Osterspaziergang ganz anders
Goethes „Osterspaziergang“ gehört wohl zu den bekanntesten Gedichten der deutschen Literatur. Der positive Tenor des Klassikers blieb dem FC Erzgebirge Aue jedoch verwehrt. „Im Tale grünet Hoffnungsglück“ galt am Samstag höchstens für die Gäste aus Hoffenheim – die sich mindestens in den ersten 20 Minuten an einen „Osterspaziergang“ durch die Reihen der Veilchen erinnert fühlten.
Die Mannschaft des FCE hatte sich viel vorgenommen vor heimischer Kulisse, das Heimspiel gegen die TSG-Youngster galt bei manch einem als letzte Chance. Doch bereits nach sieben Minuten stand es 0:2, allzu leicht spazierten die Gäste durch die Hintermannschaft der indisponierten und schließlich völlig verunsicherten Hausherren. Spätestens nach dem 0:3 und der roten Karte für Jamilu Collins war die Partie gelaufen, auch wenn Aue die zweite Halbzeit in Unterzahl mit 2:1 für sich entschied und zumindest Ergebniskosmetik betrieb. Vom ersehnten Dreier war das Team allerdings bereits ganz früh in dieser Begegnung meilenweit entfernt.
Der komplett frustrierte Doppel-Torschütze Marcel Bär bezeichnete die Leistung der Mannschaft nach nunmehr sieben Saisontoren in 15 Einsätzen als „peinlich“, Trainer Christoph Dabrowski entschuldigte sich im Interview bei den zahlenden Zuschauern. Zu einfach kamen die Gäste aus Hoffenheim zu ihren Treffern, einem „Osterspaziergang“ nicht unähnlich. Das Goethe-Gedicht endet mit den Worten „Zufrieden jauchzet gross und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“ So menschlich Fehler auch sind, es gab davon zu viele beim FCE und zufrieden war ganz sicher niemand der fast 8000 Besucher im eins-Erzgebirgsstadion. Fünf „Eier“ legte Hoffenheim dem dezimierten Gastgeber ins Nest. Die Höchststrafe kam jedoch von den eigenen Fans, die sich in Sarkasmus flüchteten und Treffer des Kontrahenten beklatschten. Ein schwarzer Tag für den gesamten Verein.
Ungeachtet des verständlichen Frusts wünscht der FC Erzgebirge Aue allen Mitgliedern, Fans und Sponsoren ein erholsames Osterfest.


