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3:5 - Veilchen kassieren nächste Abreibung

Schwarzer Ostersamstag im Lößnitzal – im Heimspiel des FC Erzgebirge Aue gegen die TSG Hoffenheim II kassieren die Lila-Weißen die nächste schallende Klatsche, die auch drei selbst erzielte Treffer nicht kaschieren können. Unser Spielbericht. 

Blutleere erste halbe Stunde

Die nächste Englische Woche lag vor den Veilchen im Kalender. Nachdem im ersten Quartal des Jahres kein Sieg in der Liga gelang, sollte nun im Monat April die Wende folgen. Nur noch Erfolge zählten für die Lila-Weißen und im Heimspiel gegen die Zweitvertretung der TSG Hoffenheim mussten die Punkte im Schacht bleiben. Nach dem Weiterkommen in Lichtenstein veränderte Trainer Christoph Dabrowski die Mannschaft nur auf einer Position. Marcel Bär rückte für Vincent Ocansey in den Sturm und spielte von Beginn an. Erneut bildeten Ryan Malone zusammen mit Jamilu Collins die Innenverteidigung, flankiert von Moritz Seiffert und Pascal Fallmann. Die Doppelsechs stellten Eric Uhlmann und Luan Simnica. Bei nassgrauem Aprilwetter ging es im Lößnitztal ins Spiel. 

Vielleicht mochten sich die Auer einiges vorgenommen haben, es folgte aber die wahrscheinlich schlechteste Viertelstunde, die die Erzgebirger seit langem auf den Platz brachten. Wie in einem Trainingsspiel wurde die Mannschaft von Christoph Dabrowski von den Gästen aus dem Kraichgau zerpflückt. Den Anfang machte Deniz Zeitler. Mühelos konnte der beste Stürmer der Hoffenheimer sich den Ball im Strafraum zurecht legen und ins lange Eck schieben - 0:1. Gerade mal sechs Minuten waren gespielt, aber Alptraum hatte für die Auer Fans erst begonnen. Nur wenige Augenblicke später reichte ein langer Abschlag, um die Hintermannschaft zu überspielen. Luca Erlein war durch, legte quer und Luka Duric drückte den Ball über die Linie - 0:2. Aller guten Dinge sind drei, leider aller schlechten auch. Die erste Viertelstunde im Schacht war noch nicht vorbei, da reichte Hoffenheim erneut ein langer Ball. Yannick Eduardo machte die Kugel an der Mittellinie fest und bediente Paul Hennrich. Der Offensivspieler konnte unbedrängt auf das Auer Tor spazieren und den Ball ins Eck schlenzen - 0:3. 

Es war ein Offenbarungseid. Ohne Gegenwehr, ohne Pressing, ohne Mut und ohne Elan gaben sich die Veilchen auf. Zweifelsohne spielten die Kraichgauer mit technisch feiner Klinge. Gegen die butterweiche Auer Abwehr wäre aber jedes Messer durchgegangen. Jamilu Collins unterband das 0:4 mit einer Notbremse, dafür flog der Verteidiger in der 19. Minute mit Rot vom Platz. Das zögerte den Gegentreffer lediglich um zehn Minuten hinaus. Nachdem die ersten drei Tore fein herausgespielt waren, trafen die Hoffenheimer auch mit Slapstick. Nachdem Hennrich einen Abschluss verpatzte, konnte Duric den Querschläger einköpfen – 0:4. Fassungslos und bedient reagierte das Publikum. In Unterzahl und mit reichlich Rückstand drohte dem Erzgebirge ein finsteres Osterfest. Dabrowski reagierte und nahm Erik Weinhauer und den bereits verwarnten Ryan Malone vom Feld. Nicht nur die defensive Leistung war katastrophal, in der Offensive fand Aue schlicht nicht statt. Als Julian Günther-Schmidt sich in der 40. Minute drehte und Marcel Bär auf die Reise schickte, war das der erste erfolgreiche Angriffsversuch der Veilchen im gesamten Spiel. Der Top-Torjäger der Lila-Weißen gab sich aber keine Blöße. Frei vor Keeper Petersson netzte Bär ein und verkürzte auf 1:4. 

Auer Treffer nicht mehr als Ergebniskosmetik

Auch die zweite Hälfte begann mit einer Chance von Marcel Bär. Diesmal hatte Jannic Ehlers den Stürmer auf den Weg geschickt. Diesmal blieb aber Petersson der Sieger. Mit einer starken Parade verhinderte der Schlussmann der Hoffenheimer den zweiten Anschlusstreffer, der vielleicht etwas Hoffnung gemacht hätte. Stattdessen patzte Tristan Zobel auf der anderen Seite und gab einen bereits eroberten Ball wieder auf. Eduardo bedankte sich, passte in den Strafraum und Zeitler stellte ohne Probleme auf 1:5. Hoffenheim führte Aue vor. Die Lila-Weißen konnten froh sein, dass die Gäste mehrere Gänge zurückschalteten und den FCE verschonten. Der einzige Wermutstropfen für die Anhänger der Lila-Weißen war die Moral der Mannschaft. Auch in Unterzahl gab sich die Mannschaft nicht ganz auf. Moritz Seiffert konnte in der 56. Minute einmal mehr Marcel Bär bedienen, der erneut verkürzte und in der Schlussphase legte Pascal Fallmann für den eingewechselten Ricky Bornschein auf. Die Anschlusstreffer waren aber nicht mehr als Ergebniskosmetik. Nach einer desolaten ersten Halbzeit und einer insgesamt kraftlosen Leistung verlieren die Veilchen das siebte Ligaspiel in Folge.

Der Spielberichtsbogen

FC Erzgebirge Aue:

Männel - Fallmann, Malone (33. Zobel), Collins, Seiffert - Simnica, Uhlmann (84. Majetschak) - Weinhauer (33. Fabisch), Günther-Schmidt (67. Schmid), Ehlers - Bär (84. Bornschein)


TSG Hoffenheim II:

Petersson - Erlein (79. Abraha), Lührs, Lässig, Hör - Engelns, Duric (57. Poller) - Micheler (79. Dagdeviren), Hennrich, Zeitler (85. Jindaoui) - Eduardo (57. Labes)

 

Tore:

0:1 Zeitler (5.)

0:2 Duric (8.)

0:3 Hennrich (15.)

0:4 Duric (29.)

1:4 Bär (40.)

1:5 Zeitler (52.)

2:5 Bär (55.)

3:5 Bornschein (85.)

 

Zuschauer:

7.793

 

Glück Auf!

 

Bilder: Dennis Hambeck - FCE, Gabor Krieg - PicturePoint

Text: Max Richter