1:2 - Veilchen verlieren an der Küste in letzter Sekunde
Rein ins neue Jahr – die Rückrunde begann für die Veilchen im hohen Norden. Gegen den F.C. Hansa Rostock startete der FC Erzgebirge Aue ins Kalenderjahr 2026. Im Ostseestadion hielten die Lila-Weißen eine enge Partie lange spannend, hielten gut dagegen und kassierten sehr spät ein bitteres Gegentor. Unser Spielbericht.
Bär antwortet auf Dirkner
Mit dem Ende der Winterpause beginnt in der 3. Liga auch die zweite Saisonhälfte. Nachdem die Lila-Weißen im letzten Spiel vor Weihnachten noch siegreich über den Strich springen konnten, ging der Kampf um den Klassenerhalt an der Ostsee weiter. Im Traditionsduell gegen Hansa mussten die Veilchen dringend nachlegen. Nur mit einem Sieg konnte man Alemannia Aachen garantiert in Schach halten. Dafür setzte Jens Härtel auf eine neue Startelf. Anthony Barylla und Jamilu Collins rückten in die Abwehr, während Julian Günther-Schmidt und Marcel Bär in der Offensive starteten. Während die Erzgebirger ihren 80. Vereinsgeburtstag in diesem Jahr feiern, zelebrierten die Hanseaten vor dem Anpfiff das 60. Jahr ihres Bestehens. Bei typisch norddeutschem Schietwetter ging es im Ostseestadion in die Partie.
Nach der Sperre von Marvin Stefaniak führte Erik Majetschak die Veilchen als Kapitän auf das Feld. Die Premiere für den Defensiv-Allrounder der Auer. Aber schon nach gut zehn Minuten musste die Nummer 13 der Lila-Weißen die Binde an Ryan Malone weiterreichen. Nach einem unnötigen Foulspiel im Mittelfeld von Voglsammer an Majetschak ging es für den Auer nicht mehr weiter. Jonah Fabisch kam ins Spiel und rückte zu Eric Uhlmann auf die Doppelsechs. Trotz des verletzungsbedingten Wechsels kamen die Auer deutlich besser in die Partie und auch als Erste vor das Tor. Den ersten Warnschuss gab Mika Clausen ab, der auf der linken Seite besonders aktiv war und Benjamin Uphoff prüfte. Nur kurze Zeit später war Julian Günther-Schmidt noch näher am Torerfolg dran. Der Zehner der Veilchen setzte sich stark im Strafraum durch und schlenzte diesmal die Kugel auf das lange Eck. Wieder zeichnete sich Hansa-Schlussmann Uphoff aus und parierte stark. Die nächsten zwei Auerabschlüsse brachte Jonah Fabisch nicht scharf und präzise genug auf den Kasten. Das Umschaltspiel der Veilchen funktionierte gut in der Anfangsphase und eine frühe Führung wäre alles andere als unverdient gewesen.
Hansa blieb als Favorit lange Zeit unauffällig. Erst Mitte des ersten Durchgangs wurden die Hausherren aktiver und kamen vor allem mit Standards gefährlich vor das Tor von Louis Lord. Die beste Chance für die Rostocker hatte allerdings Jannic Ehlers, der eine scharfe Hereingabe klären wollte und dabei den Ball nur knapp über den Querbalken köpfte. Der FCH legte aber immer weiter nach und Aue machte nun Fehler. Tristan Zobel verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball und Hansa konterte im eigenen Stadion. Naderi legte auf Voglsammer quer und der Stürmer war schon frei durch und auf dem Weg zum Tor. Mit einer mutigen Abwehraktion warf sich Jonah Fabisch noch in den Abschluss und entschärfte die Situation. Damit hatte Aue aber sein Glück verspielt. Mit der nächsten Offensivaktion ging Rostock in Führung. Über links kombinierten sich die Hanseaten in die Auer Hälfte. Viktor Bergh brachte das Spielgerät flach und scharf in den Strafraum und in der Mitte konnte Jonas Dirkner den Ball im Tor unterbringen. 1:0 - für den F.C. Hansa Rostock in der 44. Minute, aber damit war der erste Durchgang nicht vorbei. Aue schüttelte sich nur kurz und mit der letzten Offensivaktion schockten die Erzgebirger die Hanseaten. Nach einem Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte bediente Jannic Ehlers seinen Flügelkollegen Mika Clausen. Der auffälligste Auer behielt im Strafraum an der Grundlinie die Übersicht und flankte punktgenau auf den langen Pfosten. Dort lauerte Marcel Bär und köpfte ein. Knapp zehn Monate nach seiner schweren Verletzung traf der Auer Stürmer am gleichen Ort zum Ausgleich.
Hansas Naderi trifft in der letzten Sekunde
So ging es mit einem durchaus leistungsgerechten Remis in die Pause. Beide Trainer wechselten nach dem Pausentee nicht und auch auf dem Platz änderte sich an der Dynamik des Spiels wenig. Hansa suchte die Spielkontrolle und Aue hielt gut dagegen und lauerte auf günstige Momente. Diese kamen auch und in der 60. Minute hatten die Veilchen die Führung wieder auf den Fuß. Jannic Ehlers gab einen langen Ball auf der rechten Seite nicht auf und eroberte das Leder im gegnerischen Strafraum. Sofort legte er den Ball auf Marcel Bär und der Stürmer hatte das Auge für den besser positionierten Clausen. Die Auer hatten den Torschrei schon auf den Lippen, aber wieder rettete Uphoff seine Mannschaft und fischte die Pille aus dem Eck. Auf der anderen Seite hatte Naderi das zweite Hansa-Tor auf dem Fuß. Der Stürmer behauptete im Strafraum den Ball und nur dank einer erstklassigen Grätsche von Jamilu Collins konnte die Situation entschärft werden.
Es blieb spannend im Ostseestadion und beide Teams prüften, wer den längeren Atem hatte. Aue hielt mit allem dagegen und hielt die Angriffe Hansas immer wieder vor dem eigenen Strafraum auf. Jens Härtel brachte mit Maximilian Schmid und Boris Tashchy noch einmal neue Impulse. So ging es in die Schlussphase und Aue erarbeitete sich zwei weitere Ecken. Diese brachten aber nichts ein. Hansa konterte und schon Neidhart hatte den zweiten Treffer markieren können. Nach einer Ablage von Holten war der Außenverteidiger frei und jagte die Kugel scharf über die Latte. Aue kämpfte bis zum Schluss, aber Rostock entriss den Erzgebirgern den verdienten Lohn. In der allerletzten Minute der Nachspielzeit brachte Neidhart erneut einen Ball ins Zentrum. Diesmal konnte die Abwehr der Veilchen nicht klären und der fast verunglückte Abschluss von Ryan Naderi senkte sich über Lord hinweg ins Eck. 2:1 für Hansa Rostock – die Auer kassieren den späten Lucky Punch.
Der Spielberichtsbogen
F.C. Hansa Rostock:
Uphoff - Mejdr (65. Neidhart), Gürleyen, Carstens, Bergh - Schuster, Dirkner (88. Krauß), Fatkic, Dietze (81. Harenbrock) - Voglsammer (65. Holten), Naderi
FC Erzgebirge Aue:
Lord - Barylla, Malone, Zobel, Collins (86. Seiffert) - Majetschak (12. Fabisch), Uhlmann (85. Simnica)- Clausen, Günther-Schmidt (68. Tashchy), - Bär (69. Schmid)
Tore:
1:0 Dirkner (44.)
1:1 Bär (45.+4)
2:1 Naderi (90.+4)
Zuschauer:
26.000
Glück Auf!
Bilder: Steffen Colditz, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint
Text: Max Richter







