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WIE U-19-TALENTE INS ERZGEBIRGE FINDEN

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Seit Saisonbeginn verstärken Marcel Schelle (rechtes Mittelfeld, Angriff) aus Nürnberg, der Frankfurter Denilson da Silva (linker Verteidiger, defensives Mittelfeld) und Ivan Franjic (linkes Mittelfeld) aus der Nähe von Köln das U-19-Team des FC Erzgebirge. Warum sie zu den Veilchen nach Aue fanden und was die drei – alle sind Jahrgang 1997 – hier erreichen wollen, erfuhr Olaf Seifert im Gespräch mit den Talenten

Wie verlief Euer sportlicher Weg bisher?
Marcel: Los ging’s bei mir mit fünf, sechs Jahren. Papa war beim kleinen fränkischen ASV Weinzierlein-Wintersdorf mein erster Trainer. Als Zehnjähriger durfte ich zum 1. FC Nürnberg und wechselte vier Jahre darauf ins Nachwuchsleistungszentrum von Rot-Weiß Erfurt. An die zwei Jahre in Thüringen denke ich besonders gern zurück. Danach spielte ich beim FC Ingolstadt, wo ich mich nicht so wohl fühlte; ein Grund mit, das Angebot aus Aue anzunehmen.
Denilson: Fußball gehört bei mir seit Kindertagen dazu, meine ganze Familie ist verrückt darauf. Ich war Straßenfußballer daheim in Frankfurt am Main und fand ziemlich spät zu einem Verein. Vor etwa fünf Jahren fing ich bei BlauGelb an, war dann ein Jahr bei TuS Maccabi und in den letzten beiden Jahren bei Rot-Weiß. Der FC Erzgebirge ist mein erster großer Verein.
Ivan: Das Fußballgen habe ich bestimmt von meinem Vater, vor dem Balkankrieg war er in Bosnien aktiv am Ball. So wollte ich auch spielen können und war glücklich, als ich mit Sieben bei WS Neitersen trainieren durfte. Von der U 12 an durfte ich zu Bayer 04 Leverkusen, drei Jahre später zu den Sportfreunden Siegen und schließ- lich zur TSG Euskirchen. Die Stationen sind nicht so weit von unserem Wohnort Altenkirchen bei Köln weg. Und mit Siegen wie auch Euskirchen konnte ich in der Bundesliga der jeweiligen Altersklassen spielen. Deshalb habe ich schon überlegt, ob ich im Sommer 2014 so weit weg, nach Aue, ziehen sollte.

Habt Ihr es bereut?
Ivan:
Überhaupt nicht. Mich hat das Gesamtangebot im Nachwuchsleistungszentrum des FC Erzgebirge überzeugt. Ich lebe mit Marcel und Denilson zusammen in einer Wohnung auf dem Zeller Berg, die der FCE für uns mietet. Wir helfen einander, bekommen aber auch Unterstützung vom Verein, gerade auch schulisch. Mein Ziel ist, mich als Fußballer weiterzuentwickeln und gleichzeitig die mittlere Reife zu erwerben. Dafür finde ich hier gute Bedingungen.
Marcel: Ich fühle mich wohl hier. Ein Mitspieler aus Erfurter Tagen, Rafael Börner, hat mich auf die Idee gebracht, mich in Aue vorzustellen. Ich war zuletzt nicht recht zufrieden und wollte was Neues probieren und Rafael, mit dem ich jetzt hier in der U 19 des FCE spiele, sagte, schau dir das im Erzgebirge doch einfach mal an. Ich bin in Nürnberg aufgewachsen, anfangs habe ich die große Stadt vermisst. Aber inzwischen gefällt es mir gut in Aue, hier kann ich mich auf den Sport konzentrieren und aufs Abi am Clemens-WinklerGymnasium vorbereiten. Ich bin ja nicht zum Feiern gekommen, sondern um Fußballprofi zu werden. Für nichts anderes trainiere ich.
Denilson: Ich denke, es war der richtige Schritt. Mein Cousin, Estefanio Brandao da Silva, hatte beim FCE gespielt und mir den Tipp gegeben. Mir gefällt, dass ich hier Ausbildung und Sport verbinden kann. Heißt: Training und Spiele bei den Veilchen und kaufmännische Lehre an der Fachoberschule in Schwarzenberg. Mein Traum aber heißt Fußballprofi werden, die Chancen dafür stehen in Aue sicher besser als in Frankfurt am Main. Vereine wie Aue können nicht Millionen für Jungstars ausgeben, umso wichtiger ist das eigene Nachwuchsleistungszentrum.

Wie lange dauert es, bis man sich richtig als „Veilchen” fühlt?
Marcel: Wenn man im Spielbetrieb ist, geht das ganz fix, schon im Trainingslager konnte das Team gut zusammenwachsen. Das zusätzliche Talentetraining und vor allem die Chance, mit den Profis zu trainieren, ist eine große Auszeichnung. Als ich im Testspiel der Zweitligamannschaft gegen Carl Zeiss Jena dabei sein durfte, war ich mächtig stolz. Klar fehlen dir manchmal die Familie, Nürnberg oder alte Freunde, aber wer was erreichen will, muss dafür auch mal in einen sauren Apfel beißen.
Ivan: Sehe ich genauso. Ich bin rund fünfhundert Kilometer weg von daheim, zuletzt war ich im Januar ein paar Tage in Altenkirchen. Aber jetzt habe ich so viel mit Fußball und meiner Ausbildung zu tun, da denkt man kaum an was anderes. Vielleicht können wir ja sogar noch mal in Richtung U-19-Bundesliga angreifen?
Denilson: Dort könnten wir uns in der nächsten Saison noch besser auf unser Ziel, Profi zu werden, vorbereiten. Das bestimmt auch unsere Freizeit, deshalb sind wir häufig zusätzlich im Kraftraum oder spielen Fußballtennis

Foto: Die U-19-Junioren Ivan Franjic aus dem Rheinland, Marcel Schelle aus Franken und Denilson da Silva aus Hessen (von links) wollen Profis beim FC Erzgebirge werden. Foto: Olaf Seifert

25.04.2015 14:00 Uhr

30. Spieltag 27.04.2015 20:15 Uhr
 
 
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