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0:0 - Remis im letzten Heimspiel

Die letzte Heimpartie im Schacht - zum vorletzten Spieltag empfing der FC Erzgebirge Aue den MSV Duisburg. Gegen die Aufstiegsaspiranten aus dem Ruhrpott lieferten die Veilchen eine echte Abwehrschlacht und hätten am Ende sogar drei Punkte in der Hand haben können. Unser Spielbericht. 

Ein vorerst letztes Mal ertönt das Steigerlied in der 3. Liga. Mit dem 37. Spieltag verabschiedet sich das Erzgebirge aus der untersten nationalen Liga des Profifußballs. Ein Tag mit viel Wehmut für die Fans der Veilchen, die in diesem Jahr ein schweres Los gezogen hatten. Aber der Fußball ist schnelllebig und spart nicht mit Geschichten. Vor fast genau zwei Jahren gastierten die Veilchen zum letzten Heimspiel der Duisburger in der Saison 2023/24. Die Zebras waren nach einer desolaten Spielzeit bereits in die Regionalliga West abgestiegen. Während Aue in der 3. Liga blieb, rauschte der MSV souverän zum Wiederaufstieg und nahm den Schwung gleich mit. Nach einem hart erkämpften Sieg über Cottbus können die Fans des Traditionsvereins sogar vom Durchmarsch träumen. Wer weiß also, wo die Veilchen in zwei Jahren stehen. Mit dieser Zukunftsmusik beschäftigte sich Interimstrainer Khvicha Shubitidze zweifelsohne nicht, der Übungsleiter blieb seiner Linie treu. Auch gegen die Zebras wurde wieder rotiert. Diesmal rückten Erik Majetschak und Julian Günther-Schmidt in die Formation. 

Lord fährt die Pranke aus

Im nassgrauen Wetter im Lößnitztal ging es ins Spiel. Die Abstiegsdepression traf auf die Aufstiegseuphorie und doch sahen die Fans beider Lager in den Anfangsminuten eine ausgeglichene Partie. Beide Mannschaften scheuten das Risiko und verlegten sich auf das sichere Passspiel. Die Zebras kombinierten sich an den Strafraum, die Veilchen versuchten es schneller und vertikaler. Erfolgreich war keine der Methoden. Erst nach über 20 Minuten sorgte ein Schuss von Julian Guttau aus spitzem Winkel für das erste Raunen. Der MSV kam kaum einmal an der eng gestaffelten lila-weißen Fünferkette vorbei. Gut bewacht vom ehemaligen Teamkollegen hatte der Ex-Auer Florian Krüger im Drittel der Partie keinen Raum für Akzente und Louis Lord blieb im Kasten beschäftigungslos. 

Erst gegen Ende der ersten Hälfte griff der Ruhrpottclub tiefer in die Trickkiste und schaffte es, den erzgebirgischen Riegel zu überspielen. Thilo Töpken kam gleich zweimal zum Abschluss im Strafraum, aber es rettete der letzte Mann. Louis Lord packte erst sicher zu und streckte sich in der 41. Minute so lang er konnte. Der Auer Keeper lenkte den gefährlichsten Abschluss der Gäste um den Pfosten und sicherte die Null zur Pause. Die Veilchen lieferten keinen schlechten Auftritt gegen die Zebras, verpassten es aber, selbst Akzente im gegnerischen Strafraum zu setzen. Einziger Wermutstropfen blieb für die Veilchen die Verletzung von Linksverteidiger Moritz Seiffert. Der Flügelläufer musste nach gut einer halben Stunde runter, für ihn rückte Collins auf. 

Die doppelte Null steht

An der Spieldynamik änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts, die Vorzeichen hatten sich natürlich nicht verändert. Der MSV war weiterhin zum Siegen verdammt, um im Aufstiegsrennen vorlegen zu können. Aue tat nach Kräften alles, um eine weitere Niederlage im Schacht zu vermeiden. Die Fünferkette von Shubitidze stand tief und sortiert und ließ den Zebras kaum Platz zum Wirken. Aber Duisburg erhöhte langsam und stetig den Druck. Zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff hatte Dominik Kother die erste Chance für die Blau-Weißen. Gut eingesetzt bei einem Konter auf der linken Seite brachte sich der Offensivspieler in Position und zog ab. Lord riss die Fäuste hoch und parierte souverän. Wenige Augenblicke konnte der Schlussmann der Erzgebirger allerdings nur zuschauen. Nach einer Ecke der Zebras gelang es Aue nicht, den Ball zu klären. Innenverteidiger Schlicke versuchte es und verfehlte das rechte Eck um wenige Zentimeter. 

Die Zebras liefen an und die Veilchen verteidigten, mauerten und bissen sich durch die zweite Hälfte. Vor über 10.000 Zuschauern wollten die Lila-Weißen ihr letztes Heimspiel in der 3. Liga nicht kampflos herschenken. Damit nicht genug. In der Nachspielzeit hatten die Auer den Sieg auf den Füßen. Erst scheiterte der eingewechselte Jannic Ehlers aus spitzem Winkel, dann bekam Marcel Bär gleich zweimal die Chance, einen Konter zu veredeln. Maximilian Braune im Tor des MSV hielt aus der Kaltem zweimal glänzend und schaute dann den Schlenzer von Bär am langen Pfosten vorbei. Auch die letzte Chance gehörte den Hausherren. Duisburg warf alles vor und Aue konterte. Bär schickte Uhlmann auf die Reise und der Joker hätte einfach nur Ehlers bedienen müssen. Aber wie so oft scheiterten die Veilchen mit der Kür. Der Querpass misslang und so stand die doppelte Null auf der Anzeigentafel so sicher wie zum Spielbeginn. Aue und Duisburg trennten sich 0:0. 

Der Spielberichtsbogen

FC Erzgebirge Aue:

Lord - Barylla, Malone, Zobel, Majetschak - Fabisch (70. Uhlmann), Günther-Schmidt (70. Simnica) - Weinhauer (79. Stefaniak), Guttau (79. Ehlers), Seiffert (26. Collins) - Bär


MSV Duisburg:

Braune - Bitter (62. Casar), Hahn, Schlicke - Bulic, Göckan (62. Coskun) - Krüger (80. Sussek), Viet - Jessen, Töpken (62. Lobinger), Kother (70. Noß)

 

Tore:

Fehlanzeige


Zuschauer:

10.334

 

 

Glück Auf!

 

Foto: Alexander Gerber, Steffen Colditz, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint

Text: Max Richter