

90-Minuten-Ticker
Mettenschicht im Lößnitztal - zum Jahresende empfing der FC Erzgebirge Aue den 1. FC Schweinfurt 05. Gegen die Schnüdel lieferten sich die Schachter einen wilden Schlagabtausch und siegten mit einer Portion Glück und einer Brise Können. Unser Spielbericht.
Schweinfurt trifft gleich doppelt ins eigene Netz
Der letzte Arbeitstag vor Weihnachten ist traditionell ein besonderes Ereignis im Erzgebirge. Zur Mettenschicht kommen alle zusammen und stimmen sich auf die besinnlichen Feiertage ein. Ob das Fest für die Veilchen und die Anhänger der Lila-Weißen besinnlich und froh wird, entscheidet nicht zuletzt die Tabellensituation. Zum Abschluss der Hinrunde wartete ein Kellerduell auf die Auer. Zu Gast war das Schlusslicht aus Schweinfurt. Noch nie hatten die Lila-Weißen ein Pflichtspiel gegen die Schweinfurter bestritten und so stieg die Premiere dieses Duells im Lößnitztal. Nach dem Remis am vergangenen an der Wedau vertraute Cheftrainer Jens Härtel seiner Startelf und nahm keinen Wechsel vor. Wieder bildeten Erik Majetschak und Eric Uhlmann die Doppelsechs und im Sturm sollte Jannic Ehlers für Torgefahr sorgen. Bei milden und trockenen Bedingungen ging es ins letzte Spiel des Jahres.
Die Rechnung war einfach: Mit einem Sieg gegen die Schnüdel und einem Patzer der Konkurrenz hatten die Veilchen die Chance, vor der Winterpause über den Strich zu springen. Die Marschrichtung war damit eigentlich klar. Aber in den Anfangsminuten zeigten die Gäste aus Bayern gleich, dass die drei Punkte hart erkämpft werden müssten. Schweinfurt versteckte sich nicht, zeigte keine Verunsicherung und versuchte, Aue früh in die eigene Hälfte zu drängen. Der Plan ging auch auf, denn Aue fiel in den ersten Minuten überhaupt keine Reaktion auf den Druck der Gäste ein. Nach zehn Minuten erspielten sich die Schnüdel die erste Chance. Der ehemalige Bundesligaspieler Johannes Geis flankte für die Gäste butterweich in den Strafraum und fand dort Stürmer Joshua Endres. Der Schweinfurter hätte glatt die Führung erzielt, wäre da nicht Louis Lord gewesen. Der Ersatzkeeper der Veilchen hatte schon in der vergangenen Woche mit starken Paraden den Punkt gesichert und war wieder zur Stelle. Lord riss die Arme hoch und lenkte den Ball über die Querlatte.
Immerhin weckte der Warnschuss der Gäste die Lila-Weißen auf. Marvin Stefaniak zielte als Erstes auf das gegnerische Tor und versuchte, Keeper Toni Stahl mit einem scharfen Schuss ins kurze Eck zu überraschen. Der Versuch zog aber knapp einen Meter links am Tor vorbei. Für das Tor brauchten die Auer aber gütige Mithilfe der Schnüdel. In der 21. Minute eroberten die Hausherren den Ball in der gegnerischen Hälfte. Mika Clausen legte auf Stefaniak ab, der aus halblinker Position den Ball in den Strafraum flankte. Ein Auer Stürmer war zwar nicht zur Stelle, dafür köpfte aber Abwehrspieler Pius Krätschmer das Leder beinahe mustergültig in die Maschen. Der Klärungsversuch des Schweinfurters endete mit einem Eigentor und unverhofft gingen die Veilchen in Führung. Schweinfurt suchte umgehend die Reaktion und das Glück war weiterhin auf der Seite der Auer. Nur zwei Minuten nach dem Treffer musste Pascal Fallmann den Ball von der Linie kratzen. Immer wieder kamen die Gäste gefährlich vor den Auer-Kasten. Nur am fantastisch aufgelegten Louis Lord scheiterten die Schnüdel. Der Auer Keeper fischte die Abschlüsse von Nico Grimbs, Joshua Endres und Johannes Geis aus den Ecken und parierte damit eindrucksvoll gleich mehrere Hochkaräter.
Dank der Fortuna und dem Lord stand die Null bei den Veilchen, aber das nächste Tor wollte auf der anderen Seite ebenfalls nicht fallen. Schweinfurt riskierte viel und ließ der Auer Offensive einige Räume. In der 25. Minute setzte Stefaniak Flügelpartner Moritz Seiffert ein, der querlegte und im Zentrum Mika Clausen fand. Der Achter der Auer jagte das Spielgerät aber an den Querbalken und verpasste auch wenige Minuten später das zweite Tor. Nach einer Schweinfurter Ecke konterte die Härtel-Elf und erneut schickte Seiffert Clausen auf die Reise. Frei vor dem Tor suchte Clausen aber nicht den Abschluss. Sein Querpass auf Jannic Ehlers ging ins Leere. Zwar hatte die Partie mittlerweile schon drei oder vier Tore verdient gehabt, wirklich hochklassig war das Aufeinandertreffen der Kellermannschaften aber nicht. Die Fans im Schacht sahen viele Fehler und Ungenauigkeiten auf beiden Seiten. Kurz vor der Pause bescherte Schweinfurt Aue erneut. Nach einer Ecke von rechts versuchten drei Schnüdel, den Ball aus dem Fünfer zu schlagen. Ekin Celebi beförderte das Spielgerät dabei über die Linie. Das nächste Eigentor – 2:0 für den FC Erzgebirge Aue.
Majetschak und Stefaniak legen nach
Die doppelte Führung gab den Veilchen das nötige Selbstvertrauen. Nach dem Seitenwechsel gelang es den Auern deutlich besser, Schweinfurt aus der eigenen Hälfte zu drängen und selbst torgefährlich zu werden. In der 48. Minute hatte Moritz Seiffert erneut viel Platz auf der linken Seite und flankte auf den freien Pascal Fallmann. Mit jeder Menge Risiko und aus vollem Lauf zog der Rechtsverteidiger im Strafraum ab und scheiterte denkbar knapp an einem Schweinfurter Gegenspieler. Das dritte Tor fiel dann gute zehn Minuten später. Seiffert trat eine Ecke von rechts und zirkelte die Flanke hoch und scharf in den Fünfmeterraum. Aus dem Rückraum startete Erik Majetschak und der Defensivspieler der Auer hatte keine Schwierigkeiten, den Ball über die Linie zu köpfen. 3:0 – die Vorentscheidung war gefallen.
Der Widerstand der Schweinfurter war mit dem dritten Treffer weitgehend gebrochen. Die Schnüdel hielten defensiv zwar noch dagegen, vor das Auer Tor kamen die Gäste aber kaum noch. Am starken Lord führte an diesem Nachmittag ohnehin kein Weg vorbei. Jede Flanke oder Hereingabe der Bayern fing der Schlussmann ab. Jeden Abschluss begrub Lord unter sich. Somit stand die Null und der Auer Sieg, der deutlich höher hätte ausfallen können. In der Schlussphase vergaben die Lila-Weißen einige gute Gelegenheiten, während die Gegenwehr der Gäste langsam abnahm. Nur Keeper Stahl und seine Restverteidigung verhinderte eine größere Klatsche, während die Lila-Weißen die eine oder andere Aktion etwas zu verkopft vergaben. Den Schlusspunkt setzte dann in der Nachspielzeit Marvin Stefaniak. Erik Weinhauer behauptete den Ball im Strafraum, drehte sich und zog ab. Der Ball knallte an den Pfosten und im Nachsetzen netzte Stefaniak ein. 4:0 – die Veilchen gewinnen mit einer Portion Glück und einer Brise Können das wichtige Kellerduell vor der Winterpause und springen damit zumindest für eine Nacht auf einen Nichtabstiegsplatz.
Die Stimme zum Spiel
"Man hat das ganze Spiel über gemerkt, dass wir richtig Druck haben. Wir bekommen dann zwei glückliche Eigentore, wo uns der Gegner das Leben echt leichter gemacht hat und wir hatten heute einen überragenden Torhüter mit Louis Lord. Er hat ein paar Mal richtig gut gehalten und nach dem 3:0 war klar, dass hier heute nichts mehr anbrennt. Die Freude ist natürlich riesig."
Abwehrspieler Pascal Fallmann
Der Spielberichtsbogen
FC Erzgebirge Aue:
Lord - Fallmann, Malone, Zobel, Seiffert (73. Collins) - Clausen (73. Weinhauer), Majetschak (82. Barylla), Tashchy (64. Günther- Schmidt), Uhlmann (73. Simnica), Stefaniak - Ehlers
1. FC Schweinfurt 05:
Stahl - Langhans (64. Böhnlein), Zeller, Krätschmer, Celebi - Bausenwein, Angleberger, Grimbs (64. Wintzheimer), Geis, Endres (83. Shuranov) - Tranziska
Tore:
1:0 Krätschmer (21./ET)
2:0 Celebi (45./ET)
3:0 Majetschak (58.)
4:0 Stefaniak (90.+3)
Zuschauer:
10.503
Glück Auf!
Bilder: Steffen Colditz, Alexander Gerber, Dennis Hambeck - FCE, Sven Sonntag - PicturePoint
Text: Max Richter
Tore
FC Erzgebirge Aue
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1. FC Schweinfurt 05
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Aufstellung
FC Erzgebirge Aue
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1. FC Schweinfurt 05
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Wechselspieler
FC Erzgebirge Aue
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1. FC Schweinfurt 05
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