Wie verhext
Trainer Christoph Dabrowski und Torschütze Marvin Stefaniak mussten sich am Sonnabend nach Abpfiff in Mannheim auf die Zunge beißen, um keine Strafe zu riskieren. Andere vermuteten, dass sich die „Fußball-Götter“ gegen den FC Erzgebirge Aue verschworen haben. Was auch getan, versucht, geleistet wird – es reicht 2026 einfach nicht für einen Sieg.
Dabei hatten die Veilchen bei den Buwen die vermutlich beste Halbzeit des Jahres abgeliefert, ließen hinten nichts zu, erspielten sich mehrere Chancen und führten hochverdient mit 1:0 zur Pause. Der Ausgleich fiel früh nach Wiederanpfiff, ein Pressschlag an der Grundlinie im 50:50-Zweikampf kippte zugunsten der Gastgeber und es stand 1:1. Danach wurde ein Tor von Marcel Bär nicht gegeben, eine Abseitsstellung konnte auch in Zeitlupe von den TV-Bildern nicht eindeutig erkannt werden. Und schließlich zählte ein Treffer der Mannheimer, der keiner war.
Erneut fuhr das Team aus Aue mit leeren Händen nach Hause und fragte sich, was es eigentlich verbrochen hat. Erst fehlt das Glück, dann kommt auch Pech dazu. Strittige Entscheidungen auf der Kippe auch mal in Richtung Lila-Weiß? Fehlanzeige. Hinzu kommt der Blick in die Saison-Statistik. In 30 Liga-Spielen bekam der FCE genau einen Elfmeter zugesprochen – am ersten Spieltag gegen Rostock. Es ist wie verhext.
Es ist schwer in diesen Tagen, den Kopf oben zu behalten. Und nicht zu verzweifeln oder zu resignieren. Mannschaft und Trainerteam versuchen es weiter. „Die Mannschaft lebt. Was soll ich den Jungs in Mannheim vorwerfen?“, stellte Christoph Dabrowski nach Spielschluss eine fast schon rhetorische Frage. Am Sonntag im Pokal soll, muss der erste Sieg 2026 her. Ein Erfolgserlebnis, das womöglich nochmal Kräfte freisetzt.


