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0:0 - Aue und Saarbrücken trennen sich torlos

Abstiegskampf pur – zum zweiten Heimspiel im neuen Jahr empfingen die Veilchen mit dem 1. FC Saarbrücken wieder einen direkten Konkurrenten zum Kellerduell im Lößnitztal. Trotz vieler Chancen auf beiden Seiten zappelte das Tornetz nicht und im wichtigen Spiel trennten sich die Traditionsvereine unentschieden. Unser Spielbericht. 

Bär scheitert an der Torumrandung

Trainerwechsel im Lößnitztal – nach einem enttäuschenden Start in die Rückrunde mit drei bitteren Niederlagen in Folge gab es personelle Konsequenzen bei den Veilchen. Christoph Dabrowski übernimmt die Lila-Weißen an der Seitenlinie und soll im Erzgebirge die sportliche Trendwende schaffen und den drohenden Abstieg in die Viertklassigkeit verhindern. Nur noch Punkte zählten jetzt. In den verbleibenden 16 Spielen der Saison mussten die Veilchen genug Zähler sammeln und der Konkurrenz entreißen. Die beste Chance dazu gab es gleich im ersten Heimspiel unter dem neuen Übungsleiter. Gegen den direkten Tabellennachbarn musste um jeden Preis ein Dreier her. Christoph Dabrowski setzte auf die gleiche Elf wie gegen Havelse, nahm aber Veränderungen in der taktischen Grundformation vor und schickte seine neue Mannschaft bei kühlen, aber trockenen Bedingungen ins Spiel. 

Mit viel Wut im Bauch legten die Lila-Weißen los und versuchten direkt vom Beginn an, de Molschder einzuschnüren und unter Dauerdruck zu setzen. Die erste Viertelstunde rotierten nur die Veilchen über den Platz, während Saarbrücken mit Mann und Maus den Strafraum dicht machte. Innerhalb der ersten zehn Minuten spielten sich die Auer vier Ecken heraus und Pascal Fallmann und Marvin Stefaniak jagten einen Ball nach dem anderen in die gefährliche Zone. Einen Abnehmer fanden sie nicht. Trotz großem Aufwand sprang keine hochprozentige Torchance aus der ersten Drangphase heraus. Die Saarländer wurden erst nach der ersten Viertelstunde aktiver und suchten auf dem Flügel ihren besten Spieler Florian Pick. Aber die Auer Abwehrreihe, die im Zentrum Tristan Zobel und Anthony Barylla bildeten, stand in den ersten 30 Minuten genauso sattelfest wie die Saarbrücker Deckung. Erst nach Ablauf der ersten halben Stunde kam deutlich mehr Schwung in die Partie. Den Anfang machte Gäste-Verteidiger Fahrner. Der Rechtsfuß verschaffte sich an der Strafraumkante Platz und zog ab. Abgefälscht wurde der Schuss zu einer echten Herausforderung für Martin Männel, der mit einem Reflex parierte und den Rückstand verhinderte.  

Auf der anderen Platzseite konnte Philip Menzel nur hinterher schauen. Marcel Bär hatte im direkten Gegenstoß einen langen Ball erlaufen, sich von seinem Gegenspieler befreit und im Strafraum abgezogen. Das ganze Stadion schaute der Kugel hinterher, die in die rechte Ecke rollte, aber da am Pfosten hängen blieb. Es war die mit Abstand größte Chance der Auer, die in der Folge wieder in der Defensive gefordert waren. Dominic Baumann und Patrick Sontheimer prüften Martin Männel erneut und so ging es mit einem durchaus leistungsgerechten Remis in die Pause. Die Veilchen hatten mit viel Engagement versucht, das Spiel zu machen. Bis in den Strafraum war das durchaus sehenswert, nur fehlte im entscheidenden Drittel wieder einmal die Durchschlagskraft. In der Defensive hielt Aue lange gut mit. Dennoch musste mit Martin Männel wieder mal ein Keeper die Kohlen aus dem Feuer holen. 

Ocansey verpasst den Lucky Punch

Gegen Ulm und Havelse verloren die Veilchen nach dem Seitenwechsel völlig den Faden und gaben die Spiele aus der Hand. Saarbrücken weckte die Auer nach gut zehn Minuten im zweiten Durchgang. Zu leicht marschierten de Molschder auf das Auer Tor zu und wieder konnte Sontheimer frei von der Strafraumgrenze feuern. Diesmal klatschte der Ball an den Querbalken und nur wenige Minuten später tanzte Pick die Auer Abwehr schwindelig und konnte nur durch eine weitere Glanzparade von Martin Männel gestoppt werden. Die Veilchen waren wieder merklich verunsichert und verloren mehrfach im Spielaufbau den Ball. Das Gegentor lag in der Luft und Aue fand keinen Weg für Entlastung und schwamm im eigenen Stadion. 

Erst zwanzig Minuten vor dem Schluss konnten die Hausherren wieder etwas Ruhe ins Spiel bringen und die eigenen Reihen stabilisieren. Vincent Ocansey hatte die erste Schussgelegenheit und blieb an einem Gegenspieler hängen. Echte Gefahr konnten die Auer aber nur über Standards erzeugen. Die gut zehn Ecken der Veilchen brachten aber auch über 90 Minuten keine gefährliche Chance hervor. Aber das Engagement und der Wille waren da. Es fehlten Kaltschnäuzigkeit und Glück. In der 77. Minute tankte sich Marvin Stefaniak in den Strafraum und entschied sich aus spitzem Winkel unmittelbar vor dem Tor noch für einen Querpass ins Leere. Die größte Chance im zweiten Durchgang vergab dann Vincent Ocansey. Der Neuzugang und Leihspieler spekulierte in der 85. Minute goldrichtig und bei einem langen Schlag verschätzte sich Bormuth als letzter Mann. Ocansey war frei durch, doch die vermeintlich leichteste Aufgabe wurde zur größten Last. Mit zu viel Druck hinter dem Ball versuchte der engagierte Boxstürmer, Keeper Menzel zu überspielen. Statt in den Maschen zappelte der Ball im Fangnetz und so blieb es vor knapp 7.000 Zuschauern beim 0:0. Beide Mannschaften wollten, beide Mannschaften konnten aber nicht. Aue verpasst einen wichtigen Befreiungsschlag, aber im Abstiegskampf senden die Lila-Weißen ein wichtiges Lebenszeichen. 

Die Stimme zum Spiel

"Ich habe gesehen, dass wir heute um jeden Meter gekämpft haben. Gerade in der ersten Hälfte sind wir gut ins Spiel gekommen, da waren die Saarbrücker auch merklich beeindruckt. Das war auch wichtig, nach Havelse eine Reaktion und ein anderes Auftreten zu zeigen. Dann galt es natürlich auch, Druckphasen von Saarbrücken zu überstehen. Das haben wir gut gemacht und dann sind wir wieder ins Spiel gekommen. Wir haben dann gut gespielt, Bälle festgemacht und Chancen erspielt. Letztendlich kann man dann auch das Tor machen, weil wir die insgesamt klareren Möglichkeiten hatten. Insofern ist es schade, aber das war ein erster Schritt. Man hat aber gesehen, dass die Mannschaft lebt, und das ist das Wichtigste. Auch wenn ein Sieg zum Beginn schöner gewesen wäre."

Keeper und Kapitän Martin Männel

Der Spielberichtsbogen

FC Erzgebirge Aue:

Männel - Fallmann, Barylla, Zobel, Collins - Clausen (84. Weinhauer), Fabisch, Uhlmann, Stefaniak - Bär (77. Guttau), Ocansey

1. FC Saarbrücken:

Menzel - Fahrner, Bichsel, Bormuth, Wilhelm, Rizzuto, - Krahn (85. Vasiliadis), Sontheimer, Kamara (76. Elongo-Yombo) - Pick (90+3 Civeja), Baumann (85. Schmidt)

 

Zuschauer:

6.961

 

 

Bilder: Steffen Colditz, Alexander Gerber, Dennis Hambeck - FCE, Roger Petzsche - PicturePoint

Text: Max Richter