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Aues erster „Superstar” Willy Tröger

Heute jährt sich ein Geburtstag zum 90. Mal. Die Rede ist vom einstigen Auer Idol Willy Tröger, der am 2. Oktober 1928 das Licht der Welt erblickte. Der Mittelstürmer, der bis zu seinem Karriereende 1961 für Wismut Aue in der DDR-Oberliga 104 Tore in 224 Punktspielen schoss.

 

Der Ausnahmestürmer in der DDR-Oberligasaison 1952/52 im Otto-Grotewohl-Stadion gegen Dynamo Dresden. Ehe Willy Tröger nach Aue kam, trug spielte er für SG Zwickau-Oberhohndorf, Wismut Cainsdorf und BSG Mechanik Cainsdorf. Fotos: Archiv FCE

Dieser Rekord hat beim Verein noch heute Bestand. Dazu kommen noch ein Tor beim Entscheidungsspiel um die DDR-Meisterschaft 1953, fünf Tore in 14 Europapokalspielen, neun Tore in seinen zwölf Spielen der 1955er Übergangsrunde und 20 in den 24 FDGB-Pokalspielen, in denen er auf dem Platz stand. Mit Wismut holte er den FDGB-Pokal 1955 und drei Meistertitel (1956, 1957 und 1959) ins Lößnitztal. Er hatte mit seinen Toren maßgeblichen Anteil daran.
Tröger gehörte zu den besten deutschen Stürmern aller Zeiten. In der Saison 1954/55 wurde er mit 22 Treffern Torschützenkönig der höchsten ostdeutschen Spielklasse. Er stand in jener Saison, als Aue Zweiter hinter Turbine Erfurt wurde, in allen 26 Meisterschaftsspielen auf dem Platz. Er war es auch, der am letzten Spieltag der Saison 1956 im Heimspiel gegen den SC Lokomotive Leipzig mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg in der 61. Minute alle Zweifel beseitigte und Wismut zum ersten Mal zum DDR-Oberligameister schoss.

 

Willy Tröger im Oberligapunktspiel in der Saison 1953/54 gegen den späteren DDR-Meister BSG Turbine Erfurt. Foto: Archiv FCE


Tröger, der seine Laufbahn als Torwart begann, musste nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Stammplatz zwischen den Pfosten räumen, weil dem damals 16-Jährigen an der Front eine Granate die rechte Hand abgerissen hatte. In Zwickau-Oberhohndorf entdeckte ihn der damalige Spielertrainer Walter Fritzsch und nahm ihn mit zu Wismut Cainsdorf. Mit 23 Jahren wechselte Tröger 1951 nach Aue, das gerade in die erstklassige Oberliga aufgestiegen war.
Er war der Stürmerstar im Verein und in der Nationalmannschaft. Willy gehörte zu den DDR-Auswahlspielern der ersten Stunde und erzielte beim ersten Länderspielsieg der DDR-Elf 1955 in Bukarest gegen Rumänien (3:2) zwei Treffer. Insgesamt kam der gebürtige Zwickauer zwischen 1954 und 1959 zu 15 Auswahleinsätzen, bei denen er elf Tore erzielte. Seine außergewöhnlichen Torjägerqualitäten ließ Willy Tröger im Jahre 1956 gleich zweimal beim Flutlichtzauber vor jeweils über 100.000 Zuschauern in Leipzig aufblitzen. Zunächst setzte er gegen Ungarns Weltstars Kocsis, Bozsik und Czibor eine historische Marke. Mit seinem 1:0 trug sich Tröger als erster Torschütze überhaupt bei der Eröffnungspartie gegen den ungarischen Meister von 1955 Honvéd Budapest im damals neuerbauten Zentralstadion ein. Das Spiel endete Anfang August 3:1 für Honvéd.
Kurz darauf, am 6. Oktober, verblüffte der Wismut- Stürmer im denkwürdigen Vergleich auch eine Spitzenmannschaft aus dem anderen Teil Deutschlands, den 1. FC Kaiserslautern mit seinen fünf Weltmeistern. Zwar gelang an diesem glitzernden Abend dem 36-jährigen Fritz Walter sein legendäres Jahrhunderttor mit der Hacke, doch Tröger durfte dafür beim 3:5 auch jubeln. Bei zwei Treffern ließ er Gegenspieler und Weltmeister Horst Eckel alt aussehen. Der Lauterer resümierte mit dem Abstand der Jahre: „Der Hund war sauschnell, nicht zu halten.”

 

Wismut-Spieler im Stadion in Dortmund - Borussia Dortmund gegen SC Wismut - 1959 Foto: Archiv FCE

 


Auch der Bundestrainer Sepp Herberger wurde auf ihn aufmerksam. Er landete sozusagen in dessen Notizbuch und der BILD-Zeitung, die damals ein deutsch-deutsches Dreamteam zusammenstellte. Nach einem Freundschaftsspiel im Juni 1959 bei Borussia Dortmund, das Wismut mit 2:0 gewann, zeigte Borussia großes Interesse an Tröger. Neben Handgeld wurde ihm ein Zeitungskiosk angeboten. Beinahe hätte er unterschrieben, wie er einmal Jahre später erzählte: „Denn meine Frau war mit und hatte ihren Großvater und eine Stiefschwester in der Nähe von Dortmund. Aber unsere beiden Kinder Siegfried und Ilona mussten daheim bleiben. Das war die Bedingung für den Aufenthalt.” So spielte Willy nie woanders – Aue blieb seine ewige Liebe.
Sein letztes Spiel absolvierte er am Sonntag, dem 8. Oktober 1961 im Heimkampf gegen den ASK Vorwärts Berlin. Danach arbeitete er an der Betriebsschule Schlema, ab 1966 baute er die BSG Wismut Pirna-Copitz mit auf. Dort gab er seine Erfahrungen dem Nachwuchs weiter. Willy starb am 30. März 2004 im sächsischen Pirna-Copitz im Alter von 75 Jahren. Der erzgebirgische Liedermacher Stefan Gerlach setzte dem Idol mit dem Lied „Tröger-Will” ein musikalisches Denkmal. Zu Ehren Willy Trögers wurde das Stadion des VfL Pirna-Copitz von Sachsen- in Willy-Tröger-Stadion umbenannt.
Er schaute dort höchstpersönlich beim Auer 3:1-Sachsenpokalsieg im Achtelfinale am Buß- und Bettag im November 1994 gegen den VfL Pirna-Copitz vorbei und feierte nach dem Spiel im dortigen Sportlerheim den Sieg mit den Veilchenfans

Text: Burg

02.10.2018 11:00


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