10:0 - Veilchen ziehen standesgemäß ins Halbfinale ein
Aschebahn, Bauzäune, Bratwurststand – Sachsenpokal-Viertelfinale. Der FC Erzgebirge nahm die nächste Hürde und holte bei der SSV Fortschritt Lichtenstein den langersehnten ersten Sieg im neuen Jahr. Nach dem ersten Schock berappelten sich die Auer und zogen mit einem deutlichen Ergebnis ins Halbfinale ein. Unser Spielbericht.
Doppelter Collins bringt Aue auf die Spur
Das erste Pokalwochenende im Kalenderjahr 2026 führte die Veilchen nach Lichtenstein. Im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion empfing die SSV Fortschritt den FC Erzgebirge im Viertelfinale des Wernesgrüner Sachsenpokals. Siebte Liga gegen dritte Liga – dennoch schonte Christoph Dabrowski die Profis nicht. Mit einer Stammspielergespickten Elf gingen die Lila-Weißen an den Start. Moritz Seiffert blieb auf der linken defensiven Seite, dafür rückte Jamilu Collins in die Innenverteidigung. Die einzige Spitze gab Vincent Ocansey, während auf den Flügeln Jannic Ehlers und Erik Weinhauer. Bei den Gastgebern waren dafür ebenfalls mehrere ehemalige Nachwuchskicker aus der Auer Kaderschmiede auf dem Platz. Toni Grabowski, Paul Börner, Rico Bär, Max Gehrmann und einige andere lernten im Schacht das Kicken.
Bei trockenen Bedingungen ging es in Lichtenstein ins Spiel, aber die Verunsicherung aus der Liga legten die Veilchen nicht gleich ab. Fortschritt hatte gleich in der ersten Minute eine Riesenchance auf das 1:0. Martin Männel missglückte ein Klärungsversuch und plötzlich war Wilczynski allein durch. Der Lichtensteiner hätte netzen können, aber Malone verhinderte mit einer Rettungstat den frühen Rückstand. Aue schüttelte sich und fand dann ins Spiel. Ab da kontrollierten die Profis das Spiel und Jannic Ehlers und Erik Weinhauer vergaben die ersten guten Chancen. Den ersten Treffer erzielte Vincent Ocansey, der nach guter Vorarbeit von Fallmann im Strafraum frei abschließen konnte und Grabowski überwand. Der Keeper der Hausherren mit der lila-weißen Vergangenheit war in der Folge der größte Widerstand für die Erzgebirger. Julian Günther Schmidt und Vincent Ocansey scheiterten beide am Schlussmann. Immer wieder kombinierten sich die Auer in den Strafraum, aber die Katze von Lichtenstein kratzte alles aus dem Eck, was auf das Tor kam.
Bornschein-Hattrick
Eine Ecke von links verlängerte Jannic Ehlers und Jamilu Collins lief perfekt ein. Der Abwehrspieler erhöhte auf 2:0 und legte nur wenige Minuten später mit einem Kopfball das 3:0 nach. Damit ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel ging es weiterhin nur in eine Richtung. Bei Fortschritt stand nun der nächste ehemalige Auer zwischen den Pfosten. Aber Max Scheich konnte Aue auch nicht bremsen. Die Veilchen nahmen die Pflichtaufgabe ernst und legten im zweiten Durchgang deutlich nach. Den Anfang machte Maximilian Schmid, der eine Flanke von Julian Guttau verwertete. Danach stellte Pascal Fallmann auf 5:0. Der Rechtsverteidiger tankte sich durch und schlenzte dann mit links ins lange Eck. Christoph Dabrowski wechselte währenddessen durch und brachte auch Ricky Bornschein. Der Neuner, der schon einmal im Sachsenpokal bei Tapfer Leipzig vier Buden machte, schraubte in den Minuten nach seiner Einwechslung das Ergebnis hoch. Erst verwandelte der Stürmer einen Elfmeter, dann netzte er zweimal aus dem Spiel heraus.
Die spielerische und körperliche Überlegenheit spielten die Auer bis zum Schluss aus. Erik Weinhauer und Eric Uhlmann setzten die Schlusspunkte. Mit 10:0 ziehen die Veilchen in das Halbfinale des Sachsenpokals ein. Dort gastieren die Lila-Weißen dann erneut beim Chemnitzer FC.
Der Spielberichtsbogen
SSV Fortschritt Lichtenstein:
Grabowski (47. Scheich) - Viertel, Bär, Börner, Oertel (72. Söllner) - Günnel (64. Ebersbach), Fritzsche (66. P. Herold), Frühauf - Wilczynski, Gehrmann, Kriedemann
FC Erzgebirge Aue:
Männel - Fallmann (60. Hetzsch), Malone (71. Zobel), Collins, Seiffert - Günther-Schmidt (46. Schmid), Simnica (46. Uhlmann), Guttau - Weinhauer, Ocansey, Ehlers (46. Bornschein)
Tore:
0:1 Ocansey (14.)
0:2 Collins (28.)
0:3 Collins (34.)
0:4 Schmid (55.)
0:5 Fallmann (58.)
0:6 Bornschein (68./HE)
0:7 Bornschein (80.)
0:8 Bornschein (82.)
0:9 Uhlmann (84.)
0:10 Weinhauer (86.)
Zuschauer:
3.000
Glück Auf!
Bilder: Steffen Colditz, Alexander Gerber, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint






