen den tiefen Block fanden die Lila-Weißen kein Mittel. Zwar stellten die Vorpommern fast jegliche Offensive ein, aber trotz der drückenden Überlegenheit bekamen die Auer keinen Ball in den Strafraum und brachten keine Chance zusammen, die die Führung Greifswalds gefährdete. In der 64. Minute gelang es Marcel Bär ein letztes Mal, mit etwas Raum zum Abschluss zu kommen. Der stramme Schuss hätte gut unter die Latte gepasst, aber wieder war Jakubov zur Stelle. Zwar gaben die Veilchen in den Schlussminuten der Partie nicht auf, eine wirklich nennenswerte Torchance sollte für die Männer aus dem Erzgebirge aber nicht mehr herausspringen. Greifswald verlegte sich in den letzten Zügen der Partie auf das Konterspiel, blieb vor Martin Männel aber ebenfalls erfolglos. Trotz der spielerischen Überlegenheit über 90 Minuten und einer Vielzahl guter Chancen fahren die Auer mit leeren Händen zurück ins Erzgebirge.
Der Spielberichtsbogen
Greifswalder FC:
J. Jakubov - M. Niemitz, A. Seidel, L. Semic (74. L. Schößler), M. Sternberg - M. Hüther (74. Fodelcio Pereira), J. Juckel (36. L. Schmökel), R. Leipertz, L. Walchhütter - F. Heim (60. G. Bokake), K. Seidemann (60. E. Oke)
Erzgebirge Aue:
M. Männel - M. Burghardt, P. Kapp, B. Strietzel, S. Kokovas - D. Fisl (83. F. Heidrich), D. Angleberger, N. Lihsek (68. W. Kamm), T. Maciejewski (83. C. Pauling), S. Skarlatidis (74. H. Kaps) - M. Bär (74. A. Loubongo)
Tore:
1:0 F. Heim (13.)
Zuschauer:
2.330
Glück Auf!
Bilder: Steffen Colditz, Sven Fritzsche, Dennis Hambeck - FCE
Text: Max Richter






