0:0 - Kein Sieg gegen die jungen Kicker der Alten Dame
Verpasste Punkte – nach dem Pokalspiel am Samstag empfing der FC Erzgebirge Aue die Zweite von Hertha BSC. In einer eher schwachen und ereignisarmen Partie gelang den Veilchen diesmal nicht der Lucky Punch. Unser Spielbericht.
Keine Lücke im Kalender – bereits zum zweiten Mal in der noch jungen Saison ging es für die Veilchen in eine Englische Woche. Nach dem harten, aber erfolglosen Kampf im DFB-Pokal reiste am Mittwoch die Zweitvertretung der Alten Dame ins Erzgebirge. In der Regionalliga Nordost hatte die Konkurrenz bereits vorgelegt und der FCE musste nachziehen. Nach den kräftezehrenden 90 Minuten im Pokal rotierte Cheftrainer Khvicha Shubitidze durch. Neben Leon Prosche, Stylianos Kokovas und Linus Queißer rückte auch Christoph Pauling in die Startelf. Den verletzten Max Uhlig ersetzte Routinier Martin Männel.
Keine Treffer im ersten Durchgang
Die Ausgangslage war klar, die Veilchen mussten im heimischen eins-Erzgebirgsstadion drei Punkte holen. Entsprechend engagiert und bestimmt übernahmen die Lila-Weißen von Beginn an die Kontrolle und drängten die junge Truppe aus Berlin hinten rein. Keine acht Minuten waren gespielt, da hielten die Fans zum ersten Mal die Luft an. Ein langer Ball hinter die Kette fand den heranstürmenden Linus Queißer. Hätte der Angreifer zwei Meter mehr Platz zum Tor gehabt, hätte er Keeper Heide schlagen können. Der Schlussmann reagierte aber geistesgegenwärtig und unterband den Angriff. Mehr gelang den Hausherren in der Anfangsphase aber nicht und vor dem Strafraum landeten die meisten Passversuche in den Beinen der Gegner. Die Hertha legte nach gut zehn Minuten die letzte Scheu ab und wurde ebenfalls aktiv. Aber wie bei den Veilchen versandeten die Offensivaktionen im Strafraum.
Nach der kurzen Berliner Drangphase ebbte die Partie spürbar ab und keine der beiden Mannschaften schaffte es in der Folge, das Spiel an sich zu reißen und klare Akzente zu setzen. Für einen der selteneren Höhepunkte sorgte Kapitän Marcel Bär. Nach einer lang geschlagenen Ecke von links zirkelte der Ball im hohen Bogen an den zweiten Pfosten. Aus dem spitzesten aller Winkel köpfte Bär auf das Tor, aber das Spielgerät taumelte nur an der Torlinie entlang und nicht darüber. Bis zur Pause blieben die Erzgebirger nur bei Ecken gefährlich. Aber egal, wie scharf die Hereingaben waren oder wie viele Veilchen sich den Ball entgegenwarfen, der Knoten wollte nicht platzen. Mit dem torlosen Remis ging es in die Halbzeit. Zwar hatten die Auer engagiert gespielt, eine wirklich zwingende oder spielerisch ansprechende Kombination gab es leider nicht.
Queißers Fallrückzieher schlägt nicht ein
Deutlich besser wurde es nach dem Seitenwechsel nicht. Zwar blieben die Veilchen in der Initiative, viele gelungene Aktionen sahen die Fans dabei nicht. Nur Einzelaktionen von Prosche oder Queißer stachen vereinzelt heraus. Ansonsten fand kaum eine Passstaffette den Weg in den Strafraum. Es blieb beim 0:0 und die Hertha lauerte auf Konter. In der 60. Minute hätten die Gäste Aue beinahe noch bestraft. Bei einem der wenigen Herthaner-Angriffe zirkelte Shalva Ogbaidze das Leder auf die Hütte und das Erzgebirge hielt den Atem an, als die Querlatte wackelte. Aue musste ein Zeichen setzen und nur wenig später hätte die Führung fallen müssen. Nach einer Halbflanke an den Strafraum behauptete Queißer die Kugel und setzte mit dem Rücken zum Tor zum Fallrückzieher an. Den wuchtigen Schuss konnte Heide nur mit Glück blocken und in der Folge flipperte der Ball mehrmals durch den Strafraum. Immer wieder versuchten es die Auer, aber die Hertha und Heide bekamen nach drei weiteren Abschlüssen geklärt.
Es ging in die Schlussphase, in der Aue bereits die letzten Heimspiele in der Liga entscheiden konnte. Shubitidze hatte alle Wechsel verbraucht und jeden Offensivspieler von der Bank gebracht. Jetzt warfen die Lila-Weißen alles nach vorne. Wirklich rund lief die Offensive aber weiterhin nicht. Berlin mauerte mit gut sortierten Reihen und ein Abschluss von Skarlatidis blieb die einzige nennenswerte Chance. Heide packte wieder zu und sicherte der Zweitvertretung einen Punkt. Die Veilchen lassen gegen die jungen Kicker der Alten Dame wichtige Punkte liegen und verpassen den dritten Heimsieg in Folge in der Liga.
Der Spielberichtsbogen
Erzgebirge Aue:
M. Männel - P. Kapp, S. Kokovas, N. Lihsek, L. Prosche (75. Burghardt), B. Strietzel - D. Angleberger (72. Heidrich), T. Maciejewski (72. Kamm) - M. Bär, C. Pauling (63. Skarlatidis), L. Queißer (72. Loubongo)
Hertha BSC Berlin II:
K. Heide - E. Adetokunbo-Adelenu, F. Brekalo, M. Kourouma, S. Weiland - J. Ngwa, S. Ogbaidze, M. Schößler, S. Telib - N. Hildebrandt, L. Kannewurf
Tore:
Fehlanzeige
Zuschauer:
5.852
Glück Auf!
Bilder: Steffen Colditz, Sven Fritzsche, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint
Text: Max Richter







