0:3 - Veilchen gehen gegen die Spatzen unter
Neues Jahr – alte Gesichter. Am 21. Spieltag empfing der FC Erzgebirge Aue den SSV Ulm im Kellerduell der 3. Liga. Mit den Spatzen kamen auch alte Weggefährten ins Lößnitztal zurück und sie sollten die Punkte aus dem Erzgebirge entführen. Die Veilchen gaben mit einer blutleeren Leistung das Spiel aus der Hand. Unser Spielbericht.
Clausen verpasst die Führung
Nach mehr als vier Wochen Winterpause rollt der Ball im Lößnitztal wieder. Zum ersten Pflichtheimspiel im neuen Jahr empfingen die Veilchen den SSV Ulm. Eine besondere Partie, nicht nur wegen der Tabellensituation. Seit Ende des vergangenen Jahres werden die Spatzen vom langjährigen Auer Übungsleiter Pavel Dotchev trainiert. Zudem stehen mit Elias Löder, Paul Besong, Niko Vukancic und Mirnes Pepic noch vier ehemalige Spieler der Lila-Weißen im Kader der Ulmer. Über allem stand jedoch der sportliche Wettbewerb. Um in der Tabelle einen großen Schritt aus dem Keller zu machen, zählte nur ein Dreier. Dafür stellte Jens Härtel in der Startelf zweimal um. Pascal Fallmann rückte wieder auf die rechte Abwehrseite und Jonah Fabisch ersetzte wie schon in Rostock den verletzten Erik Majetschak.
Im Kühlschrank des eins-Erzgebirgsstadion dauerte es einige Minuten, bis die Partie Fahrt aufnahm. Für den ersten Aufreger sorgte unfreiwillig Gäste-Keeper Max Schmitt. Weit aus seinem Tor herausgeeilt, musste der Schlussmann sehen, wie seine Vorderleute den Ball verspielten. Julian Günther-Schmidt bekam die Chance zum Torschuss. Aber noch bevor der Zehner der Auer schießen konnte, räumte Abwehrchef Marcel Seegert den Auer ab. Schiedsrichter Florian Lechner sah anscheinend keine Notbremse, aber nach dem harten Einsteigen ging es für Günther-Schmidt nicht mehr weiter. Boris Tashchy kam für ihn ins Spiel, wieder mussten die Veilchen eine Verletzung in der Anfangsphase verkraften. Aber die Auer verloren nicht den Faden. Direkt im Anschluss erspielten sich die Lila-Weißen die erste Chance. Pascal Fallmann eroberte einen abgefangenen Ball und legte gut auf Marcel Bär ab. Der Stürmer zog ab, aber im letzten Moment warf sich ein Ulmer dazwischen.
Eine erste Torannäherung, aber in der Folge fror das Spiel wieder ein. Beide Mannschaften standen tief, vermieden Fehler im Aufbau und trauten sich kaum, einmal mutig über die Mittellinie zu gehen. Aue tat sich schwer, aber zumindest gelang es den Hausherren, mit Fortschreiten der ersten Hälfte mehr und mehr das Spiel an sich zu ziehen. Echte Torchancen sprangen dabei aber nicht heraus. Ein Distanzschuss von Jamilu Collins und ein missratener Versuch von Jannic Ehlers waren lange Zeit die einzigen nennenswerten Chancen. Noch harmloser blieb Ulm. Die Spatzen verteidigten tief und schienen auf ihr Konterspiel zu vertrauen. Über eine halbe Stunde brauchten die Gäste für die erste Chance, aber die hatte es in sich. Nach einem missglückten Auer Angriff schalteten die Spatzen blitzschnell um und Mirnes Pepic bediente Niklas Kölle. Der Flügelspieler war frei durch, jagte das Leder aber am Kasten vorbei. Nicht besser machten es die Veilchen. Wenige Minuten später konterte Aue eine Ulmer Ecke aus. Pascal Fallmann bediente Mika Clausen mustergültig und der Flügelspieler war durch. Das Stadion hatte den Torschrei schon auf den Lippen, aber auch hier rollte der Ball am Pfosten vorbei.
Ulmer Doppelschlag entscheidet das Spiel
Mit dem Remis ging es dann in die Pause. Die Veilchen verpassten es, aus ihrer Feldhoheit Tore zu machen und die Gäste kamen deutlich wacher aus der Kabine. Keine drei Minuten waren gespielt, da flankte Mirnes Pepic einen Ball in den Auer Strafraum. Louis Lord eilte heraus, aber flog am Ball vorbei. Ulms Marcel Seegert reagierte am schnellsten und staubte ab. 1:0 für die Ulmer, aber die Spatzen legten direkt nach. El-Zein bekam auf dem Flügel zu viel Platz und legte Mirnes Pepic auf. Die Auer kamen kaum in die Nähe des Balles und so konnte das Ex-Veilchen Maß nehmen und den Ball in die Maschen jagen. 2:0 Ulm – innerhalb von fünf Minuten hatten die Veilchen das gesamte Spiel und die Punkte aus der Hand gegeben. Damit nicht genug. In der 65. Minute senste Ryan Malone übermotiviert Mirnes Pepic auf Höhe der Mittellinie um. Schiedsrichter Lechner zögerte nicht einmal und schickte den Auer Abwehrchef mit der roten Karte vom Platz.
In Unterzahl und mit doppeltem Rückstand im Rücken war an eine Aufholjagd nicht mehr zu denken. Jens Härtel stellte auf eine Dreierkette und brachte mit Marvin Stefaniak einen weiteren Kreativspieler. Aber die Maßnahmen griffen nicht, Aue bekam keinen gefährlichen Ball mehr in den Ulmer Strafraum. Die Gäste verteidigten mühelos ihre Führung und konnten gegen die aufgerückten Auer kontern. El-Zein und Pepic hatten das dritte Tor für die Spatzen auf dem Fuß, den Deckel machte aber ein anderes Ex-Veilchen drauf. Kurz vor der Nachspielzeit konnte Elias Löder eine Ecke von Chessa von der linken Seite ohne Gegendruck einköpfen und sorgte somit für den 0:3-Endstand aus Auer Sicht. Die Lila-Weißen verlieren ein wichtiges Heimspiel nach einer blutleeren Leistung im zweiten Durchgang verdient und stecken nun wieder tief im Tabellenkeller.
Der Spielberichtsbogen
FC Erzgebirge Aue:
Lord - Fallmann (67. Barylla), Malone, Zobel, Collins - Fabisch, Uhlmann - Clausen, Günther-Schmidt (12. Tashchy/80. Weinhauer), Ehlers (67. Stefaniak) - Bär (80. Bornschein)
SSV Ulm 1846:
Schmitt - Meier, Mazagg, Seegert (77. Vukancic), Kölle - Dressel, Brandt - Chessa (90.+2 Aksakal), Pepic (87. Westermeier), El-Zein (77. Löder) - Röser (77. Becker)
Tore:
0:1 Seegert (48.)
0:2 Pepic (54.)
0:3 Löder (90.)
Zuschauer:
6.838
Glück Auf!
Bilder: Steffen Colditz, Alexander Gerber, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint
Text: Max Richter






