1:2 - Aue verliert das Ostduell gegen Energie
FC Erzgebirge gegen FC Energie – zum 25. Spieltag stieg das Ostduell der Veilchen gegen die Lausitzer im Lößnitztal. In einer hart umkämpften Partie gingen die Erzgebirger erst in Führung und hielten lange gut gegen den Tabellenführer mit. Den Lucky Punch setzten im strömenden Regen allerdings die Gäste. Unser Spielbericht.
Bär trifft sehenswert - Manu gleicht aus
Der erste Sieg im neuen Jahr, er musste einfach her für die Lila-Weißen. Unmittelbar vor dem historischen 80. Vereinsgeburtstag standen die Erzgebirger auf einem Abstiegsplatz und drohten, den Anschluss in der Tabelle zu verlieren. Unter Neu-Trainer Christoph Dabrowski erarbeitete sich die Mannschaft zuletzt zwei Remis. Aber mit nur zwei Zählern war die Ausbeute seit der Winterpause einfach zu schwach. Nachdem es gegen die direkte Konkurrenz nicht klappte, wartete nun ein echter Brocken. Ins Erzgebirge reiste der Tabellenführer und Aufstiegsaspirant Energie Cottbus. Die Mannschaft von Pele Wollitz fegte wieder durch die 3. Liga und spielte den wohl attraktivsten und offensivstärksten Fußball der Liga. Gegen diese Elf sollten die Veilchen das Wunder schaffen und den ersten Sieg im neuen Jahr einfahren. Dafür stellte Dabrowski um und ersetzte den gesperrten Eric Uhlmann mit Julian Guttau und im Sturm bekam Jannic Ehlers nach seinem Debüt-Tor am vergangenen Wochenende das Vertrauen.
Unter herrlichem Wismut-Wetter und im Schein des Flutlichts ging es am späten Sonntagnachmittag ins Spiel. Über 10.000 Auer-Fans sorgten von Beginn an für die richtige Stimmung. Es knisterte regelrecht im Lößnitztal und nach nicht mal sechs Minuten brachte Marcel Bär dieses Pulverfass zum ersten Mal zum Explodieren. Julian Guttau leitete den Angriff ein und bediente Pascal Fallmann, der den Ball sofort in die gefährliche Zone brachte. Über Mika Clausen und Jannic Ehlers landete der Ball im Strafraum beim Top-Torjäger der Veilchen. Mit einer Drehung schüttelte Bär seinen Gegenspieler ab und knallte die Kugel traumhaft in die Maschen. 1:0 – die Veilchen waren mit dem ersten Torschuss in Führung gegangen und vollendeten die schönste Kombination der vergangenen Wochen mit einem sehenswerten Treffer. Das Erzgebirge schöpfte wieder Hoffnung, aber nach dem Kickstart übernahmen sofort die Gäste das Spielgeschehen.
Die Wollitz-Elf suchte die direkte Antwort und fand diese keine fünf Minuten später. Einen Eckstoß von der linken Seite bekamen die Auer nicht geklärt. Die Cottbuser machten über Michelbrink den Ball mit einer Flanke wieder scharf und im Zentrum stieg Innenverteidiger King Manu am höchsten und die Kopfball-Bogenlampe senkte sich genau im langen Eck des Auer Tors. 1:1 – die direkte Antwort der Gäste. Cottbus demonstrierte eindrucksvoll ihre Stärke und in der Folge schalteten die Lausitzer gleich mehrere Gänge hoch. Während die Auer mit Mühe und Not den Ball über die Mittellinie tragen mussten, schaltete Energie blitzschnell und immer gefährlich um. Die Veilchen schwammen und mussten sich über weite Strecken der ersten Hälfte dem Dauerdruck erwehren. Tolcay Cigerci, Erik Engelhardt und Moritz Hannemann beschäftigen die Auer Viererkette fast im Alleingang. Das optische Übergewicht münzte Cottbus immerhin nicht in Torchancen um. Die beste Chance der Brandenburger jagte Alex Borgmann über die Querlatte. Auf der anderen Seite konnte Aue sich erst kurz vor der Pause wieder befreien. Die beiden Torchancen auf die erneute Führung hatte Linksverteidiger Jamilu Collins, dem bei seinen beiden Abschlüssen das nötige Glück fehlte.
Zweite Pause und zweiter Gegentreffer
Die erste Hälfte hatte deutlich gemacht, welche individuelle und spielerische Qualität Energie auf den Platz bringen konnte. Aber die Veilchen bewiesen gleichermaßen, dass sie Nadelstiche setzen konnten. Unverändert ging es in die zweite Hälfte. Nach wenigen Minuten war an Fußball aber erstmal nicht mehr zu denken. Nach Cottbuser Provokationen stürmten mehrere Auer Fans in den Innenraum des Stadions und an den Ecken des Gästeblocks kam es zu Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften und den Fanlagern. Das Schiedsrichtergespann schickte die Mannschaften und Mitarbeiter in die Kabine. Erst nach einer mehrminütigen Beruhigungspause konnte die Partie wiederaufgenommen werden. Bei immer stärker werdendem Regen und absinkenden Temperaturen war diese erzwungene Pause natürlich kaum förderlich für den Spielfluss beider Mannschaften.
Entsprechend schwer taten sich beide Teams, wieder ins Rollen zu kommen. Energie konnte Aue nicht mehr so gut wie in der ersten Hälfte unter Druck setzen und bis auf einzelne weite Schläge kamen die Veilchen nicht mehr wirklich gefährlich ins letzte Drittel. Zwei harmlose Flachschüsse auf den Kasten von Martin Männel brachte Cottbus in den anschließenden Minuten zustande. Die Erzgebirger brauchten für ihre erste Chance fast eine Viertelstunde. Dann konnte Aue erstmals das Spiel gut verlagern und Jannic Ehlers bediente Pascal Fallmann. Die Flanke des Rechtsverteidigers wurde zum Schuss und Marius Funk im Gästetor musste eingreifen und die Kugel über die Querlatte lenken. Wirklich Tempo und Power brachten beide Teams nicht mehr hinter den Ball und auf dem tiefen Rasen im eins-Erzgebirgsstadion wurde das zunehmend schwerer.
Schiedsrichter Lukas Benen leitete das Ostduell darüber hinaus sehr streng und pfiff auch kleinere Fouls und Zweikämpfe rigoros ab. So war klar, dass das nächste Tor entscheiden würde, sofern es denn für eine der Mannschaften fallen würde. Aue fehlte dafür das Glück. Bei zwei weiteren Hereingaben von rechts verteidigte Energie unkonzentriert und im Zentrum verpasste Marcel Bär einen Querpass nur knapp. Auch bei der nächsten Chance stand der Torschütze zum 1:0 unfreiwillig im Mittelpunkt. Nach einer Flanke von Fallmann knallte Marvin Stefaniak den Ball im Strafraum auf den Kasten. Der Abschluss wäre brandgefährlich geworden, nur blockte Bär die Kugel unfreiwillig ab. Und wenn das Glück nicht mit dir ist, dann haben es leider die anderen Energie hatte durch Justin Butler schon eine gute Gelegenheit in der 82. Minute. Männel musste den scharfen Flachschuss parieren. Aber kurz vor dem Ablauf der regulären Spielzeit bekamen die Lausitzer noch einen Freistoß zugesprochen. Wieder wurde das Leder weit in den Auer Strafraum geschlagen. Cigerci köpfte den Ball wieder in die Mitte, wo Borgmann freistand und den Ball in die Maschen drückte. 1:2 – Aue kassierte den Cottbuser Lucky Punch. Nochmal mobilisierten die Veilchen alles. Aber die letzte Chance setzte Marvin Stefaniak mit einem Freistoß knapp neben das Tor. Es blieb beim Sieg für Energie. Die Veilchen belohnen sich trotz aufopferungsvollem Kampf nicht und stehen in der Tabelle nun vor einer unfassbar großen Herausforderung.
Der Spielberichtsbogen
FC Erzgebirge Aue:
Männel - Fallmann, Malone, Zobel, Collins (89. Ocansey) - Fabisch, Guttau (71. Günther-Schmidt) - Clausen, Stefaniak - Bär, Ehlers
FC Energie Cottbus:
Funk - Straudi, Awortwie-Grant, Manu, Lucoqui - Michelbrink (61. Tolga Cigerci), Pelivan (81. Butler), Borgmann - Hannemann (61. Moustfa), Engelhardt, Tolcay Cigerci (89. Cvjetinovic)
Tore:
1:0 Bär (5.)
1:1 Manu (12.)
1:2 Borgmann (89.)
Zuschauer:
11.724
Glück Auf!
Bilder: Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint
Text: Max Richter







