1:3 - Veilchen verlieren auch gegen Havelse
Flutlichtspieltag und Sechspunktespiel – zum Auftakt des 22. Spieltags ging es für die Veilchen nach Niedersachsen zum TSV Havelse. Bei nasskaltem Wetter und schwierigen Platzbedingungen brauchten beide Mannschaften lang, um ins Spiel zu kommen. Kurz vor der Pause schlugen die Auer zu, standen am Ende aber ohne Punkte da. Unser Spielbericht.
Clausen zieht ab - Fabisch hält den Fuß rein
Frostige Zeiten – während der Winter Deutschland fest im Griff hat und die Temperaturen kaum über den Gefrierpunkt kommen, sind die Veilchen tief im Abstiegskampf festgefroren Mit zwei Niederlagen startete die Elf von Jens Härtel denkbar schlecht in die Rückrunde und nach dem bitteren Misserfolg in Rostock gab es am vergangenen Wochenende gegen Ulm eine schallende Klatsche. Mit 0:3 unterlagen die Veilchen zuhause den Spatzen und rutschten wieder unter den Strich. Gegen den TSV Havelse waren die Lila-Weißen nun zum Siegen verdammt, um die ersten Punkte im neuen Jahr zu sammeln. Jens Härtel stellte einiges um und brachte mit Vincent Ocansey gleich einen Neuzugang. Der ausgeliehene Stürmer aus Bielefeld rückte direkt in die Spitze und startete neben Marcel Bär. Defensiv begannen die Auer in einer neuen Grundformation. Mit Dreierkette und zwei flankierenden Schienenspielern ging es bei eiskalten Temperaturen und leichtem Nebel ins Freitagabendspiel.
Auf dem Acker des Eilenriedestadions dauerte es aber eine ganze Weile, bis man echten Fußball sehen konnte. Beide Mannschaften kämpften mehr mit dem tiefzerfurchten Rasen und so hatte Marcel Bär die erste Chance erst nach gut einer Viertelstunde. Nach einem schönen Seitenwechsel von Pascal Fallmann hatte Marvin Stefaniak viel Platz und suchte mit einer Flanke seinen Stürmer. Bär fehlten Zentimeter, um den Ball richtig zu erwischen. Der Ausflug in die gegnerische Hälfte war aber nicht mehr als ein kurzes offensives Feuer. Die Veilchen zeigten gute Ansätze, nur fehlte bei den schnellen Seitenwechseln oder Umschaltmomenten die Präzision. Havelse kam hingegen kaum einmal vor den Kasten von Martin Männel. Die neu formierte Abwehrkette hatte ihren Rhythmus gefunden.
Gegen Ende der ersten Hälfte schaltete Aue einmal höher und drängte Havelse zurück. Mehr als ein paar gute Ansätze über die linke Seite kamen aber nicht zusammen. So mussten Standards her und tatsächlich kamen die Veilchen so zum Erfolg. Nach einer Ecke von rechts mussten zwei Innenverteidiger von Havelse Vincent Ocansey blocken. Abgefälscht von Ocansey landete der Ball an der Strafraumkante. Aus dem Hinterraum rauschte Mika Clausen an und zog ab. Schon der Schussversuch des Mittelfeldspielers wäre gefährlich geworden, aber Jonah Fabisch machte ihn unhaltbar. Der Mittelfeldmotor hielt den Fuß rein und netzte ein. 1:0 für die Veilchen. Mit seinem dritten Saisontor brachte Fabisch Aue kurz vor der Pause in Führung.
Havelse dreht das Spiel
Die lila-weiße Welt hätte nach der Pause fast noch besser aussehen können. Nach einem Seitenwechsel legte Marcel Bär mit viel Übersicht den Ball im Strafraum quer in den Lauf von Luan Simnica. Der zuvor eingewechselte Mittelfeldspieler hatte freie Bahn, aber setzte das Leder links am Kasten vorbei. Es hätte eine Vorentscheidung sein können, denn auf dem immer schlechter werdenden Platz war kaum noch echter Kombinationsfußball möglich und mit doppeltem Rückstand wären die Niedersachsen wohl nicht mehr zurückgekommen. Stattdessen wurde jetzt wieder Havelse stärker und die Hausherren hatten ihre erste Drangphase. Nassim Boujellab gab den ersten gefährlichen Warnschuss ab. Und der Ex-Schalker sollte wenige Minuten später wieder im Mittelpunkt stehen. Eine Viertelstunde vor Schluss bekam die bis dahin so sattelfeste Auer Abwehr einen Ball im Strafraum nicht geklärt. Kolgeci machte die Kugel wieder scharf und Boujellab hatte die Ruhe vor dem Kasten und netzte ein. 1:1 – fast aus dem Nichts war Havelse wieder im Spiel.
Es sollte nicht der einzige Nackenschlag bleiben. Beflügelt vom eigenen Treffer und mit Selbstbewusstsein spielten die Niedersachsen auf. Havelse verteidigte die wenigen spärlichen Angriffsversuche mühelos und entdeckte in der Offensive die eigene Kaltschnäuzigkeit. Gleich mit der nächsten Strafraumaktion drehten die Rot-Weißen das Spiel. Wieder verteidigte Aue ohne jegliche Souveränität und mit Slapstick. Eine Bogenlampe durch den Auer Strafraum landete bei Florian Riedel, der querlegte und Paldino bediente. Der Stürmer der Havelser war völlig frei, drehte sich und netzte ein. 2:1 für Havelse. Was sich die Veilchen im ersten Durchgang mühevoll erarbeitet hatten, brach nach der Pause komplett zusammen. Für den Schlusspunkt sorgten wieder die Niedersachsen. Weit aufgerückt lief Aue in einen letzten Konter. Robin Müller konnte von Martin Männel nicht mehr gestoppt werden und stellte mit dem Schlusspfiff auf 3:1 für Havelse. Nach der schwachen zweiten Hälfte in der vergangenen Woche gegen Ulm geben die Auer auch ein weiteres wichtiges Spiel nach dem Seitenwechsel aus der Hand und bleiben im neuen Jahr ohne Punkt.
Der Spielberichtsbogen
TSV Havelse:
Opitz - Duah, Plume, Kolgeci - Düker (86. Oltrogge), Berger, Boujellab - Ilic, Rexhepi (63. Müller), Paldino (90.+2 Schepp), Aytun (63. Riedel)
FC Erzgebirge Aue:
Männel - Fallmann, Barylla, Zobel, Collins - Uhlmann (84. Bornschein), Fabisch - Clausen (46. Simnica), Bär (72. Ehlers), Ocansey, Stefaniak (79. Guttau)
Tore:
0:1 Fabisch (45.+1)
1:1 Boujellab (74.)
2:1 Paldino (80.)
3:1 Müller (90.+6)
Zuschauer:
1.012
Glück Auf!
Bilder: Steffen Colditz, Dennis Hambeck - FCE, Gabor Krieg - PicturePoint
Text: Max Richter







